Stealth - Unter dem Radar

   Kinostart: 15.09.2005
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Filmhandlung und Hintergrund

Hi-Tech-Actionthriller über einen revolutionären Bomberjet, der aus der Kontrolle gerät und den Weltfrieden gefährdet.

Lieutenant Ben Gannon (Josh Lucas), Henry Purcell (Jamie Foxx) und Kara Wade (Jessica Biel) sind die aus zahlreichen Freiwilligen ausgewählten Testpiloten, die das neue, supergeheime Tarnkappenbomberprojekt, den Talon Jet, fliegen dürfen. Pech bloß, dass dessen neues Elektronengehirn seit einem Blitzschlag nicht mehr richtig tickt und auf eigene Faust Weltkrieg drei anzuzetteln gedenkt. Nur das frischgebackene Testertrio kann jetzt die planetare Katastrophe noch verhindern.

Wohin es führt, wenn Maschinen zuviel denken, beschreibt nach „Terminator“ und „Matrix“ nun plastisch Hollywoods Düsenjet-Actionreißer der Saison, in Szene gesetzt unter Zuhilfenahme modernster Spezialeffekte von Hochgeschwindigkeits-Lobbyist Rob Cohen („The Fast and the Furious„).

Ben, Kara und Henry sind die Top-Piloten der Navy, die mit ihren Stealth-Bombern Terror- Zellen im Keim ersticken. Für ihren Kommandeur aber sind sie Auslaufmodelle, die ein unbemannter, Computer-gesteuerter Prototyp ersetzen soll. Als jedoch ein Blitzschlag in die Schaltkreise der Wunderwaffe einschlägt, gerät sie außer Kontrolle und muss von den Piloten selbst ins Visier genommen werden.

Ben, Kara und Henry sind die besten Piloten der US-Navy. Kein Wunder, dass man sie auf einen Flugzeugträger in den Pazifik beordert, wo sie einem ultrageheimen Tarnkappenbomber mit künstlicher Intelligenz ihre Tricks beibringen sollen. EDI, so dessen Spitzname, zeigt sich auch als überaus wissbegierig und eignet sich schnell das Können, aber auch die Macken seiner menschlichen Vorbilder an. Als die Cyber-Maschine plötzlich ihren eigenen Willen entwickelt, droht der Atomkrieg, und die Piloten müssen genau diesen verhindern.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Man darf ein Hochhaus zerbomben, wenn sich darin Top-Terroristen befinden und die benachbarten Slums der Drittweltstadt nicht tangiert werden. Man darf nicht Atomsprengköpfe in den Händen der Bösen beschießen, wenn der radioaktive Fall-Out die Bauern der Umgebung tötet. Man darf als Navy-Pilot mit vielen Frauen überall in der Welt schäkern. Man muss aber auch immer wider auch die Schrecklichkeit des Krieges erwähnen.

      Man darf das Fliegen in einem Überschall-Bomber geil finden. Mann muss aber skeptisch sein, wenn ein vollautomatischer, unbemannter Tarnkappenbomber bei Kriegseinsätzen dabei ist. Man darf jeden erschießen, der einen angreift, und das sind viele: Russen, Nordkoreaner und supergeheime Spezialtechniker aus Alaska. Man darf aber auch gerne als erster schießen, wenn der andere böse ist. Man darf Befehle missachten. Man darf aber Befehlen nicht immer nicht gehorchen. Man kann versuchen, mit künstlicher Intelligenz zu diskutieren. Man muss aber darauf gefasst sein, dass sie klüger ist. Man darf als Filmemacher auf Flugzeugträgern filmen. Man muss aber dann zeigen, wie toll der Krieg gegen den Terror eigentlich ist. Man muss ein bisschen Bedauern ausdrücken über eine radioaktive Wolke in Mittelasien. Man darf die toten Bauern aber dann auch schnell wieder vergessen. Man darf es so richtig krachen lassen. Man muss aber auch eine zarte Liebesgeschichte einbauen, wegen Happy End. Man darf einen selbstdenkenden Computer EDI nennen. Er darf aber nicht HAL heißen, wegen der Urheberrechte. Man darf die guten Ideen von Kubrick nehmen, außer Kontrolle geratene Künstliche Intelligenz mit rotem Auge und ein fehlgeleiteter Angriff auf ein Ziel in Sibirien, der den Atomkrieg bedeuten würde, müssen aber mit physischer Action und nicht mit kritisch-philosophischer Kontemplation übergossen werden. Man darf zeigen, wie ein Supercomputer illegal Musik aus dem Internet runterlädt. Man muss dies aber in dem Moment geschehen lassen, in dem der Computer unberechenbar und böse wird.

      Beschleunigung der Bilder ist der Zweck jeder Szene. Zur besseren Übersicht sollte man aber immer wider Satellitenbilder mit eingezeichneten Landkarten von Asien einblenden. Der Feind ist immer der andere. Übertriebener Ehrgeiz innerhalb der Navy führt lediglich zu bedauerlichen Fehlern, die das System wieder richten kann. Flugzeuge sind schnell. Verfolgungsjagden sind atemberaubend. Explosionen machen Spaß. Der Nukleus der hochspezialisierten Pilotenelite besteht aus einem Mann, einer Frau und einem Schwarzen. Der Neger stirbt immer zuerst.

      Fazit: Patriotische Fliegerabenteuer. Die Action ist nicht schlecht.
    2. Stealth - Unter dem Radar: Hi-Tech-Actionthriller über einen revolutionären Bomberjet, der aus der Kontrolle gerät und den Weltfrieden gefährdet.

      Ein militärischer Traum erfüllt sich. Ein unbemannter, computergesteuerter Tarnkappenbomber stößt mit tödlicher Präzision in globale, sicherheitsrelevante Ziele, hält den Kollateralschaden gering, ohne das Leben eigener Piloten zu riskieren. Diesen Wunschzettel-Fixpunkt hoher internationaler Militärs erfüllt der neue Film von Rob Cohen mit spektakulären Hi-Tech-Effekten und Non-Stop-Action, bis die Menschen fast völlig hinter der Technik verschwinden.

      Fast 20 Jahre nach „Top Gun“ verkauft „Stealth“ seinen Blick in die nahe Zukunft mit warnender Stimme. Auch wenn das nur Bomber-Tarnung sein mag, sind Rekrutierungswellen wie nach dem Cruise-Hit kaum zu befürchten. Amerikas Jugend findet heute in Videospielen Ausweichventile für aggressiv-heroische Impulse und zweifelt wohl auch daran, das im realen Leben Naturschönheiten wie Jessica Biel oder Josh Lucas in der Offizierskantine sitzen. Der Film interessiert sich für seine Wirkung auf andere aber nur insofern, dass er sein Publikum unterhalten will und dafür den technischen Apparat auf Hochtouren fahren lässt. Regisseur Cohen, Experte in Sachen „The Fast and the Furious“, nutzt die Fortschritte im Digitalzauber für eine Hi-Speed-Flugshow, die jeden Lufteinsatz aus allen Perspektiven beobachtet. Die Protagonisten auf organischer Seite sind Ben (Josh Lucas), Kara (Jessica Biel) und Henry (Jamie Foxx), die drei Top-Piloten der Navy, sowie ihr Einsatzleiter (Sam Shepard). Demgegenüber steht ein Maschinenpark von Stealth-Bombern und ein neuer unbemannter Prototyp, der reden, lernen und am Ende auch fühlen kann. Nachdem das Pilotentrio als Eliteeinheit eingeführt wurde, hat zunächst die weiße Paradeuniform in einer Bar einen denkwürdigen Auftritt, schließlich am mondbeleuchteten Nachthimmel auch der neue Hi-Tech-Jet. Die Mensch-Maschine-Annäherung erfolgt im zweigleisigen Lernprozess. Ben misstraut dem Neuzugang (Spitzname EDI), achtet ihn aber am Ende, während EDI von Ben lernt und damit auch seine Fehler repliziert. Als Ben bei einem riskanten Einsatz in Rangoon Befehle missachtet und explosive Eigeninitiative zeigt, wird er zum schlechten Vorbild für den neuen Partner, der beim Folgeauftrag in Pakistan eine Bergfestung unter Beschuss nimmt und dabei auch viele Zivilisten tötet. Hier allerdings sind EDI’s Schaltkreise bereits beschädigt, liegt die Verantwortung bei Sam Shepards Figur, der den Prototypen rücksichtslos zur Serienreife treiben will. Die nun in Gang gesetzte Mensch-Maschine-Konfrontation, bei der das Pilotentrio den Risikofaktor EDI eliminieren will, endet an Nordkoreas Grenze mit einem Opfer, das den Lernprozess vollendet. Ironisch ist, dass „Stealth“ das Menschliche mehr in der Maschine als beim Menschen selbst sucht. Foxx‘ Figur reduziert sich auf einen Luftraum-Casanova, während seine Partner latente Lover sind, die beim Kurzurlaub in Thailand Bademoden ausführen, aber sonst nicht aus sich herausgehen können.

      Dem Film fehlt die Zeit für intensivere Charakterbeobachtungen, aber auch die Antenne für Klischees, Unglaubwürdigkeiten und eine Perspektive jenseits des Tunnelblicks. Der Actionfan allerdings interessiert sich nicht für Parallelfronten. Er will mit kinetischen Reizen versorgt werden und findet hier in verblüffender Luftakrobatik, vor allem in Biels Absturzsequenz über Nordkorea, einige spektakuläre Höhepunkte. kob.

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