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Trautmann: David Kross ist Bert Trautmann, der nach dem Zweiten Weltkrieg für Manchester City spielte und als einer der besten Torhüter der Welt in die Geschichte einging.

Handlung und Hintergrund

Im Jahr 1956 steht der Torhüter Bert Trautmann (David Kross) auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Im Finale des FA-Cups spielt Trautmann für Manchester City gegen Birmingham City. Als er sich in der 75. Minute in eine flache Hereingabe wirft, wird Trautmann von Peter Murphy mit dem Knie im Nacken getroffen. Drei Tage später wird eine Röntgendiagnose feststellen, dass Trautmann dabei einen Genickbruch erlitten hat. Fünf weitere Halswirbel waren ausgerenkt. Trotzdem verteidigte er das Tor. Manchester City gewann 3:1.

Nur wenige Jahre zuvor liefen die Fans Sturm, als Trautmann 1949 von Manchester City unter Vertrag genommen wurde. Grund dafür war Trautmanns Vergangenheit. Während des Zweiten Weltkrieges hatte er als Fallschirmspringer gedient. Nachdem Trautmann in der Normandie gefangengenommen worden war, lernt er in der Gefangenschaft Margaret Friar (Freya Mavor) kennen, die Tochter seines zukünftigen Trainers Jack Friar (John Henshaw). Es ist der Beginn einer beispiellosen Fußballerkarriere.

„Trautmann“ — Hintergründe

Die Biografie des Torhüters Bert Trautmann steckt voller Brüche. Mit 17 Jahren meldet sich Trautmann freiwillig zur Wehrmacht. Kurz vor Ende des Krieges gerät er in die britische Gefangenschaft. Dann wird er vom Trainer des Provinzclubs St Helens Town AFC entdeckt. Trotz seines offenkundigen Talents steht die öffentliche Meinung jedoch gegen Trautmann. Seine Verpflichtung für Manchester City im Jahr 1949 provoziert einen Skandal — der ehemalige Feind in den eigenen Reihen? Legendär sind die Worte des damaligen Mannschaftskapitäns Eric Westwood, der Trautmann mit den Worten begrüßt: „Es gibt keinen Krieg in dieser Kabine.“

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Durch das legendäre Spiel von 1956 konnte sich Trautmann schließlich rehabilitieren. Als er seine Karriere im Alter von 41 Jahren beendete, rissen Fans die Tore aus dem Rasen, damit nie wieder ein anderer Keeper zwischen diesen Pfosten steht. Trautmann ging als einer der besten Torhüter der Welt in die Fußballgeschichte ein. Am 19. Juli 2013 starb die Legende in Spanien. Den fertigen Film hat er nicht mehr zu sehen bekommen.

Inszeniert wird das Biopic von Marcus H. Rosenmüller („Wer früher stirbt, ist länger tot“). Für seinen ersten englischsprachigen Film konnte Rosenmüller den deutschen Jungstar David Kross („Simpel“ und „Zeit für Legenden“) in der Hauptrolle gewinnen. Kross hat ein dreimonatiges Torwart-Training absolviert, um sich auf die Rolle vorzubereiten.

Besetzung und Crew

Regisseur
  • Marcus H. Rosenmüller
Produzent
  • Robert Marciniak,
  • Chris Curling,
  • Steve Milne
Darsteller
  • David Kross,
  • Freya Mavor,
  • Harry Melling,
  • John Henshaw,
  • Dave Johns,
  • Gary Lewis,
  • Michael Socha,
  • Chloe Harris,
  • Mikey Collins,
  • Angus Barnett,
  • Barbara Young,
  • Dervla Kirwan
Drehbuch
  • Marcus H. Rosenmüller,
  • Robert Marciniak,
  • Nicholas J. Schofield
Musik
  • Gerd Baumann
Kamera
  • Daniel Gottschalk
Schnitt
  • Alexander Berner
Casting
  • Daniela Tolkien,
  • Daniel Hubbard

Kritikerrezensionen

    1. Bewegendes Biopic von Marcus H. Rosenmüller über die Torwartlegende Bert Trautmann, der als englischer Kriegsgefangener von einem lokalen Fußballtrainer entdeckt wird - und vom Feind zum Helden wurde.

      Als der junge Wehrmachtssoldat Bert Trautmann 1944 in englische Kriegsgefangenschaft gerät, glaubt er nicht daran, dass sein Leben noch viel für ihn bereithält. Doch als er auf dem Gefängnishof während eines Fußballspiels im Tor steht, entdeckt der Trainer einer lokalen Fußballmannschaft sein großes Potenzial. Er holt ihn aus dem Gefangenenlager und nimmt ihn bei sich auf. Für den Rest der Mannschaft und auch seine Familie ist Trautmann jedoch kein neuer Freund. Er ist der Feind, der mit dafür verantwortlich war, dass so viele Menschen sterben mussten. Nur durch seine überragende Leistung im Tor, seinen Arbeitseifer und seine Freundlichkeit kann Trautmann sich nach und nach beweisen - und das Herz von Margaret, der Tochter des Trainers, erobern. Als der Manager von Manchester City Trautmann ein Angebot macht, ist dies der Beginn einer beispiellosen Karriere. Marcus H. Rosenmüller hat sich in TRAUTMANN nicht nur der Torhüterlegende angenommen, die bis heute in England verehrt wird, sondern nähert sich auf respektvolle und sensible Weise auch dem Menschen dahinter. David Kross verkörpert Bert Trautmann mit Wärme und Stärke als bescheidenen Menschen, der jedoch einsteht für das, was er will. Dazu ist Trautmann getrieben von seinen inneren Kriegsdämonen, die ihn zu einer großen Schuld geführt haben, mit der er kaum leben kann. Freya Mavor ist als Margaret sowohl in der Darstellung als auch in der Figur ihrem Spielpartner absolut ebenbürtig. Margaret ist stolz und stark und viel mehr ist als nur die Frau hinter dem Spieler. Sie stärkt Trautmann den Rücken und geht mit ihm durch alle großen und kleinen Krisen des Lebens. Geschickt verarbeiten Rosenmüller und sein Drehbuchautor Nicholas J. Schofield auch durch ihre Figur den Konflikt der unmittelbaren Nachkriegszeit. All die Feindseligkeit und der Argwohn gegenüber dem ehemaligen Feind spiegelt sich in den Menschen wider, denen Trautmann in England begegnet. Neben all diesen Aspekten geht TRAUTMANN auch der trocken augenzwinkernde Humor nie verloren. So transportiert der Film eine zu Herzen gehende Wärme, auch in der wunderschönen Musik von Gerd Baumann, den exakt komponierten Bildern von Daniel Gottschalk und im authentisch ausgestatteten Setting. Im Jahr 1956 wurde Bert Trautmann als einer der ersten Spieler überhaupt zum besten Spieler der englischen Liga ernannt und damit zum Sinnbild einer neuen deutsch-britischen Freundschaft, die auf Vertrauen und Respekt setzte. Eine Botschaft der Versöhnung und Integration, die auch das Biopic TRAUTMANN in jeder Sekunde transportiert.

      Jurybegründung:

      Das Vorhaben, einen Film über Bert Trautmann zu realisieren, birgt gleich mehrere potenzielle Stolperfallen. Nicht nur ist es ein Historienfilm, der aus einer sehr gut dokumentierten Zeit erzählt, sondern auch ein Film, der zwangsläufig Fußballszenen in einem legendären und riesigen Stadion bieten muss - eine filmische Aufgabe, die bisher noch nicht allzu oft zufriedenstellend gelungen ist. Allen voran aber steht die ausgewogene moralische Darstellung einer Figur, an der stellvertretend für die deutschen Täter und in aller Öffentlichkeit kurz nach dem Zweiten Weltkrieg in England die Schuldfrage diskutiert wurde. Nach Meinung der Jury kann der Film in allen drei Punkten voll überzeugen. Insbesondere erliegt der Film nicht eindimensional der heldischen Aura, die Bert Trautmann mit all seinen Legenden umgibt, sondern die Macher finden einen filmisch klugen Weg, die Figur ambivalenter anzulegen. Der Umgang mit persönlicher Schuld, die beispielhaft an einem Vorfall im Krieg erzählt wird, bildet einen Teil der filmischen Persönlichkeit Trautmanns, der als Wehrmachtssoldat verschiedene Tapferkeitsauszeichnungen erhalten hat. Gerade im Verbund mit den Attributen Integration und Versöhnung, mit denen sich Trautmanns Name in erster Linie verbindet, ergibt sich im Film ein spannendes und zeitgemäßes Profil der Hauptfigur.
      Kostüme und Ausstattung funktionieren prächtig und leisten gerade auch in der ersten Hälfte einen starken Beitrag zur Etablierung der authentischen Atmosphäre englischer Provinzörtchen. Die neu inszenierten Fußballszenen vor dem Hintergrund computergenerierter übervoller Stadiontribünen überzeugen sowohl technisch als auch sportlich und werden in der Montage geschickt mit dokumentarischem Material verknüpft. Der liebevoll und intensiv erzählte Film überhitzt auch in emotionalen und konfrontativen Szenen nicht, sondern kann Stimmungswechsel ebenso angemessen in die Atmosphäre integrieren wie die zahlreichen komischen Momente; dazu kommen differenziert gestaltete Nebenfiguren und eine herausragende Instrumentierung und Einsatz der Musik. Alles in allem also ist Marcus H. Rosenmüller sowohl auf inhaltlicher als auch auf gestalterischer Ebene ein durchweg überzeugender Film gelungen.

      Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)
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