21 Gramm (2003)

Originaltitel: 21 Grams
21 Gramm Poster
Nicht mehr im Kino.
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  1. Ø 5
Kritikerwertung (1)
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Filmhandlung und Hintergrund

21 Gramm: Ein Autounfall wird zum Auslöser einer explosiven Katharsis eines Collegeprofessors, einer jungen Mutter und eines ehemaligen Strafgefangenen.

Schatten verdunkeln die Ehe von Collegeprofessor Paul (Sean Penn) und seiner Frau (Charlotte Gainsbourg): Mary erfährt, dass sie unfruchtbar ist, und Paul braucht ein neues Herz. Christina (Naomi Watts), früher ein Partygirl mit Drogenproblemen, ist zur respektablen Mittelschichtsmutter gereift, während Ex-Knacki Jack (Benicio Del Toro) solch bürgerlichen Aufstieg erst noch anstrebt. Die Zuwendung zur Religion soll ihm dabei helfen. Ein verheerender Verkehrsunfall macht alle miteinander bekannt und bringt so manche Veränderung mit sich.

21 Gramm ist das Gewicht, das den Körper im Tod verlässt – die Seele vielleicht. Wie in seinem internationalen Durchbruch “Amores Perros” verwebt Mexikos große neue Regiehoffnung Alejandro Gonzalez Iñárritu im Hollywood-Debüt die Schicksale dreier einander fremder Charaktere zum bewegenden Drama.

Collegeprofessor Paul hofft auf eine Herztransplantation, seine Frau auf ein Kind durch künstliche Befruchtung; die junge Christina führt mit Mann und zwei Töchtern ein ausgeglichenes Mittelschichtsdasein; Exknasti Jack schlägt sich mit Frau und zwei Kindern durchs Leben. Als er bei einem Autounfall Christinas Familie auslöscht, gerät das Leben aller Figuren aus der Bahn.

Der todkranke Paul wartet auf ein Spenderherz. Um ihm die letzten Stunden leichter zu machen, ist sogar Ex-Frau Mary zu ihm zurückgekehrt. Allerdings aus egoistischen Gründen – sie will noch ein Kind von ihm. Die einst so labile Cristina wiederum hat den Drogen abgeschworen und erlebt mit Mann und Töchtern ihren zweiten Frühling. Auf dem besten Weg dorthin ist auch Ex-Knacki Jack. Alkohol und kriminelle Eskapaden sind passé. Da verursacht Jack einen Autounfall, bei dem Cristinas Mann und die Kinder sterben.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Der Mexikaner Alejandro Gonzalez Iñárritu (Welterfolg für “Amores Perros”) präsentierte in Venedig mit seinem in englisch gedrehten Film “21 Grams” ein dramatisches Puzzle über Trauer und Tod, Schuld und Sühne. Das brillante Cast von Benicio del Toro über Naomi Watts bis hin zu Sean Penn, ausgezeichnet mit der Coppa Volpi als Bester Darsteller, machen diesen furiosen Trip am Rande des Abgrunds zu einem aufwühlenden Erlebnis.

    Wie in “Amores Perros” verweben sich auch in “21 Grams” die Schicksale dreier Hauptfiguren. Über mehrere Monate hinweg bestimmen ihre zufälligen Begegnungen den Handlungsverlauf. Und wie in “Amores Perros” wird ein Autounfall zum Auslöser einer explosiven Katharsis, der intensiven Betrachtung von Liebe und Hoffnung, Rache und Sühne. Titelgebend ist die Annahme, dass der Mensch 21 Gramm seines Körpergewichts beim Sterben verliert, vielleicht das Gewicht der Seele.

    Der Collegeprofessor Paul Rivers (Sean Penn) wartet auf eine Herztransplantation und seine Frau Mary (Charlotte Gainsbourg) möchte ein Kind von ihm durch künstliche Befruchtung, auch auf die Gefahr hin, dass dieses erst nach dem Tod des Erzeugers das Licht der Welt erblickt. Christina Peck (Naomi Watts) lebt mit ihrem Mann und den zwei Töchtern in ausgeglichener Mittelschichtsharmonie, ganz unten auf der sozialen Skala angesiedelt ist Exknasti Jack Jordan (Benicio Del Toro), der sich mit Frau und zwei Kindern durchs schäbige Dasein schlägt und in der Religion einen Halt findet. Als er bei einem Autounfall Christinas Familie auslöscht, gerät die psychologische Balance aller Figuren aus dem Gefüge. Und als Paul mit dem Herzen des Unfallopfers Gefühle für die Witwe entwickelt, steuert das Drama auf einen Höhepunkt zu. Drehbuchautor Guillermo Arriaga kombiniert erneut einen harten Realismus mit dem unerschütterlichen Glauben an die Möglichkeiten des Lebens, “eine Meditation, die die existenziellen Dinge des komplexen Miteinanders erforscht”. Es gibt keine guten und keine schlechten Menschen, sondern nur Opfer der Verhältnisse, so das Fazit. Inárritu setzt die einzelnen Elemente zu einem nicht ganz einfach zu verstehenden, selbst am Ende noch irritierenden Puzzle zusammen, das sich erst auf dem zweiten Blick erschließt. Anhänger einfacher und linearer Konstellationen bleibt nur Rätselraten. Wenn man sich an die fragmentarische Struktur gewöhnt hat (und das sollte Freunden von Christopher Nolans “Memento” keine Probleme bereiten), ist es einfacher, die einzelnen Fährten zu verfolgen und auch die Dopplung der Szenen nachzuvollziehen. Die schmutzig ausgebleichten Bilder von Rodrigo Prietos nervöser Handkamera unterstreichen die Verlorenheit der Charaktere, umkreist sie kompromisslos und kommt ihnen schmerzhaft nahe. “21 Grams” ist ein Stück brisante Philosophie, ein wüstes Anrennen gegen Sehgewohnheiten, ein apokalyptischer Ritt durch das Unterbewusstsein. Dem Zuschauer wird einiges abverlangt, aber dafür entschädigen Schauspieler aus Hollywoods Oberliga. Allein Sean Penn als wortkarger mit dem eigenen Tod konfrontierter Intellektueller, Del Toro als wie ein wilder Hund gegen die Schatten der Vergangenheit ankämpfend und sich in Religion flüchtend, sowie eine genial auftrumpfende Naomi Watts, die souverän auf der Klaviatur von lauter Wut, tiefem Leid und leiser Liebe spielt, sind die Kinokarte wert. mk.

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