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Eisenstein in Guanajuato (2014) Film merken

Eisenstein in Guanajuato Poster
 

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Filmhandlung und Hintergrund

Eisenstein in Guanajuato: Hommage an den sowjetische Ausnahmeregisseus Sergei Eiseinstein vom britischen Kollegen Peter Greenaway.

1931 reiste der sowjetische Regisseur Sergei Eisenstein (Elmer Bäck) nach Mexiko, um sich seinem neuesten Filmprojekt zuzuwenden, das auf den Namen „Que viva Mèxico!“ hören sollte. Nach einem eher faden Intermezzo in den USA, sollte das vom US-Autor Upton Sinclair mitfinanzierte Projekt die Karriere des Filmemachers wieder in gewohnte Gefilde führen. Immerhin gilt Eisenstein heutzutage als ein Meister seiner Zunft und hatte bereits vor seinem Abstecher nach Mexiko mit „Panzerkreuzer Potemkin“ einen bekannten Klassiker geschaffen.

In Mexiko traf der exzentrische Künstler auf eine Kultur, die seine Persönlichkeit und sein künftiges Schaffen nachhaltig geprägt hat. Denn die mexikanische Kultur, die den Widerspruch des Lebendigen und des Brüchigen in sich vereint, wirkte eine enorme Faszination auf Sergei Eisenstein aus. Das aufregende Fremde ließ ihn seine eigene Herkunft hinterfragen und über die Gegebenheiten in seiner Heimat, der UdSSR und der dortigen Politik unter Josef Stalin nachdenken. Auf seinen Reisen sammelte er Erfahrungen mit dem Tod, erlebte eine Revolution mit und begann seine Arbeitsweise zu ändern.

Ging er in seinen bisherigen Filmen nach einem strikten Plan vor, so entwickelte er sich zunehmend zu einem Regisseur, der philosophische Einflüsse in seinen Werken verarbeitete. Darüber hinaus sorgte seine neue Sicht auf die Dinge, das verstärkte Bewusstsein für seinen eigenen Körper und der Fremdenführer Palomino Cañedo (Luis Alberti) dafür, dass Eisenstein seine Homosexualität entdeckte und erforschte.

Doch während Sergei Eisenstein mit seinen persönlichen Veränderungen beschäftigt war, musste er auch darum kämpfen, dass sein angestrebtes Filmprojekt realisiert werden konnte. Denn sein größter Finanzier, Upton Sinclair, verlor zunehmend das Vertrauen in den Regisseur, den er einst so geachtet hatte, was die Umsetzung von „Que viva Mèxico!“ gefährden sollte.

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Welche Bedeutung hat Eisenstein überhaupt noch für normale Kinogänger? Diese Frage hat sich Peter Greenaway bestimmt gestellt, als er die Reise des russischen Filmemachers nach Mexiko verfilmte. Greenaway interessieren aber weniger die intellektuellen und künstlerischen Aspekte von Eisensteins Produktion von Que Viva Mexico!, den er 1930 inszenierte (wobei der Film unvollendet blieb). Das Augenmerk des Briten liegt darauf, dass der schwule Eisenstein endlich mit 33 seine Jungfräulichkeit verlor. Greenaway, der Maler, der sich zum Filmemacher und Liebling der Avantgarde wandelte, hat seit etwa 25 Jahren keinen wirklich guten Film mehr gemacht. Die Enttäuschung von Eisenstein in Guanajuato überrascht deshalb nicht. Greenaway ist gefangen in dem Missverständnis, "postmodern" bedeutet "wunderlich". Selbst bei Sujets, die Ernsthaftigkeit erfordern, ist Greenaway dazu nicht in der Lage. Sein Film erwähnt zwar die Klassiker Eisensteins, belässt es aber dabei, sie kurz einzublenden. Genauso verhält es sich mit den Auftritten von Diego Rivera und Frida Kahlo. Eisenstein jedenfalls, verzieht sich lieber in sein Hotelzimmer, um zu strippen und einen Dialog mit seinem Penis zu führen. Greenaway ist bekannt dafür, dass Scheisse und Pisse eine Rolle in seinem Kino spielen. Verstörte das früher, wirkt es hier wie eine Marotte des Regisseurs. Die zentrale Frage lautet dagegen: Wie lange wird es dauern bis Eisenstein mit seinem Liebhaber im Bett landet? Ich habe Interviews gesehen, in denen Greenaway mit intellektuellen Aussagen zu eben diesem Film punktet. Eisensteins Lust, bei Greenaway wird sie zu professoralem Unterricht. Zweifellos hatten die starken Farben in Mexiko, das grelle Licht oder der Totenkult des Landes Einfluss auf Eisensteins Filme. Greenaway reduziert all das zu dummen Spässen und ist befangen in Klischees. Wir nehmen nichts mit, kein Verständnis für Mexiko und keine Liebe für die Kultur. Genauso erfahren wir nichts über Eisenstein und Que Viva Mexico! mehr auf cinegeek.de
  • Peter Greenaway (“Die Bettlektüre“) huldigt in der ihm typischen, intellektuell-verqueren Art dem wesensverwandten und geschätzten Filmemacherkollegen. Detailaufnahmen, geteilte Bilder, eine dramatisierende Montage – um die Wandlung seines Helden zu inszenieren, der sich selbst als traurigen Clown bezeichnet, zitiert und variiert der britische Regieexzentriker dessen eigene filmische Mittel. Szene für Szene nähert sich der Film dem Menschen Eisenstein, der von einem unerwarteten Begehren überrascht wird.

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