Sicario (2015)

Sicario Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (20)
  1. Ø 4.5
Kritikerwertung (4)
  1. Ø 4.3

Filmhandlung und Hintergrund

Sicario: Kriminaldrama über eine FBI-Agentin, die dem Drogenhandel an der amerikanisch-mexikanischen Grenze ein für alle Mal den Riegel vorschieben will.

Die junge FBI-Agentin Kate Macy (Emily Blunt) arbeitet als Mitglied eines SWAT-Teams in Tucson, Arizona. Sie wird von ihrem Chef Matt (Josh Brolin) in die gefährliche Grenzregion geschickt, um einen anonymen Drogenboss zu fassen. Gemeinsam mit einer Gruppe von internationalen Experten zieht sie in das Territorium des Drogenkartells vor, um den Kopf des Imperiums zu identifizieren und  dingfest zu machen. Die ohnehin schon schwierige Mission gestaltet sich dann während des Einsatzes noch einmal komplizierter als erwartet. Denn ihr erster Auftrag, die Überführung eines Gefangenen, führt Kate zugleich in einen Hinterhalt. Nur in größter Not und mit Hilfe des mysteriösen Söldners Alejandro (Benicio Del Toro) gelingt es ihr, den Kopf aus der Schlinge zu ziehen und dem Tod zu entkommen. Doch der Söldner scheint äußerst gewaltbereit und erbarmungslos zu sein. Es ist fraglich, wieweit sie ihm vertrauen kann. Bald nach ihrem ersten Einsatz befindet sie sich erneut mit Alejandro auf einer weiteren Mission gegen das mexikanische Drogenkartell. Allerdings wird allmählich offensichtlich, dass der Söldner eigene Ziele verfolgt. Zunehmend wird es schwieriger Freund und Feind, Richtig und Falsch zu unterscheiden, merkt Kate doch durch ihre Arbeit, wie sehr die Grenzen verwischen. Es stellt sich die Frage, wem sie in all dem Durcheinander noch trauen kann. Mit „Sicario“ begibt sich Regisseur Denis Villeneuve erneut in das Metier, das ihm durch seine vorangegangenen Filme „Prisoners“ und „Enemy“ viel Kritikerlob einbrachte. Wie schon in „Inherent Vice“ und „Guardians of the Galaxy“ arbeiteten Josh Brolin und Benicio del Toro in “Sicario” erneut zusammen. Die Kriminalgeschichte feierte auf dem Toronto Film Festival 2015 in der Kategorie „Special Presentations“ Premiere.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Sicario eröffnet mit zwei Indikatoren einer brutalen Welt: Der erste, eine furchtbare Entdeckung, der zweite eine Explosion. Beide begründen den folgenden für uns befriedigenden Thriller (und genaus diese Tatsache bereitet mir Magenschmerzen). Wir befinden uns in einem Universum, in dem das Böse schlicht exisitiert. In dieser Welt kann Gewalt einfach so ausbrechen, Leben nehmen oder niederschmettern. Sicario schafft leider tiefe Befriedigung. Der Film untersucht den Krieg ohne Regeln oder Verpflichtungen mit einem spektakulären Auftritt von Benicio Del Toro und der faszinierenden Cinematographie von Roger Deakins. Böse Zungen behaupteten, Sicario sei zu ausschweifend und prätentiös. Sicario fehle deshalb die Dringlichkeit eines wahrhaft grossartigen Thrillers. Ich muss zugeben, dass mich diese Ansicht wütend macht, so ergriffen war ich von Villenueves Film. Sicario funktioniert, weil er sich die Zeit nimmt, den Schauplatz der Grenze Arizonas zu Mexikos zu beleuchten. Wie könnten wir uns sonst in dieser unvorstellbar grausamen Welt zurecht finden? In der ersten Szene versucht die FBI Agentin Kate Macy (Emily Blunt) das Opfer einer Entführung in Arizona aufzuspüren. Kurz blicken wir in ihr Gesicht: Furcht und Entschlossenheit vor dem Zugriff. Sie bricht mit einem Truck durch die Wand eines Hauses, erschiesst einen Täter, der seine Waffe gegen sie richtet. In ihren Augen blitzt Verzweiflung auf. Macy ist ausgesprochen menschlich und noch nicht abgestumpft. Ein Schuss reisst ein Loch in die Wand des Gebäudes und es kommen Leichen zum Vorschein. Mehr als 20, mehr als 30 tote Körper. Das gesamte Gebäude ist gefüllt mit Leichen - während des schockierenden Anblicks reisst eine Explosion draussen im Schuppen zwei Beamte in den Tod. Macy handelt ohne zu zögern und streng nach Vorschrift, was ihre Vorgesetzten beeindruckt. Sie wird vorgeladen zu einem Treffen einer Task Force, geleitet vom mysteriösen Matt (Josh Brolin). Seine Identität bleibt wie die gesamte Operation verborgen. Man arbeitet zusammen mit dem düster wirkenden Alejandro (Benicio Del Toro) - von dem nicht einmal sicher fest gestellt werden kann, ob er nicht einfach nur als Söldner dient. ihr Einsatz findet in Mexiko statt und endet blutig. Wo ist der Zusammenhang zwischen dem Leichenhaus in Arizona und der rechtslosen Stadt Juarez in Mexiko? Die Drogen Barone sind dort so prominent, dass sie Leichen verkehrt herum an der Hochstrasse aufhängen können. Der Befehl lautet, einen Drogen Schieber zu stellen und in die USA zu überführen. Auf dem Rückweg gerät der Convoy in einen Stau (man hatte sie vorgewarnt, dass explizit der Rückweg gefährlich sei). Während das Unternehmen im Stau feststeckt, blicken wir in verschiedene Autos: Wir erblicken tätowierte Gestalten, bewaffnet. Die Szene gehört zu den besten in der Disziplin des Aufbaus von Spannung überhaupt: Gewalt liegt in der Luft und wird ausbrechen... Das Drehbuch von Sicario entwickelt nicht nur einen Hauptcharakter. Macy nimmt oft nur die Position einer Beobachterin ein, während Matt und Alejandro agieren. Sollte es möglich sein, dass Macy eben nur zu diesem Zweck angeheuert wurde? Im Kern kreiert Sicario eine Welt ohne Anführer, die im Chaos versinkt. Dementsprechend kann sich Macy während des gesamten Films nicht zurecht finden, da keine Grundregeln existieren. Denis Villeneuve kann sich auf die Anziehung Del Toros verlassen, die fast magnetisch wirkt. Ihm gebürt der Showdown, der gnadenlos und radikal abläuft. Wir merken, dass der Kanadier Villeneuve auch in seinem dritten US amerikanischen Film nicht von Hollywood korrumpiert wurde: Emily Blunt als Heroine? Mir scheint sie in gefangen in einer unerhört altmodischen Frauenrolle, die Hollywood so gar nicht mehr vergibt. Sollte sie jemals aktiv an diesem Einsatz mitwirken oder bloss Bericht erstatten? Rechtfertigt sie einfach nur die Unrechtmässigkeit der Operation? Benicio Del Toro dagegen als dunkler Held? Provoziert der Film, dass wir uns mit seinem Feldzug gemein machen? Bestaunen wir einen Mann, der innerlich längst abgestorben ist? Ist ausser mir noch jemandem aufgefallen, dass wir Zeuge einer angedeuteten Zuneigung zwischen Macy und Alejandro werden? Ich muss mir Sicario noch einmal ansehen. In diesem Moment fühle ich mich nur elend und schockiert. mehr auf cinegeek.de
  • Knapp zwei Jahre nach “Prisoners” bestätigt Denis Villeneuve, dass er der richtige Mann ist für jene Art von erwachsener Mainstreamunterhaltung mit fein schraffierten Grauflächen, die selten geworden ist in Hollywood. “Sicario” ist spanisch für “Auftragskiller” und reißt mit als packender, pulsierender und moralisch höchst ambivalenter Drogenthriller, wie man ihn in der Krimiliteratur von Don Winslow kennt, im Kino in dieser intelligenten und kompromisslosen Form aber eher noch nicht gesehen hat. Sicher drängen sich Vergleiche mit “Traffic” auf und vielleicht auch mit “Savages“, der auf einer Vorlage Winslows basierte, aber wie Villeneuve hier im Krieg Nordamerikas gegen die mexikanischen Drogenkartelle fast en passant höchst problematische Allianzen aufdeckt, wurde noch in keinem Film dieser Preisklasse thematisiert. Die CIA im Bett mit dem kolumbianischen Medellin-Kartell, um der ausufernden Gewalt in Mexiko Herr zu werden – eine Gewalt wohlgemerkt, die erst möglich gemacht wurde, weil es der CIA in den Achtzigerjahren gelungen war, das Medellin-Kartell massiv zu schwächen.

    Das ist starker Tobak, aber eigentlich gar nicht unmittelbarer Gegenstand der Handlung dieses atemlosen Höllentrips, in den eine junge FBI-Agentin aus Arizona geschickt wird, gespielt von der atemberaubenden Emily Blunt in einer ähnlichen Rolle, wie sie Jessica Chastain in “Zero Dark Thirty” bekleidet hat. Als Teil einer legal fragwürdigen Undercover-Aktion unter Leitung eines mysteriösen, von Josh Brolin mit entschlossener Zen-Coolness gespielten Typen und eines noch undurchsichtigeren Vollstreckers, maßgeschneidert für Benicio Del Toro, soll sie mitwirken, ein mexikanisches Drogenkartell zu schwächen. Ein erster problematischer Einsatz im mexikanischen Juarez liefert einen Vorgeschmack auf die sensationell spannenden Setpieces, die noch folgen werden. Höhepunkt ist schließlich eine Mission in einem Drogentunnel, der von Mexiko in die USA führt: Villeneuve filmt ihn durch Nachtsichtgeräte und mit Röntgenblick als ultimative Höllenfahrt, die sich schließlich, als das wahre Ziel der Drogenkrieger offenbar wird, nur als Mittel zum Zweck erweist. Immer wieder filmt Villeneuve zu Beginn seiner Szenen Staubpartikel, die erst im gleißenden Sonnenlicht sichtbar werden: Genauso ist der ganze Film. Erst wenn man richtig genau hinsieht, offenbart sich, um was es eigentlich geht. Und dieses Ziel wird mit unerbittlicher, bisweilen deprimierender Härte verfolgt, auch wenn es nur einen Pyrrhussieg darstellen kann in einem Krieg, der nur Verlierer kennt. ts.
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  • Denis Villneuve hat mit Prisoners eine respektable Visitenkarte für Hollywood vorgelegt. Mit Sicario bleibt er sich seiner Qualität grundsätzlich treu, kann jedoch über ein paar Schwächen nicht hinweg täuschen. Auf der Habenseite steht die trotz der Wüstenhitze unterkühlte Darstellung des Drogenthemas, kompromisslose Kameraeinstellungen und ein Benicio del Toro zum Fürchten. Am Ende des Films geht man auch keinesfalls enttäuscht aus dem Kino. Doch bis zum Ende hat der Zuschauer auch so manche Durstphase überwunden. Das liegt in erster Linie an der oft erst auf den zweiten Blick schlüssigen Handlung. Einige Szenen sind derart unnötig im Film verschachtelt, dass sich erst am Ende ein tieferer Sinn ergibt. Mehrmals anschauen lohnt sich deshalb, macht den Film beim ersten Ansehen in der Mitte auch etwas ermüdend. Wer Action non-stop erwartet, ist bei Sicario ohnehin falsch. Dafür bekommt man grandioses Schauspielkino mit einer umwerfend bedrohlichen Drogenkulisse in einer nicht lebenswerten Region dieser Erde. Zum Glück lässt einen das über Längen und Schwächen gerne hinwegsehen!
  • Vielschichtiger Thriller über den Kampf gegen den Drogenhandel. Und das erste Opfer dieses Krieges: die Moral.
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