Trainspotting - Neue Helden (1995)

Originaltitel: Trainspotting
Trainspotting - Neue Helden Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (2)
  1. Ø 5

Filmhandlung und Hintergrund

Trainspotting - Neue Helden: Verfilmung von Irvin Welshs Kultroman über das Schicksal einer Drogenclique.

Am Rand der Gesellschaft fristen Mark Renton und seine Alkoholiker- und Junkiefreunde ihr Dasein, das aus Drogenbeschaffung und -konsum und diversen Perioden des Entzugs gekennzeichnet wird. Erst als ein Freund Marks an Aids erkrankt und stirbt, zieht der obsessive Heroinabhängige die Handbremse. Doch damit ist er seinem Freundeskreis immer noch nicht entkommen.

Mark Renton ist ein Junkie. Ohne festen Job dreht sich sein Alltag einzig und allein um die Beschaffung der nächsten Dosis Heroin. Seine Freunde Sick Boy, Spud und Begbie sind ebenfalls den Drogen verfallen. Selbst gelungene Entzugsversuche und das Schulmädchen Diane können Renton nicht auf Dauer von seiner Sucht befreien. Als die Gang-Mitglieder die Chance erhalten, mit einem riesigen Heroin-Deal ans große Geld zu kommen, greifen sie entschlossen zu. Vom Aufteilen der Beute will der gerissene Renton danach allerdings nichts wissen…

Der drogenabhängige Mark Renton beschließt, von der Nadel weg zu kommen. Doch seine Clique ist ihm nicht gerade eine Hilfe dabei. Visuell einfallsreicher Kultfilm mit einem buntgemischten Soundtrack.

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Auf DVD & Blu-ray (5)

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Mit der Verfilmung des Kultbuches “Trainspotting” von Irvine Welsh sind die Macher von “Kleine Morde unter Freunden” zum heißesten Ticket in der internationalen Filmszene geworden. In ihrem Heimatland Großbritannien haben Regisseur Danny Boyle, Drehbuchautor John Hodge und Produzent Andrew Macdonald sogar eine “Trainspotting”-Mania ausgelöst. Kein Wunder, reflektiert der Film doch die Lebensphilosophie der Anti-Establishment- und No-Future-Generation auf explosive Weise.

    “Da hältst du dich für aufgeschlossen, interessiert und informiert – dann liest du dieses Buch, und du bist wie vor den Kopf gestoßen,” meint Filmemacher Danny Boyle. “Plötzlich erkennst du, daß du von dieser Art Realität, die sich direkt vor deinen Augen abspielt, nicht den geringsten Schimmer hast.” Mit “dieser Art Realität” meint Boyle einen anarchischen Junkie-Kosmos, wie er in der Pop-Subkultur einer jeden Großstadt (in diesem Fall Edinburgh) existiert. Von einer stumpfsinnigen Gesellschaft an den Rand gespült, fristen eine handvoll Post-Punker, Drogensüchtige, Halbkriminelle und Chaoten ihr tristes Dasein. Für die meisten unter ihnen besteht der Alltag aus einem fatalen Kreislauf von Drogenbeschaffung und Drogenkonsum. Was zählt, ist der augenblickliche Kick, die ultimative Befriedigung. Drehbuchautor John Hodge hat aus dem episodenhaft strukturierten Buch eine stringente und dramaturgisch in sich geschlossene Spielfilmhandlung herausgefiltert, in deren Zentrum der Junkie Mark Renton (Ewan McGregor, der auch schon in “Shallow Grave” die Hauptrolle spielte) und seine illustren Bekannten stehen. Die Typologie dieser Off-Beat-Charaktere reicht von Sick Boy (Jonny Lee Miller) über das frühreife Schulmädchen Diane (Kelly MacDonald) bis hin zum aggressiven Säufer Begbie (Robert Carlyle). Obwohl diese Minus-Welt über weite Strecke geradezu provokant realistisch geschildert wird, ist “Trainspotting” alles andere als “politisch korrektes” Betroffenheitskino. Dafür sorgt schon allein das Spektrum surrealer Effekte, das von “Clockwork Orange” bis “Naked Lunch” und wieder zurück reicht. Damit eröffnet Boyle dem Film geschickt neue, oft völlig frappierende Perspektiven. Das wird z. B. durch die jetzt schon berühmt-berüchtigte “Kloszene” deutlich, in der Renton nach zwei Zäpfchen sucht, die er in einer bis zum Rand mit Fäkalien gefüllten Kloschüssel irrtümlich entsorgt hat. Plötzlich taucht er mit seinem ganzen Körper ins Klo hinein. Die nächste Einstellung zeigt ihn, wie er in einem glasklaren See schwimmt. Pointierte Visualisierungen als exzentrisches Stilmittel. Wie schon bei “Shallow Grave” haben Farben und Räume auch diesmal eine große auf das Unterbewußtsein abzielende Bedeutung. Fast ausschließlich im Studio an 14 verschiedenen Sets gedreht, verströmt der Film eine hochartifizielle, aber gerade deshalb so authentische Atmosphäre. Hier werden Gemütsverfassungen und Seelenzustände abgebildet, nicht banale Äußerlichkeiten. Ebenso wichtig ist die Musik. In der Eröffnungssequenz zeigt Iggy Pop mit seinem Fun-Credo “Lust for Life”, wo es die nächsten 94 Minuten lang geht. Und wenn Renton an einer Überdosis Heroin fast krepiert, werden die qualvollen Bilder mit Lou Reeds “Perfect Day” untermalt, was einem Requiem gleichkommt. Als Kontrastprogramm gibt’s Techno-Sound und Brit-Pop von “Blur” bis “Pulp”. “Trainspotting” ist ein nihilistisches Szene-Polaroid, ein grimmiger Anti-Utopia-Alptraum, eine rabenschwarze Humoreske, ein Adrenalinstoß. Es ist, als wären Larry Clarks “Kids” älter und vielleicht smarter geworden, aber sicher nicht gesünder. Für 2,6 Mio. Dollar von Andrew MacDonald für Channel Four Films (der Filmabteilung von BBC Channel Four) produziert, gehört “Trainspotting” schon jetzt zweifellos zu den wichtigsten und profitabelsten europäischen Filmen des Jahres. Ein cooler Trendsetter ist er auf jeden Fall. ull.

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