Der Marsianer - Rettet Mark Watney (2015)

Originaltitel: The Martian
Der Marsianer - Rettet Mark Watney Poster
Userwertung (80)
  1. Ø 4.4
Kritikerwertung (5)
  1. Ø 3.7

Filmhandlung und Hintergrund

Der Marsianer - Rettet Mark Watney: Science-Fiction-Thriller um einen Astronauten, der auf dem Mars ums Überleben und um die Kontaktaufnahme mit der Erde kämpft.

Im Zuge der „Ares 3“-Mission soll unser Nachbarplanet, der Mars, untersucht werden. Die Crew unter der Leitung von Commander Melissa Lewis (Jessica Chastain) muss aber unplanmäßig eine Evakuierung durchführen, als sie auf dem roten Planeten von einem Sandsturm biblischen Ausmaßes überrascht wird. Bei ihrer Rückkehr zur Erde lassen die Astronauten jedoch Mark Watney (Matt Damon) zurück, da sie ihn fälschlicherweise für tot halten. Watney sieht sich nun gleich mit einer Vielzahl von existenziellen Problemen konfrontiert. Zwar hat seine Crew auch ihre Unterkunft zurückgelassen, die Watney als Ausgangspunkt dient, doch seine vorhandenen Mittel sind arg limitiert. Der einzige Einwohner des Mars‘ muss demnach seinen gesamten Einfallsreichtum ausschöpfen, wenn er überleben will. Zusätzlich steht er noch vor der Herausforderung, Kontakt zur Erde aufzunehmen, um nach Hilfe zu rufen. Sein Können als Botaniker ist gefragt, damit er auf dem kargen Boden des unwirtlichen Planeten Pflanzen anbauen kann, die ihm als Nahrung dienen und den dringend benötigten Sauerstoff spenden. Es gelingt Watney Kontakt zur NASA aufzunehmen, deren Leiter Teddy Sanders (Jeff Daniels) eine Unternehmung ausarbeitet, um ihn zu retten und nach Hause zu holen. Parallel dazu plant die restliche Crew der „Ares 3“-Mission eine eigene, äußerst riskante Rettungsaktion. Watney seinerseits muss mehrere Unfälle verkraften, die seine mühsam aufgebaute Existenz bedrohen. Und selbst wenn er all diese Hindernisse überwinden kann, liegt vor ihm noch ein risikoreicher Weg zum Schiaparelli-Krater, wo ihn die „Ares 4“-Mission abholen soll. Aber immerhin hat er für die dreitausend Kilometer vier Jahre Zeit – denn vorher wird voraussichtlich kein anderer Mensch den Mars erreichen können.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Ridley Scotts Film über das Überleben eines Astronauten auf einem trostlosen Planeten ist im Herzen die Geschichte eines Schiffbruchs. Obwohl der Plot nichts Neues bietet, sind die Details und auch der Tonfall so wie ich es vorher noch nicht gesehen habe. Matt Damons Mark Watney ist ein Mann, der all sein Einfallsreichtum und seinen Mut für eine unmögliche Situation bündelt, um sie zu ertragen. Vor allem muss er die ungeheure Einsamkeit aushalten. Es ist nicht so, dass die Twentieth Century Fox einen Film bezahlen würde, in dem der Astronaut am Ende stirbt. Es fragt sich also nicht, was passieren wird, sondern wie es passiert. Glücklicherweise basiert Ridley Scotts Film auf einem intelligenten Drehbuch von Drew Goddard, dass unter anderem untersucht, wie man einen gerissenen Astronauten Helm auf dem Mars repariert oder ohne genug Nahrung überlebt. Die Antworten lauten: Man fixiert den Helm mit Tape und baut mit seiner eigenen Scheisse Kartoffeln an. Obwohl The Martian lang ist, war mir keine Minute langweilig. Vor allem liegt das daran, dass wir mit Matt Damons Mark einen ständig zu Witzen aufgelgten, permanent mit sich selbst redenden Helden vor uns haben, der auch noch sehr begabt ist als Botaniker. Meine Beschreibung mag den Anschein haben, dass The Martian berechenbar ist. Das stimmt, dennoch nimmt es dem Film nichts von seiner Effektivität. Das Faszinierendste dabei: The Martian versucht nicht viel gegen seine Berechenbarkeit zu unternehmen und lässt sich nicht zu Effekthascherei herab. Von allen Weltraum Filmen, in denen Astronauten ähnliches widerfährt, ist The Martian der lustigste und warmherzigste. So erleben wir eine Mischung aus beeindruckenden rotbraunen Panorama Landschaftsbildern vom Mars, Matt Damons putzigem Gesicht und Disco Klassikern der 70er (die einzige Musik, auf die er zurückgreifen kann): Rock The Boat, Hot Stuff oder Waterloo. Ein bisschen wirkt der Film wie eine TV Show ohne Skript: Mark erklärt uns in seinen Selbstgesprächen, was er als nächstes tun wird (meistens gehts dabei um Problemlösungen). Für einen Ridley Scott Film ist das ungewöhnlich, kennen wir den Briten doch eher für düster dramatische Stoffe. Dieser leichte Humor aber steht ihm viel besser! Schön fand ich, wie Amerikaner und Chinesen gemeinsam daran arbeiten, den verlorenen Astronauten zurückzuholen. Die Rettung: Waghalsig und unvermutet, ermöglicht durch zwei irrsinnige Ideen... Am Ende werden Millionen Menschen Zeuge dessen (auch hier ist The Martian wie eine TV Show zugespitzt) - niemand aber bekommt einen Eindruck von seinen Ängsten und seiner Existenz zwischen Leben und Tod. Er wirkt älter, sitzt auf einer Bank. Vor ihm spriesst ein kleiner Steckling aus dem Boden - ähnlich seiner Kartoffeln, die er auf dem Mars angebaut hatte. Das Leben geht weiter.
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  • Faszinierendes Science-Fiction-Survivaldrama nach Bestsellervorlage von Andy Weir, in dem ein Astronaut alleine auf dem Mars zurückgelassen wird.

    Gerade einmal neun Monate sind vergangen seit Ridley Scotts letzter Großproduktion, “Exodus”, der Weihnachten 2014 in die Kinos gekommen war. Hatte das Bibelepos allerdings bisweilen Probleme, seiner ausufernden Handlung wirklich Herr zu werden, ist Scotts Verfilmung des Bestsellers von Andy Weir, der nunmehr dritte Ausflug des 77-jährigen Filmemachers in die unendlichen Weiten des Weltalls, drei Jahre nach “Prometheus – Dunkle Zeichen“, geradezu ein Paradebeispiel für ökonomisches, geradliniges Erzählen. Als eine Mars-Expedition während eines verheerenden Sturms auf dem roten Planeten unvermittelt die Zelte abbrechen und die Monate lange Reise zurück zur Erde antreten muss, bleibt im Chaos ein Astronaut zurück, der von einer umherfliegenden Antenne getroffen wurde und für tot gehalten wird – der Botaniker Mark Watney, gespielt von Matt Damon in einem seiner gewinnendsten Auftritte seit “Good Will Hunting“. Watney hat jedoch überlebt. Während er mit wissenschaftlichem Eifer daran geht, Lösungen für alle Probleme zu finden, die ihn am Überleben für die nächsten vier Jahre hindern könnten – so lange würde es nach seinen Berechnungen dauern, aus eine Rettungsmission zu organisieren und loszuschicken -, kämpft die NASA auf der Erde darum herauszufinden, wie man den Robinson Crusoe auf dem Mars wieder zurückbringen kann, ohne andere Menschenleben zu riskieren.

    Ein Mann allein auf dem Mars. Das erscheint nicht unbedingt das Material für einen packenden zweistündigen Film. Aber so, wie die handelnden Personen auf existenzielle Krisen nicht mit hängenden Köpfen begegnen, sondern stets ganz pragmatisch daran arbeiten, jede neue Hürde auf dem Weg zur Rettung zu beseitigen, findet auch Scott stets ganz nüchtern Lösungen für die vermeintlichen narrative Probleme seines Überlebensdramas: Damon bespricht für die Nachwelt einen Videoblog, der letztlich den narrativen Rahmen liefert: “Fuck you, Mars!” ist das Mantra, dem sich gemeinsam mit Watney der ganze Film verschreibt, den Scott gestaltet hat wie einen jener klassischen Katastrophenfilme der Siebzigerjahre, die “Airport”-Filme zum Beispiel oder “The Poseidon Adventure”, in denen auch All-Star-Besetzungen versammelt wurden, die an verschiedenen Schauplätzen an Rettungsmöglichkeiten arbeiten, nur dass es jetzt nicht George Kennedy, Lloyd Bridges und Leslie Nielsen sind, die ihre Stirn in Falten legen und bangen und letztlich erleichtert jubeln müssen, sondern moderne Heavyweights wie Chiwetel Ejiofor, Kristen Wiig, Jessica Chastain, Michael Pena und Jeff Daniels. Überhaupt ist der Film nie muffig oder altmodisch oder knatternd: Der Look ist sensationell, das 3D immer perfekt und funktional, das Tempo rasend hoch und die Darsteller sind mit so vollem Einsatz bei der Sache, dass man als Zuschauer eigentlich nie ein Problem damit hat, dass über die fast volle Laufzeit weitestgehend ausschließlich wissenschaftliche Diskussionen geführt werden. Im Gegenteil: Es ist erfrischend, dass all der unnötige emotionale Ballast, der vor einem Jahr “Interstellar” so bleischwer und überladen wirken ließ, auf ein Minimum reduziert wird. Stellt sich nur die Frage, wie die Synchro den schönsten Satz Damons übersetzen will, der stellvertretend für den ganzen Film steht: “I’m gonna science the shit out of this.” Viel Spaß dabei, die, äh, Scheiße aus diesem Problem heraus zu wissenschaften. ts.
  • „Der Marsianer“ steh und fällt am Ende mit seiner Hauptfigur. Watneys unzerstörbarer Glaube an die eigene Rettung mag genaugenommen nicht viel mit uns Normalsterblichen zu tun haben, doch Matt Damon gelingt es, den Charakter dennoch glaubhaft, sympathisch und von „nebenan“ zu spielen. Nimmt man dem „Marsianer“ seinen pseudo-wissenschaftlichen Popanz und die übernatürliche Willenskraft der Figur ab, geht man im Idealfall eine emotionale Komplizenschaft mit Watney ein. Man lacht den Widrigkeiten mit ihm gemeinsam ins Gesicht, man empört sich mit ihm gemeinsam gegenüber den Gegenspielern und man ist schließlich auch gewillt, gemeinsam mit ihm unterzugehen. So gesehen, vereint der „Marsianer“ die Stärken naiver Science-Fiktion-Klassiker und einer romantischen Heldenerzählung. Wer gewillt ist, auf dieses Angebot einzuschlagen, der kann mit Ridley Scotts Film eine überfällige Ladung Frischluft in das zuletzt sehr muffig gewordene Genre pumpen.
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  • Ein großer Film über die Größe des menschlichen Geistes.
  • Ein Film, der mich ein wenig an meine Kindheit und die ersten Abenteuerfilme erinnert, die ich im Kino gesehen habe. Und das ist in diesem Fall „Robinson Crusoe“ (1952). Ridley Scott, der Regisseur hat vielleicht hier seine Anleihe genommen, um den Roman von Andy Weir „Der Marsianer“ zu verfilmen.
    Ein gewaltiger Sandsturm fegt über die Marsoberfläche. Die Crew rund um die NASA-Basisstation hält es für ratsam mit der Landefähre das Weite zu suchen. Allerdings schaffen es nicht alle Besatzungsmitglieder rechtzeitig an Bord. Der Botaniker Mark Watney (Matt Damon) wird vom Sturm weggefegt.
    Die vier verbliebenen Crewmitglieder gehen davon aus, dass Watney nicht überlebt hat. Aber er hat es, zwar verletzt, zu überleben. Mit viel Einfallsreichtum und Überlebenswillen findet er eine Möglichkeit der Erde zu signalisieren, dass er noch am Leben ist. Millionen Meilen entfernt auf der Erde arbeiten die NASA und ein Team von Wissenschaftler daran, den Marsianer wieder nach Hause zu holen.
    Auch seine Kollegen, die es bis zur Raumstation ISS geschafft haben, planen ein waghalsiges Manöver. Während die internationale Gemeinschaft zusammenarbeitet, sogar China hilft mit, muss Watney seinerseits alle Kräfte bündeln, um zum Gelingen der Rettungsaktion beizutragen.
    Ein Weltraumabenteuer, das ein bisschen an „Gravity“ (2013) erinnert. Allerdings hat es nicht diese Klasse. Das Ganze bleibt ziemlich unpersönlich und man baut kaum als Besucher eine Beziehung zu dem Verlassenen auf. Das 3D Format bietet zwar schöne Effekte, doch man fragt sich in welcher Wüste wurde das gedreht.
    135 (lange) Minuten und viel Futter für die Augen der Science-Ficton Freaks.
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