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The Revenant - Der Rückkehrer (2015)

Originaltitel: The Revenant
The Revenant - Der Rückkehrer Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (671)
  1. Ø 3.7
Kritikerwertung (5)
  1. Ø 3.4

Filmhandlung und Hintergrund

The Revenant - Der Rückkehrer: Intensives Überlebensepos mit Leonardo DiCaprio, der schwer verletzt den Widrigkeiten der Wildnis trotzen muss, um sich an dem Mann zu rächen, der seinen Sohn getötet hat.

In der rauen, kargen Wildnis Nordamerikas Anfang des 19. Jahrhunderts verdingt sich Hugh Glass (Leonardo DiCaprio) als Fallensteller. In der erbarmungslosen Natur erlegt er Tiere und verkauft anschließend ihre Pelze, um sich seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Eines Tages im Jahr 1823 wird Glass bei dieser Arbeit jedoch von einem Bären angegriffen und schwer verletzt. Zwar sind mit John Fitzgerald (Tom Hardy) und Jim Bridger (Will Poulter) zwei Menschen in seiner Nähe, die ihm potenziell helfen könnten, doch entscheiden die beiden sich anderweitig. Fitzgerald und Bridger beschließen nämlich, Glass auszurauben, da sie nicht mehr daran glauben, dass er die gravierenden Verletzungen überleben könnte. Gleichzeitig greifen kurz darauf auch noch Indianer ihr Lager an, weswegen Fitzgerald und Bridger den scheinbar Sterbenden zurücklassen. Doch Glass überlebt wie durch ein Wunder seine Verletzungen, nur befindet er sich weiterhin in einer gefährlichen Lage. Ohne seine Ausrüstung, die ihm gestohlen wurde, und weiterhin schwer beeinträchtigt durch die Verletzungen, muss Glass alleine in der Wildnis überleben. Angetrieben von der Rache, die er an Fitzgerald und Bridger verüben will, macht er sich auf den Weg durch die Rocky Mountains und zurück in die Zivilisation. Der Kampf um sein Leben beginnt, bei dem Glass gegen die unerbittliche Natur bestehen muss. Nach der Hollywood-Satire „Birdman: Oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit“ kehrt Regisseur Alejandro González Iñárritu mit „The Revenant“ zum ernsten Drama zurück. Unterstützt wird er dabei erneut vom zweifach Oscar-prämierten Kameramann Emmanuel Lubezki. Das Survival-Drama ist eine Verfilmung des gleichnamigen Romans von Michael Punke aus dem Jahr 2003, welcher wiederum auf historischen Begebenheiten beruht.  Alejandro González Iñárritu wurde 2016 für “The Revenant” mit dem Oscar für die beste Regie ausgezeichnet, während Leonardo DiCaprio seinen langersehnten Oscar als bester Hauptdarsteller erhielt.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

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  • Intensives Überlebensepos mit Leonardo DiCaprio, der schwer verletzt den Widrigkeiten der Wildnis trotzen muss, um sich an dem Mann zu rächen, der seinen Sohn getötet hat.

    Um menschliche Körper und Seelen in Extremsituationen geht es in den Filmen von Alejandro Gonzalez Inarritu, seitdem er mit “Amores perros” vor 15 Jahren sein furioses Debüt als Filmregisseur gegeben hat. Um die bleierne Schwere jener “21 Gramm“, die der Mensch im Moment seines Todes leichter werden soll, wenn sein Lebensatem entweicht. Seinem Parforceritt durch die Windungen des menschlichen Verstandes in “Birdman“, mit dem er Oscars unter anderem für den besten Film und die beste Regie gewinnen konnte, lässt Inarritu nur ein Jahr später seinen bislang intensivsten Aufenthalt in der Vorhölle folgen, ein Überlebensabenteuer buchstäblich auf des Messers Schneide zwischen Leben und Tod.

    “Der Totgeglaubte” ist der deutsche Titel des Romans von Michael Punke, den Inarritu hier verfilmt hat, und fasst in einem Wort knackig zusammen, um was es geht: Erzählt wird die auf wahren Begebenheiten beruhende Geschichte des Fallenstellers Hugh Glass. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts wird er nach einem Grizzly-Angriff von seiner Expedition mitten in der Wildnis ohne Waffen und mit zerfetzter Kehle, aufgerissenem Rücken und gebrochenem Bein zum Sterben zurückgelassen und kämpft sich 300 Kilometer durch Montana, um sich an den beiden Männern rächen zu können, die ihn aufgegeben hatten. Eine irrwitzige Geschichte, zu gleichen Maßen Jack London und Cormac McCarthy, ein “Beim Sterben ist jeder der Erste” im wahrhaft Wilden Westen (und 1971 schon einmal verfilmt von Richard C. Sarafian mit Richard Harris unter dem Titel “Ein Mann in der Wildnis“).

    Inarritu hat die Vorlage mit beeindruckender Unerbittlichkeit und Intensität verfilmt, unter den denkbar schwersten Umständen, selbst den Launen der Natur ausgeliefert. Mit seinem genialen Kameramann Emmanuel Lubezki gelingt ihm eine meisterhafte Szene nach der anderen: Der brutale Angriff der Indianer auf die Expedition, der Glass als Fährtensucher angehört. Der verheerende Kampf mit dem Grizzly. Eine Hatz auf einem Pferd in einen gähnenden Abgrund. Der Showdown zwischen Glass und seinem Gegenspieler im endlosen Eis. Und mittendrin immer Leonardo DiCaprio, der sich in der Titelrolle regelrecht selbst veräußert und eins wird mit der Wildnis, die an seinem Leben zerrt.

    Wenn “The Revenant” Schwächen hat, dann sind sie in den Komponenten zu finden, die Inarritu in seiner Adaption dazu erfunden hat, offensichtlich, um die Emotionalität noch weiter zu steigern und der Erbarmungslosigkeit der Erzählung ein Maß an Spiritualität und Hoffnung entgegen zu setzen: So gibt es hier einen Sohn, den Glass mit einer vor Jahren brutal getöteten Indianerin hatte und der vor den Augen des hilflosen, vermeintlich sterbenden Mannes erstochen wird. Womit sein Streben nach Rache eine andere Qualität bekommt (und auch die Auflösung völlig anders ist als im Roman). Und es gibt Nahtodvisionen von Glass, in denen Glass der Geist seiner Frau begegnet. Das ist, als würde das Kino von Terrence Malick versuchen, sich Einlass zu verschaffen in ein Szenario, das bisher konsequent Werner Herzog ist. Es lässt sich damit leben. Auch wenn man sich des Eindruckes nicht erwehren kann, dass die Esoterik die unfassbare Wucht dieses einzigartigen Filmerlebnisses mindert. ts.
  • Wirklich grosse Filme besitzen die Kraft, das Unglaubliche zu vermitteln. Während wir gemütlich auf unserer Couch sitzen, müssen die Protagonisten Qualen und Leid durchstehen, das wir kaum nachvollziehen können. Viel zu oft aber durchschauen wir diese Manipulation, weil die Schauspieler ihre Rolle nicht ausfüllen. Es wirkt gemacht. Alejandro Gonzalez Iñárritus The Revenant aber nimmt uns mit in eine andere Zeit, behält sich aber auch vor, ein Kunstwerk zu bleiben. Wir sehen The Revenant nicht einfach, wir erleben den Film. Wir verlassen das Kino, sind überwältigt von der Kunst des Filmemachens, die Iñárritu vorführt, aber eben auch dankbar für unseren eigenen Lebens-Komfort. Früh wird uns bewusst, welchen Ton The Revenant anschlägt: Wir überleben einen Überfall von Native Americans auf eine Gruppe Trapper. Die Eingeborenen werden nicht als Feinde vorgeführt, sondern als fesselnde Kraft der Natur. Pfeile sausen durch die Luft, verwundetes Fleisch der Verletzten überall, die Kamera mitten im Getümmel. Wir erfahren, dass der Stamm die entführte Tochter des Häuptlings sucht und jeden tötet, der sich ihm in den Weg stellt. Im selben Moment sehen wir, dass einer der Trapper, Hugh Glass (Leonardo DiCaprio), einen Eingeborenen als Sohn adoptiert hat. Der Anführer der Trapper, Andrew Henry (Domhnall Gleeson), ordnet an, dass die Gruppe zurück kehren muss zur Basis. John Fitzgerald (Tom Hardy) widerspricht, weil er seine Felle retten will. Der Keim der Zwietracht ist gesät. Fitzgerald traut weder Henry noch Glass. Der Höhepunkt des Films: Glass wird von einem Bären attackiert und lebensbedrohlich verletzt. Lange habe ich keine solch erschreckende Szene gesehen, die mein Herz so zum Rasen brachte! Es scheint, als ob es Glass nicht schaffen könnte, zur Basis zurückzukehren. Mit den Eingeborenen im Rücken, beschliesst die Gruppe, sich zu trennen. Fitzgerald soll auf Glass aufpassen und ihm ein angemessenes Begräbnis ermöglichen. Gemeinsam mit Glass und dessen Sohn bleibt er zurück, begleitet von einem jungen Mann, Bridger (Will Poulter), der Glass bewundert. Fitzgerald soll einen Mann bewachen, dessen Tod ihm egal ist. Er tötet den Adoptiv-Sohn und begräbt Glass lebendig. Doch Glass überlebt, fast scheint es, als stünde er von den Toten auf (das meint der Film-Titel The Revenant). Er dürstet nach Rache, kämpft sich mit kaputten Knochen, ohne Nahrung durch den Schnee, um den Mann zu kriegen, der seinen Sohn tötete. Im Grunde ist er ein Geist, unwillig, auf die andere Seite zu wechseln, bevor nicht Gerechtigkeit ausgeübt wurde. Kamerammann Emmanuel Lubezki begleitet die qualvolle Reise, indem er die unmenschlichen Bedingungen zeigt, aber eben auch seine grosse handwerkliche Kunst: Der Horizont scheint endlos, der Himmel stets in Bewegung. Lubezki arbeitet mit den Farben der Natur, die aber doch verstärkt werden: Sein Schnee wirkt weisser als in der Realität, der Himmel blauer. Während der zweiten Hälfte gestaltet er die Reise zunehmend mystischer. An dieser Stelle schwankt der Film, wirkt ziellos und ausschweifend. Sicher ist es faszinierend, einen Mann zu erleben, der unwillig ist zu sterben. Mann hätte das aber straffer und effektiver erzählen können. The Revenant ist letztlich ein klassischer Abenteuer-Film, nur wird uns ein Showdown vorenthalten. Die Höhepunkt finden während der ersten Minuten statt, ein Aufbau nicht erkennbar. Wie steht es mit DiCaprios längst fälligen Oscar? Sein Spiel in The Revenant hätte weniger gute Schauspieler überfordert. Der absolute Überlebenswille, seine Konzentration - wir glauben DiCaprios Figur, dass sie nicht aufgeben wird. Leider erlaubt ihm die Regie weniger als zwei Gesichtsausdrücke, wie spätestens ab der 100 (!) Minute auffällt. DiCaprio, ein Superheld, der Abhänge herunterstürzt, in aufgebrochenen Pferde Kadavern schläft und schlicht unsterblich scheint. Tom Hardy mit rollenden Augen, spielt wenig überzeigend einen klassischen Schurken. Was würdest du für Rache opfern? Welche Hindernisse würdest du überwinden, sie zu bekommen? The Revenant hat die Kraft, diese Fragen zu stellen, gefällt sich aber zu gut als mystische Sinnsuche. mehr auf cinegeek.de
  • Tolle Bilder machen noch keinen tollen Film.
  • Iñárritus „The Revenant“ ist eine Enttäuschung. Anders lässt es sich leider nicht formulieren. Gerne würde man dem Film aufgrund seiner offenkundig vorhandenen Ambitionen und des großen Talents aller Beteiligten an ein spezielleres, dankbareres Publikum verweisen, das das hier alles zu schätzen weiß.  Doch die Wahrheit ist, „The Revenant“ ist einfach kein besonders guter Film geworden. Wie ein grelles Irrlicht tanzt der Film zwischen dem Machismo eines „The Grey“, der Metaphysik eines Terence Mallick-Films und der Langweile einer schlechten Naturdokumentation hin und her, nur um dann in seinem herbeigesehnten Finale mit dem großen Nichts zu schockieren.
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