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Zielgruppe futsch: RTL und Co. laufen die Zuschauer davon

Zielgruppe futsch: RTL und Co. laufen die Zuschauer davon
© IMAGO / Revierfoto

Neuausrichtungen, Comebacks, Eventfernsehen: Auch wenn die Wundertüte immer wieder etwas Neues ausspuckt, wendet sich das junge Publikum immer mehr vom klassischen TV ab.

RTL, ProSieben und Co. finanzieren sich durch Werbung. So weit, so bekannt. Doch an wen richten sich die zahlreichen Kaufaufforderungen für urbane Hipstermischgetränke, fair zusammengerührte Brotaufstriche und Handyverträge? An die sogenannte werberelevante Zielgruppe, die bekanntlich aus Menschen besteht, die zwischen 14 und 49 Jahren alt sind. Was aber, wenn die gar nicht vor dem Fernseher Platz nehmen?

Eine Analyse des Medienmagazins DWDL hat sich nun mit dem durchschnittlichen Alter des Publikums der jeweiligen Sender beschäftigt und herausgefunden, dass dies kontinuierlich steigt. An der Spitze thronen wie vermutet ZDF und ARD mit einem Altersschnitt von 65 respektive 64 Jahren, dann folgt schon RTL mit 55 Jahren vor Sat.1 und VOX mit 54 Jahren. Nur bei ProSieben befindet sich das Durchschnittsalter des Publikums mit 44 Jahren innerhalb der umworbenen Zielgruppe.

Grundsätzlich handelt es sich um keine Momentaufnahme, sondern einen beständigen Trend. Naheliegender Grund ist natürlich die vermehrte Nutzung von Streamingdiensten, die besonders bei einem jungen Publikum das klassische lineare TV immer mehr verdrängt. Versuche, junge Menschen mit neuen Programmen in Scharen zurück vor die Bildschirme zu holen, sind im Großen und Ganzen gescheitert. Was uns in Zukunft erwarten könnte, erfahrt ihr nach dem Video der besten Sprüche von RTL-Rückkehrer Dieter Bohlen, der erst vor Kurzem selbst Opfer einer nicht fruchten wollenden Verjüngungskur wurde.

Laufen im TV bald nur noch Sport, Shows und Nachrichten?

Dass die durchschnittliche Sehdauer des jungen Publikums seit mehr als zehn Jahren kontinuierlich sinkt, ist eigentlich Beweis genug, dass es sich nicht lohnt, ein extra für die schwindende Zielgruppe zugeschnittenes Programm zu produzieren, das am Ende sein Ziel verfehlt. Entsprechend muss sich das klassische lineare Fernsehen auf sein verbliebenes Alleinstellungsmerkmal konzentrieren, was natürlich aus Live-Übertragungen besteht. Das wird auch schon praktiziert, etwa durch den Kauf von Rechten an der Übertragung von Fußballspielen, die nach längerer Zeit nicht nur bei den öffentlich-rechtlichen TV-Sendern, sondern auch bei RTL und Sat.1 gezeigt werden.

Ein weiteres Standbein sind natürlich Nachrichtensendungen jeder Art, auch hier ist eine deutliche Zunahme dieser Formate zu beobachten, denken wir nur an die ausgebaute News-Schiene bei RTL sowie die Magazine bei ProSieben, wofür extra bekannte Gesichter aus dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen abgeworben wurden. Mit Spielfilmen sind hingegen immer weniger Blumentöpfe zu gewinnen, weshalb ProSieben bereits angekündigt hat, am Sonntagabend auf die Ausstrahlung von Hollywoodblockbustern zu verzichten. Da sich kein Äquivalent zum „Tatort“ aus dem Ärmel schütteln lässt, dem letzten verbliebenen fiktiven Format, das tatsächlich bei allen Altersgruppen Zuspruch findet, ist davon auszugehen, dass diese Strategie in den nächsten Jahren vertieft wird und Spielfilme sowie Serien immer weiter aus dem Programm von RTL und Co. zurückgedrängt werden. Es ist nicht auszuschließen, dass sie irgendwann in ferner Zukunft gänzlich weichen müssen.

Das Programm von RTL ist Teil des Streamingdiensts RTL+. Die Basis-Version ist gratis. Die Premium-Variante hingegen kostet 4,99 Euro im Monat, bietet dafür ein umfangreicheres Programm. Hier geht es zur kostenlosen Probezeit.

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