Die Bücher von J. R. R. Tolkien sind mittlerweile echte Klassiker und erhielten durch die Verfilmungen von Peter Jackson einen weiteren Popularitätsschub. Das Biopic „Tolkien“ fokussiert die frühen Lebensjahre des Autors und zollt seinem Schaffen Tribut. Doch wie nah bleibt der Film dabei an den wahren Ereignissen?

Nach den überaus erfolgreichen Verfilmungen der „Der Herr der Ringe“-Reihe und „Der Hobbit“ folgt 2019 das Biopic über das Leben des britischen Autors. In der Hauptrolle des erwachsenen Tolkien sehen wir Nicholas Hoult, wie er seine Schul- und Studienzeit verbringt, eine Beziehung zu seiner großen Liebe Edith Bratt (Lily Collins) aufbaut und die Schrecken des Ersten Weltkriegs durchlebt. Letztendlich wird in dieser Lebensphase auch der Grundstein für seine Schriftsteller-Karriere gelegt.

Der Film versucht, möglichst nah an den wahren Begebenheiten zu bleiben. Dennoch gab es ein paar Änderungen, um aus dem Leben Tolkiens ein dramaturgisch ansprechendes Werk zu kreieren. Wir zeigen euch die fünf größten Abweichungen. Achtung, es folgen Spoiler für den Film!

Der T.C.B.S.

Im Film lernt Tolkien nach anfänglicher Rivalität Geoffrey Smith, Christopher Wiseman und Robert Gibson kennen und gründet mit ihnen schon früh den sogenannten „Tea Club, Barrovian Society“. Die Treffen der geisteswissenschaftlich und künstlerisch interessierten Jugendlichen haben tatsächlich in dieser Art stattgefunden, die „Kameradschaft“ gründete sich allerdings erst im Sommer 1911, also erst kurz vor dem Wechsel an die Universität und es gab zeitweise noch weitere Mitglieder. Dennoch pflegten die jungen Männer im Film wie in der Realität eine enge Freundschaft und auch der Umstand, dass sein Freund Smith ihm vor seinem Ableben einen letzten Brief schrieb und Tolkien später dessen Mutter unterstützte, einen Gedichtband mit seinem Vorwort zu veröffentlichen, hat sich tatsächlich so zugetragen.

Tolkien und Edith

Tatsächlich hat Tolkien seine große Liebe und spätere Ehefrau Edith Bratt kennengelernt, als er und sein Bruder nach dem Tod der Mutter bei einer Pensionswirtin untergebracht wurden. Auch der Kontaktverbot bis zu seiner Volljährigkeit hat es wirklich begeben, von da an gestaltete sich die Geschichte jedoch weitaus unspektakulärer als im Film. Am Tag seines 21. Geburtstages schickte er ihr einen Brief und erfuhr im Gegenzug, dass Edith mittlerweile mit einem anderen verlobt war.

Daraufhin reiste er zu ihr und konnte sie davon überzeugen, die Verlobung zu lösen. Nachdem sie der katholischen Kirche beigetreten war, konnte noch vor seinem Kriegseinzug geheiratet werden. Das lang ersehnte Wiedersehen an seinem Abreisetag Richtung Front, wie im Film dargestellt, dient also lediglich dazu, die Dramaturgie zu steigern und hat sich so nicht zugetragen.

Schul- und Studienzeit

Sowohl Tolkiens Schul- als auch Studienzeit gestalteten sich weniger nervenaufreibend als im Film. Bereits in der Schule waren ihm Rektor und andere Lehrkräfte wohlgesonnen und unterstützen sein großes sprachliches Interesse. Zwar ging der erste Versuch, mit einem Stipendium nach Oxford zu kommen, tatsächlich daneben, aber auch seine Exmatrikulation und sein betrunkenes Streunen über den Campus sind ausgedacht. Lediglich ein paar für seine Maßstäbe „schlechte“ Noten und die Tatsache, dass er bereits durch sein Sprachinteresse am entsprechenden Institut aufgefallen war, führten zum Fachwechsel.

Tolkien im Ersten Weltkrieg

Als Fernmelde-Offizier war Tolkien 1916 Teil der Schlacht an der Somme, die heute als eine der blutigsten des gesamten Ersten Weltkriegs zählt. Die Verbindung zum Hobbit Sam ist allerdings nur fingiert, und auch, dass er im Delirium des Fleckfiebers dem Tode nahe war, ist im Film überspitzt dargestellt. Dennoch gab Tolkien zu Protokoll, dass er von den tapferen und heroischen Taten der vielen Offiziersburschen zur fiktiven Figur des Sam inspiriert wurde.

Die ersten Worte von „Der Hobbit“

Am Ende von „Tolkien“ sieht man den Autor am Schreibtisch sitzen und die ersten Worte von „Der Hobbit“ niederschreiben. Die Situation war allerdings im wahren Leben weitaus skurriler: Tolkien korrigierte gerade Arbeiten seiner Studenten, als er auf eine leere Seite stieß. Der Student hatte die Aufgabe ausgelassen und so füllte Tolkien scherzhaft selbst die Seite „In a hole in the ground, there lived a hobbit.“. Dann legte er das Blatt nieder, las die Zeile erneut und begriff. Im Nachhinein scherzte er, er hätte dem Studenten aus Dank am liebsten eine gute Note für sein leeres Blatt Papier gegeben.

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