Besonnenes und bewegendes Drama und imposant fotografierte Liebeserklärung an den Wilden Westen. http://images.kino.de/flbilder/max02/mbiz02/mbiz39/z0239263/b150x150.jpg Der Pferdeflüsterer

Filmdetails

Der Pferdeflüsterer

Besonnenes und bewegendes Drama und imposant fotografierte Liebeserklärung an den Wilden Westen.


Der Pferdeflüsterer
Start: 24.09.1998

Originaltitel: The Horse Whisperer

Drama

USA 1998
Laufzeit: 169 Min.
FSK: ab 6 Jahre

Robert Redford
Kristin Scott Thomas
Sam Neill

Regie: Robert Redford
Verleih: Buena Vista

Bogey - Box Office Germany Award

So werten die bisherigen Besucher:

Gesamt
(0 Bewertungen)

Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
Besucheransturm: lau
Besucher-
ansturm

Temperatur

lau

Inhalt

Nach einem tragischen Unfall verliert die 14jährige Grace ein Bein und ihr Pferd Pilgrim erleidet schwerste Verletzungen. Weil beider Wunden nur langsam heilen wollen, macht sich Graces Mutter Annie mit ihnen von New York auf die Reise nach Montana, um dort den Pferdeflüsterer Tom Booker zu suchen. Für alle Beteiligten soll es ein Genesungsprozeß werden, der sie vor große Entscheidungen stellt.


Kritik

Der Pferdeflüsterer

Robert Redford ("Quiz Show") sitzt wieder gleichermaßen fest im Schauspieler-Sattel und auf dem Regiestuhl. Ähnlich wie sein Kollege Clint Eastwood bei "Die Brücken am Fluß" nimmt sich Redford mit "Der Pferdeflüsterer" einer recht schwülstig-sentimentalen Romanvorlage an und transformiert sie in ein niveauvolles Drama mit moralischem Anspruch und voller emotionaler Reife. Als Darsteller in seiner Rolle als moderner Cowboy führt er vor, daß er trotz fortgeschrittenen Alters noch jede Menge Charisma und Sexappeal vorzuweisen hat.

Weitere Parallelen verbinden Redfords erste Regiearbeit, in der er sich selbst inszeniert (häufig schmeichelnd mit Sonne im Haar und Regenbogen im Hintergrund), mit der angeführten Eastwood-Romantikadaption. So ist mit Richard LaGravenese (der hier mit "Forrest Gump"-Skripter Eric Roth zusammenarbeitete) derselbe Drehbuchautor am Werk, eine Romanze zwischen einem Paar älteren Semesters spielt eine zentrale Rolle, und beide Filmemacher projizieren mit ausgeprägtem ästhetischen Gespür (das insgesamt mit vielen Closeups und Zeitlupenaufnahmen zum Tragen kommt) ihre beinahe schon ehrfurchtsvolle Liebe zur ursprünglichen Schönheit unberührter Natur auf die Leinwand. Und wie Kollege Eastwood in dem längst nicht so gelungenen "Mitternacht im Garten von Gut und Böse" verliert Redford die Zeit aus den Augen und kommt daher auf eine Gesamtlänge von knapp unter drei Stunden.

Die erste halbe Stunde schildert die dramatischsten Ereignisse: Die 14jährige Grace (Scarlett Johansson) erleidet einen tragischen Reit/LKW-Unfall, bei dem ihre Freundin umkommt. Grace verliert einen Teil ihres Beins, und ihr Pferd Pilgrim kommt nur mit schwersten Verletzungen davon. Der ehemals zutrauliche Vierbeiner verwandelt sich in ein störrisches Biest. Das junge Mädchen heilt zwar äußerlich den Umständen entsprechend, doch ihre psychische Verfassung gleicht Pilgrims offener Wunde am Kopf. Graces Mutter Annie, eine erfolgreiche Chefredakteurin, ist eine energische Frau, die in ihrer zur respektvollen Zweckgemeinschaft geratenen Ehe mit Robert ebenso das Regiment führt wie in der Redaktion. Der verbitterten und ablehnenden Haltung ihrer Tochter steht sie jedoch zunächst völlig hilflos gegenüber. Als sie von dem "Horse Whisperer", eine Art Pferdepsychiater, Tom Booker hört, beschließt sie, mit ihrer Tochter samt Pferd von New York nach Montana zu fahren, da sie sich davon eine Heilung für beide verspricht. Der Weg dorthin führt sie über pittoreske Landwege, die in Breitwandformat künstlerisch ausgeklügelt fotografiert wurden.

Nun erst macht der attraktiv angeknitterte Star sein Entree. Er beginnt mit Pilgrim zu trainieren und Grace in den Prozeß miteinzubeziehen. Schließlich verlieben sich Annie und Tom heiß und innig, doch bis auf einen Kuß bleibt ihre Liebe im Gegensatz zur Romanvorlage unerfüllt. Letztlich vollzieht sich für alle ein Heilungsprozeß, der ihnen ermöglicht, ihr Leben in positiven Bahnen fortzuführen. Dazwischen finden Grillfeste, Abendessen, Scheunentänze, Ausritte und Rindertreiben statt, die zwar das ländliche Lokalkolorit trefflich zu skizzieren wissen, aber vor allem auch für die Überlänge verantwortlich sind - über die sich angesichts der vielen Pluspunkte dieser sehr gelungenen Adaption eines längst nicht so vortrefflichen Buches relativ leicht hinwegsehen läßt.ara.

Der Pferdeflüsterer

Darsteller:  Robert Redford   als Tom Booker
  Kristin Scott Thomas   als Annie MacLean
  Sam Neill   als Robert MacLean
  Dianne Wiest   als Diane Booker
  Scarlett Johansson   als Grace MacLean
  Chris Cooper   als Frank Booker
  Cherry Jones   als Liz Hammond
  Ty Hillman   als Joe Booker
  Kate Bosworth   als Judith
  Austin Schwarz   als erster Zwilling
  Dustin Schwarz   als zweiter Zwilling
  Jeanette Nolan   als Ellen Booker
  Steve Frye   als Hank
  Don Edwards   als Smokey
  Jessalyn Gilsig   als Lucy
 
Regie:  Robert Redford  
Drehbuch:  Eric Roth  
  Richard LaGravenese  
Produzent:  Robert Redford  
  Patrick Markey  
Koproduzent:  Joseph Reidy  
Ausf. Produzent:  Rachel Pfeffer  
Buchvorlage:  Nicholas Evans  
Kamera:  Robert Richardson  
Schnitt:  Tom Rolf  
  Freeman Davies  
  Hank Corwin  
Musik:  Thomas Newman  
Produktionsdesign:  Jon Hutman  
  W. Steven Graham  
Kostüme:  Judy L. Ruskin  
  Bernie Pollack  
Ton:  Tod A. Maitland  

Hobbits und Seefahrer räumen Brit-Oscars ab

Sie gelten als der letzte deutliche Fingerzeig vor der Oscar-Verleihung: die British Academy Film Awards, kurz: die BAFTAS.

Großansicht Einmal mehr hocherfreut: Peter Jackson (Foto: Warner)

Einmal mehr hocherfreut: Peter Jackson (Foto: Warner)

Am Sonntag erging im altehrwürdigen London ein wahrhaft salomonisches Urteil. Jeweils vier Preise vergab die Jury der British Academy of Film and Television Arts (BAFTA) für die Verfilmung eines der beliebtesten englischen Bücher und gleichermaßen vier für die Geschichte eines Nationalhelden aus der großen Zeit des United Kingdom: "Der Herr der Ringe - Die Rückkehr des Königs" wurde als bester Film geehrt, der begehrte Preis für die beste Regie ging an Peter Weir für sein Segelepos "Master and Commander - Bis ans Ende der Welt".

Peter Jackson zeigte sich in seiner Dankesrede begeistert: "Wow, das ist absolut fantastisch! Ein Haufen Kiwis und Aussies haben mit amerikanischem Geld diesen Film gemacht - aber uns war immer bewusst, dass es um ein Lieblingsbuch der Engländer geht."

Großansicht Der "Master and Commander" am Set: Regisseur Peter Weir (Foto: Fox)

Der "Master and Commander" am Set: Regisseur Peter Weir (Foto: Fox)

Gemischtes Doppel

Nach Mittelerde c/o Neuseeland gingen außerdem die Preise für die beste Kamera, die beste Drehbuchadaption und die besten Spezialeffekte. "Master and Commander" wurde für den besten Ton, die besten Kostüme und die beste Ausstattung gewürdigt.

Die begehrten Darstellerpreise gingen beide an das Sehnsuchtsmelodram "Lost in Translation". Die zarte Romanze zwischen der 19-jährigen Scarlett Johansson und Hollywood-Haudegen Bill Murray rührte das Kinopublikum weltweit zu Tränen - denen war auch die Jungschauspielerin bei ihrer Dankesrede nah:

Großansicht Nah am Wasser gebaut: Scarlett Johansson (Foto: Kurt Krieger)

Nah am Wasser gebaut: Scarlett Johansson (Foto: Kurt Krieger)

Das Geheimnis: Hot Dogs

"Oh mein Gott, das kommt völlig unerwartet!" Mit brüchiger Stimme fuhr sie fort: "Ich danke Sofia Coppola, dass sie diesen unglaublichen Film geschrieben und inszeniert hat. Ich bin so stolz, ein Teil davon zu sein! Danke an meine Mutter für die Unterstützung und dafür, dass sie mich zu all diesen Vorsprechen begleitet und mir danach Hot Dogs gekauft hat."

Johansson hat bereits im Alter von 8 Jahren mit der Schauspielerei begonnen, als 13-Jährige hatte sie in Robert Redfords "Der Pferdeflüsterer" auf sich aufmerksam gemacht. Der Jungstar war gleich zweimal nominiert, neben "Lost in Translation" auch für das Künstlerdrama "Girl with a Pearl Earring".

Großansicht Grüßte per Fax: Bill Murray (Foto: Kurt Krieger)

Grüßte per Fax: Bill Murray (Foto: Kurt Krieger)

Faxenmacher

Bill Murray war zwar nicht persönlich in London, hatte aber ein Fax geschickt, das für den größten Lacher des Abends sorgte. Es enthielt eine unkommentierte Liste von Namen: Benicio, Johnny, Jude und Sean. Wenn ihr sie seht, sagt ihnen, dass ich sie erwähnt habe." Del Toro, Depp, Law und Penn waren Murrays Konkurrenten in der Kategorie bester Hauptdarsteller.

Die größte Enttäuschung hatte das Team von "Unterwegs nach Cold Mountain" zu verdauen. Mit 13 Nominierungen als klarer Favorit ins Rennen gegangen, musste sich Anthony Minghellas Bürgerkriegsepos mit zwei Auszeichnungen begnügen: Neben dem Preis für die beste Musik durfte sich nur noch Renée Zellweger über den Brit-Oscar als beste Nebendarstellerin freuen:

Großansicht Zeigte sich im Bridget Jones XXL-Format: Renée Zellweger (Foto: Kurt Krieger)

Zeigte sich im Bridget Jones XXL-Format: Renée Zellweger (Foto: Kurt Krieger)

Renées Bettschwere

"Ich bin total überrascht, ich war in Gedanken völlig bei 'Bridget Jones 2'. Als ich morgens aufwachte, dachte ich mir 'Oh, heute ist ja DER Tag!' Das ist eine Riesenehre und ich möchte der ganzen Crew danken, besonders Jude und Nicole: Es war ein Privileg, mit Euch zu arbeiten."

Als bester männlicher Nebendarsteller wurde Bill Nighy für sein Porträt des Sangesveteranen Billy Mack in "Tatsächlich... Liebe" geehrt. Er scherzte: "Danke, ihr habt einen alten Rocker sehr glücklich gemacht. Das muss ich meiner Band erzählen!"

Großansicht Tatsächlich ...ein BAFTA für Filmrocker Bill Nighy (Foto: Warner)

Tatsächlich ...ein BAFTA für Filmrocker Bill Nighy (Foto: Warner)

Von London nach Los Angeles

Die BAFTAS gelten als wegweisend für die Oscar-Verleihung am 29. Februar. Letztes Jahr war die US-Jury den britischen Kollegen unter anderem in den Kategorien bester Film ("Der Pianist"), beste Hauptdarstellerin (Nicole Kidman für "The Hours") und beste Nebendarstellerin (Catherine Zeta-Jones für "Chicago") gefolgt. Doppelter Grund zur Freude also für die Truppe um Peter Jackson und Renée Zellweger: Sie sind auch bei den Oscars nominiert.

Star

Robert Redford

Robert Redford gilt als eines der Sexsymbole Hollywoods schlechthin. Dabei widmete er sich ursprünglich der Malerei, brach sein Studium...

Star

Kristin Scott Thomas

Sie ist die Frau für dezente, gehobene Melodramen. Dort kann sie ihre wertvollen Gefühle verstecken und erst nach und nach zum...

Top-Filme der Woche

  • Men in Black 3

    Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.

  • LOL

    Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.

 

treffpunkt kino kompakt

In der aktuellen Ausgabe: Die große Preview zu "Ice Age - Voll verschoben" und der erste Trailer zu "Skyfall"!

Zum Magazin

Das multimediale Kinomagazin jede Woche kostenlos per Mail - jetzt registrieren!

GO

Ähnliche Filme auf DVD & Blu-ray

 

Service

kino.de mobil

kino.de mobil

Das aktuelle Programm Ihres Lieblingskinos haben Sie überall dabei - kostenlos auf Ihrem Handy.