Schwere Jungs (2002)

Originaltitel: Stealing Harvard
Schwere Jungs Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Schwere Jungs: Haarsträubende Komödie über einen Romantiker, der mit Hilfe seines leicht beschränkten Freundes krumme Dinger dreht.

John Plummer (Jason Lee), unbedarfter Vertreter für medizinischen Heimbedarf und hoffnungsfroher Verlobter der Tochter seines missgünstigen Chefs (Dennis Farina), steckt tief in der finanziellen Klemme. Er selbst benötigt Startkapital für die beabsichtigte Hausstandsgründung, während gleichzeitig das Studium der lieben Nichte (Tammy Blanchard) finanziert werden will. Rettung in höchster Not verspricht Johns hundertprozentiger Taugenichtskumpel Duff (Tom Green), dem die richtige Strategie bereits eingefallen ist: eine ganze Serie perfekter Verbrechen!

Jason Lee (“Vanilla Sky”) und MTV-Schrägvogel Tom Green (“Road Trip”) sind die Stars dieses unbeschwert infantilen Comdey-Vergnügens aus dem Hause der Good-Taste-Titanen Revolution (“Tomcats”).

Weil John zur Finanzierung des Traumhauses seiner zukünftigen Braut und der Studiengebühren seiner vaterlosen Nichte schnellstens Geld braucht, bittet er seinen abgedrehten Freund Duff um Hilfe. Unvermittelt landet er damit in einem haarsträubenden illegalen Szenario nach dem anderen, womit sein Leben auf den Kopf gestellt und seine Hochzeit in weite Ferne rückt.

Der unbedarfte Verkäufer John hat schwierige Entscheidungen zu treffen. Zum einen steht der Hausbau mit der zukünftigen Braut an, zum anderen soll er die fest versprochenen Studiengebühren für seine vaterlose Nichte aufbringen. Also muss schnellstens Geld her. Deshalb bittet er seinen lange gemiedenen, völlig abgedrehten Freund Duff um Hilfe. Ehe sich’s John versieht, steckt er bis zum Hals in einer Reihe illegaler Aktivitäten, die ihn eher als Single hinter Gitter als mit Ehering in sein neues Zuhause bringen.

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Auf DVD & Blu-ray (2)

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • „Es gibt Leut, die können sich leiden. Die sind mitnand im Trachtenverein und machen Geschäfte miteinander. Dann gibt’s die, die sich net leiden können, die sind im Schützenverein und machen auch Gschäfte mitnand, wenn’s sein muss. Und dann gibt’s den Gamser und mi.“ Das erklärt der Dorfler seiner Frau, denn seit ihrer Kindheit verbindet ihn, den reichen Brauereibesitzer, und den armen Schreiner eine herzliche Feindschaft.

    Als der Dorfler Weltmeister im Viererbob wird und damit seine Fahrkarte zu Olympia 1952 in Oslo gezogen hat, ist das Anlass genug für den Gamser, seine alten Kumpels zusammenzutrommeln und kurzerhand die deutsche Olympiaqualifikation zu gewinnen, um auch in Oslo dabeizusein – er will halt mit dem Dorfler schlittenfahren und ihn bei Olympia schlagen.

    Was Marcus H. Rosenmüller nach „Wer früher stirbt, ist länger tot“ präsentiert, ist einer dieser Sportfilme vom Außenseiter, der sich anstrengt und dann Erfolg hat – und einer dieser deutschen Auferstanden-aus-Ruinen-Filme, die davon erzählen, wie nach der Stunde Null 1945 sich die Bundesrepublik wieder aufgerichtet hat – und bayrisches Volkstheater von Lokalrivalität und Freundschaft. Mit verschiedenen Ebenen jonglieren, das kann Rosenmüller an sich, sein Erfolgsfilm vom letzten Jahr hat das bewiesen. Waren in „Wer früher stirbt…“ die Angst eines Kindes vor dem Tod, eine Liebesgeschichte, Laientheater und absurd sprühender Witz aufs glücklichste miteinander verbunden, will die Mischung in „Schwere Jungs“ nicht gelingen.

    Das liegt daran, dass der Film allzu sehr der Oberfläche verhaftet bleibt und dem Klischee und den Topoi seiner Vorbilder – und dass das Drehbuch alles andere als inspiriert wirkt. Da wird für jede Figur eine Nebenhandlung angedichtet, die sich bei den Komödien der 50er ebenso bedienen wie beim Bauerntheaterschwank – da ist die grantige Ehefrau, die Feindschaft zwischen dem Armen und dem Reichen, ein Bruderzwist, der in einem Wettessen mit anschließenden Problemen beim Scheißen gipfelt, eine Verwechslungsposse zwischen einem wohlsituierten norwegischen Ehepaar und Rotlichmilieu-Gangstern, und der Sportfunktionär, gewohnt grimassierend von Bastian Pastewka dargestellt, hält die deutschen Viererbobmannschaften für schwul, hihi. Das ist punktuell komisch – im Ganzen aber doch vor allem eine Anbiederung ans Bully- und Sieben Zwerge-Publikum, die gleichzeitig stets den Anspruch aufrechterhält, eine „wahre Geschichte“ zu erzählen.

    Tatsächlich waren bei Olympia 1952 die deutschen Viererbobs die überraschenden Goldmedaillengewinner. Rosenmüller verwurzelt dieses deutsche identitätsstiftende Ereignis, wie das Wunder von Bern Teil des bundesrepublikanischen Gründungsmythos, in einer privaten Geschichte von Feindschaft und Rivalität. So wie der Kleinkrieg zwischen dem Gamser und dem Dorfler sich im olympischen Erfolg auflöst, so lösten sich die Verspannungen der Deutschen nach dem Dritten Reich in Oslo 52 und Bern 54 – sportliche Erfolge als Kompensation tief empfundener Schuld und Scham. Doch diese volkspsychologische Geschichtsklitterung ist dem Film nicht bewusst, er blendet die „dunklen Jahre“ vor 1945 schlichtweg aus und schwelgt ganz unbedarft im Erfolg. Und er schwärmt naiv von den guten alten Zeiten in den 50ern, als der Sport – so wird suggeriert – noch sauber war, sauberer als das Gewissen der meisten Deutschen, als jeder mitmachen und gewinnen konnte, als sportliche Großereignisse noch gänzlich unschuldig, uneingeschränkt gemeinschaftsstiftend, noch nicht von Bestechungs- und Dopingskandalen oder von Sponsorenoverkill überschattet waren.

    Fazit: „Cool Runnings“ trifft „Das Wunder von Bern“, dazu ein bisschen Volksschwank.
  • MTVs Comedy-Enfant-Terrible Tom Green, der bereits in “Road Trip” und “Freddy Got Fingered” einen eigenwilligen Charme auf der Leinwand versprühte, der nicht jedermanns Sache ist, stellt nun das Leben von Jason Lee (“Vanilla Sky”, “Almost Famous”) auf den Kopf. Selbst die Unterstützung, die Green dabei von Drehbuchautor Peter Tolan und respektwürdigen Leinwandveteranen wie Dennis Farina, Richard Jenkins und Seymour Cassel erhält, sowie der Name einer Eliteuniversität im Originaltitel sollten jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich bei dieser Produktion aus dem Hause Revolution wohl doch eher um 82 gestohlene Minuten handelt.

    Viel zu viel der knapp bemessenen Zeit verwendet Regisseur Bruce McCulloch zunächst darauf, Jason Lee alias John Plummer als unbedarften Verkäufer von Produkten für medizinischen Heimbedarf in der Firma seines eifersüchtigen Schwiegervaters in spe (Dennis Farina) vorzustellen, um ihn dann mit zwei guten und zwei schlechten Nachricht aus den höchst anständig geordnet Bahnen zu werfen: Die 30.000 Dollar, die John erlauben sollen, seine Dauerverlobte Elaine (Leslie Mann) zu ehelichen und eine Anzahlung auf ihr gemeinsames Traumhaus zu leisten, sind endlich zusammengespart! Und Johns Nichte Noreen (Tammy Blanchard) wurde tatsächlich an der Harvard Universität angenommen! Der Haken: Die mit ihrer Mutter Patty (Megan Mullally) in einem Trailerpark hausende Nichte benötigt zufällig genau 30.000 Dollar, um die Studiengebühren zu begleichen. Und der väterliche Onkel selbst hat einst den feierlichen Schwur geleistet, die Kosten für die Ausbildung zu übernehmen. Dummerweise hat nun Eileen in kürzester Zeit bereits mit Johns gesamten Ersparnissen den Grundstein für die gemeinsame Zukunft erworben, und da der Bräutigam sich nicht in der Lage sieht, seine anderweitigen finanziellen Verpflichtungen zu erklären, bittet er ausgerechnet seinen lange gemiedenen Freund Duff (Tom Green als wahrhaft unberechenbarer Idiot) um Hilfe. Dieser nutzt die Gelegenheit, einen haarsträubenden Plan nach dem anderen in die in jedem Fall illegale Tat umzusetzen – was John leichter hinter schwedische Gardinen als hinter die seines neuen Heims bringt.

    Bei der Inszenierung der abstrusen Versuche, unter anderem Duffs Onkel, eine Tankstelle und einen irren Millionär zu überfallen, lassen die Protagonisten jegliche Cleverness vermissen – und das Buch tut es ihnen nach. Während erstere in Soap Opera genügenden Settings einen gemeingefährlichen Bankräuber stören, im Bett eines Transvestiten und im Visier eines bewaffneten Jugendlichen landen, erscheint zu allem einfallslosen Übel am Ende auch noch Dennis Farina als Drag Queen auf der Bildfläche, während Green in jedem Moment beim Stehlen von Gags die bessere Figur macht. Man darf nur wünschen, dass die Zahl der hartgesottenen Fans von Greens MTV-Comedy-Show, denen dies gefallen könnte, Revolution nicht dazu ermutigt, das bereits mit “Tomcats” und “The New Guy” gesenkte Niveau von Hollywood-Teenie-Komödien noch mit einer weiteren Variante zu unterbieten. cm.

Darsteller und Crew

News und Stories

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