Prometheus - Dunkle Zeichen (2012)

Originaltitel: Prometheus
Prometheus - Dunkle Zeichen Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (5)
  1. Ø 4.8
Kritikerwertung (2)
  1. Ø 3.5

Filmhandlung und Hintergrund

Prometheus - Dunkle Zeichen: Vorgeschichte zur kultigen SciFi-Horror-Trilogie "Alien" von Ridley Scott. Mit Michael Fassbender, Charlize Theron und Noomi Rapace.

Als die Crew der Prometheus nach zwei Jahren im Tiefschlaf das Ziel ihrer Reise erreicht, hoffen Shaw und Holloway, die wissenschaftlichen Leiter der Expedition, die Fragen des Menschen nach seinem Ursprung endlich beantworten zu können. Doch so lebensfeindlich wie die Umwelt des Planeten ist auch die Spezies, die sich hier unberechenbar entwickelt und bereits ihren Schöpfern den Tod gebracht hat. Ihr aggressiver Evolutionszyklus bedroht nicht nur das Leben der Crewmitglieder, sondern sogar die ganze Menschheit.

Die Crew der Prometheus folgt den Hinweisen auf Außerirdische zu einer fernen Welt. SF-Schocker im “Alien”-Kosmos, von Ridley Scott als bildgewaltiger Blockbuster-Koloss inszeniert.

Videos und Bilder

Auf DVD & Blu-ray (3)

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Bombastisch inszenierter Größenwahn von Altmeister Ridley Scott – eine technisch perfekte Blockbuster-Maschine, die ihren inhaltlichen Anspruch aber nur halb einlösen kann.
  • Ridley Scotts bildgewaltige Rückkehr zum Science-Fiction-Film baut eine Brücke zu einem Klassiker und öffnet die Türe in ein neues Universum.

    Nach “Alien” und “Der Blade Runner” sind die Erwartungen das größte Hindernis für Scotts Comeback in einem Genre, das er meisterlich mitprägte. Wer sich nur in Vergleichen verliert, das Gefühl eines originären Erlebnisses reproduzieren will, schmälert deshalb die beeindruckende Seherfahrung die “Prometheus – Dunkle Zeichen” sehr wohl ist, auch wenn Perfektion, wie in aller Schöpfung, nicht erreicht wird. Das Drehbuch zeigt die Spuren eines langen Evolutionsprozesses mit großen Ideen, aber auch Kompromissen, die durch das Budget, aber auch durch einen Kultfilm bedingt sind, zu dem man als etablierte Marke verweisen will. Herausgekommen ist ein Hybrid, der “Alien”-DNS in sich trägt, aber mit Bezügen zu “Watchmen” viel größere Fragen über Verantwortung von Schöpfung und Unberechenbarkeit von Evolution aufwirft.

    Ein starker Prolog sät die Saat, zeigt wie der Erde Leben gegeben wurde. Unzählige Generationen später finden die Forscher Shaw (Noomi Rapace aus “Verblendung”) und Holloway (Logan Marshall-Green) Hinweise auf die Herkunft der experimentierfreudigen Spender – auf einen Planeten, der Antworten geben könnte auf die elementarsten Fragen des Menschen zwischen Spiritualität und Wissenschaft. Als Shaw, Holloway und weitere 15 Crewmitglieder nach zweijähriger Reise auf dem Raumschiff Prometheus den Planeten erreichen, entdecken sie Entsetzliches. Statt ihren Schöpfern gegenübertreten zu können, sind sie mit deren Schöpfung, mit mutierenden Lebensformen und einem extrem aggressiven Entwicklungszyklus konfrontiert.

    Hybris spielt eine tragende Rolle in dieser Geschichte, die sich anfangs ruhig und mit einer majestätischen Aura entwickelt, im Soundtrack schon früh auf “Alien” verweist und schließlich als Science-Fiction-Horror-Hybrid gute Schock- und Suspenseszenen generiert. Von menschlicher Intelligenz hält der Film erkennbar nichts, weshalb sich einige Figuren ausgesprochen dumm verhalten, nur Shaw und der von Michael Fassbender perfekt gespielte Android David smart genug sind, um sich den Respekt des Zuschauers zu sichern. Neue Maßstäbe kann Scott mit einem bescheidenen Budget von 130 Millionen Dollar visuell nicht setzen, bleibt auch im Einsatz von 3D fast zu dezent, will nie effekthascherisch, kein William Castle sein. Trotzdem leistet “Prometheus” in Ausstattung und Bildgestaltung Beachtliches, bleibt auch thematisch ein faszinierender Film, der leidenschaftlich diskutiert werden wird, der verblüfft, verstört und, auf dem Weg in neue Franchisewelten, längst nicht alle Geheimnisse verrät. kob.
  • Regisseur Ridley Scott hat sich in beiden seiner stilprägenden Science-Fiction-Filme des prometheischen Motivs schon angenommen. Denn nicht nur hat in der antiken Mythologie der Titan Prometheus den Menschen das Feuer gebracht, das dem Olymp vorbehalten bleiben sollte – er hat die Menschen zuvor, aus Ton, überhaupt erst geformt. Der Akt der Schöpfung ist der Akt der Überschreitung der göttlichen Ordnung – und neben den legendären Replikanten aus „Blade Runner“ war auch Bishop aus „Alien“, zu dem das neue Werk die Vorgeschichte erzählt, ein solches Geschöpf. Ambivalent. Tragisch. Bösartig.

    Die Grenze zum scheinbar natürlichen Menschen war da immer schon fließend. Und so ist es durchaus trefflich, dass Scott auch in „Prometheus“ vom Anfang der Rasse erzählt. Ein größenwahnsinniger Film muss dabei wohl herauskommen, und schon die ersten Einstellungen geben einen Vorgeschmack von dem ganz besonderen Scottschen Zusammenprall des Unendlichen mit dem scheinbar Unbedeutenden, des großen Welten- oder besser: Universumsplans mit dem kleinen Einzelnen. In einer atemberaubenden Fahrt fliegt die Kamera über weite Landschaften, braungrünes Gras, Gipfel, tosende Wasserfälle, vor die sich schließlich eine vergleichsweise mickrige menschenähnliche Figur schiebt.

    Scott gelingt hier nicht nur ein Musterbeispiel für die effektive Staffelung von Bedeutungseben in drei Dimensionen, sondern auch eine seltsame Irritation: Er präsentiert einen Kosmos, der weit entfernt scheint von den metallenen Innenräumen und der Schwärze des Weltalls, die man aus der Serie gewohnt war. Und er zeigt sein Konzept der Überwältigungsästhetik, eines technisch perfekten Bombardements der Sinne, das nicht nur die Menschen auf der Leinwand zu Zwergen machen soll.

    Ohnehin nutzt der Regisseur die Möglichkeiten der neuen Technik so sinnvoll wie vor ihm höchstens noch James Cameron in „Avatar“. Ob ein elektrostatischer Sturm die Besatzung umfängt und umtost oder ob David die riesige Kommandozentrale der „engineers“, der mutmaßlichen Architekten der Menschheit, mit deren beinahe verspielt glitzernd vernetzter Weltraumkarte füllt: Scott schafft hier tatsächlich neue Räume, anstatt nur einzelne Objekte hervorzuheben.

    Der Umgang mit dem philosophischen Subtext des Ganzen ist hingegen manchmal ein wenig arg wagemutig geraten. Nicht immer finden das Abstrakte und das Körperliche richtig schlüssig zusammen, nicht immer lassen sich Mensch und Mythos so ineinander schlingen wie in mancher saftig-blutigen Szene, die deutlich an Motive aus der „Alien“-Reihe erinnert. Viele der großen Fragen, die „Prometheus“ stellt, echoen eher hohl zurück von den turmhohen Höhlenwänden der „engineers“.

    Aber auch das mag durchaus schlüssig sein im Konzept dieses Epos: Die Menschheit ist verlassen von ihren Schöpfern, der Sinn ihrer Entstehung verliert sich irgendwo im Dunst einer lange zurückliegenden Vergangenheit. Eine Deutung, die nahe liegt in einem Film, der die armseligen Menschlein in weiten Landschaften, gigantischen Schiffen und kathedralenhaften Innenräumen wie aufgeregte Ameisen umher tapsen lässt.

    Fazit: Auch wenn in "Prometheus - Dunkle Zeichen" jede Einstellung sich einer Überwältigungsästhetik unterwirft und nicht alle philosophischen Fäden am Ende zusammenfinden wollen, fesselt Ridley Scotts Science-Fiction-Film alleine durch die klug konstruierte und technisch perfekte umgesetzte 3D-Ästhetik.
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