Joaquin Phoenix Poster

Joaquin Phoenix als Jesus?

Alexander Jodl  

Es gibt leichte Rollen, schwierige Rollen – und dann noch solche. Auch für den genialen Star Joaquin Phoenix eine Herausforderung ersten Ranges.

Joaquin Phoenix neigt ja dazu, alle anderen verrückt zu machen. Hollywood, Kritiker, Fans – alle. Am Set gilt er als extrem schwierig im Handling. Dann noch seine grotesken Eskapaden im Stil von “I'm Still Here“: 2008 verkündet er, mit dem Filmbusiness endgültig durch zu sein. Rap sei sein neues Ding – weshalb er im Obdachlosen-Look durch Talkshows tingelt und den Eindruck vermittelt, vollends durchgeknallt zu sein. 2010 – also satte zwei Jahre später – löst er das Ganze dann als Verarsche auf. Nur um danach – vom Misserfolg seiner Mockumentary enttäuscht – filmisch wieder für zwei Jahre abzutauchen.

Normalerweise würde man ihn in der Traumfabrik nicht mal mehr für lau in großen Produktionen besetzen. Problem bei der Sache: Wenn er spielt, spielt er fantastisch. Auf der Leinwand ist er eine Macht – was ihm bislang u.a. drei Oscar-Nominierungen einbrachte. Für “Gladiator“, “Walk the Line“, und “The Master“.

Jetzt steht er wohl in Verhandlungen für eine Rolle, die man sich schwieriger und ikonischer kaum vorstellen kann: In “Mary Magdalene” von Regisseur Garth Davis (“Top of the Lake“) soll er Jesus Christus spielen. Rooney Mara (“Carol“) wird in dem Filmdrama seine Begleiterin Maria Magdalena verkörpern. Weitere Details zu dem Projekt sind noch nicht bekannt. Doch eines ist klar: Was immer die beiden Spitzenschauspieler hier auf die Leinwand bringen: Millionen höchst kritischer Augen werden voll Skepsis und in Stein gemeißelten Überzeugungen das Ergebnis bewerten. Wie immer bei historischen – oder schlimmer noch – biblischen Figuren.

© Warner