Spiel auf Zeit

  1. Ø 4
   1998
Spiel auf Zeit Poster

Filmhandlung und Hintergrund

Spiel auf Zeit: Verschachtelten, visuell bestechender Suspensethriller, in dem die Form über den Inhalt triumphiert.

Der korrupte Cop Rick Santoro sitzt in der ersten Reihe bei einem Boxkampf, als direkt hinter ihm der Verteidigungsminister von einer gezielten Kugel getötet wird und eine Massenpanik ausbricht. Sofort läßt Santoro die Arena absperren, um die potentiellen 14.000 Täter auf engem Raum zusammenzuhalten. Schon bald hat Santoro eine Fährte aufgeschnappt, doch die führt direkt zu seinem besten Freund.

Während des Boxkampfs um das Schwergewichts-Championat ist Detective Rick Santoro für die Sicherheit des US-Verteidigungsministers verantwortlich. Ebenfalls anwesend: Kevin Dunne, der beste Freund Ricks, inzwischen Sicherheitsberater des Ministers. Da fällt der Politiker einem Heckenschützen zum Opfer. Dunne gelingt es zwar, den Mörder zu töten, doch eine Reihe höchst unwahrscheinlicher Zufälle lassen Santoro an der Einzeltäter-Theorie zweifeln. Umgehend läßt er die Arena sperren – 14000 Menschen werden zu Verdächtigen…

Der korrupte Cop Rick Santoro sitzt in der ersten Reihe bei einem Boxkampf, als direkt hinter ihm der Verteidigungsminister von einer gezielten Kugel getötet wird und eine Massenpanik ausbricht. Eine Fährte führt direkt zu seinem besten Freund. Verschachtelter, visuell bestechender Suspensethriller, in dem die Form über den Inhalt triumphiert.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Mit seinem neuesten Actionthriller „Snake Eyes“ über weitreichende Verschwörungen und Korruption wird Regisseur Brian De Palma wieder einmal seinem Ruf als Hollywoods ewiger Filmstudent gerecht. Gleich mit der atemberaubend-adrenalindurchtränkten Openingsequenz – einer ungeschnittenen zwölfminütigen Kamerafahrt, die dem ununterbrochen plappernden Protagonisten Nicolas Cage quer durch die Korridorschluchten, Stufenaufgänge und Rolltreppen einer Casino-Arena in Atlantic City auf dem Weg zu seinem Sitzplatz bei der Schwergewichtsboxmeisterschaft folgt – offenbart sich De Palmas Experimentierfreude und optische Brillanz. Doch schon bald nach dem aufpeitschenden Auftakt macht sich auch sein fast schon sprichwörtlicher Vorzug von Logistik über Logik bemerkbar.

    Oscar-Gewinner Cage („Con Air““) mimt den korrupten Cop Rick Santoro in geradezu manischem Overdrive, gegen den selbst sein Auftritt als Castor Troy in „Im Körper des Feindes“ bescheiden wirkt. Innerhalb kürzester Zeit erfährt man, daß er Frau, Kind und Freundin hat, keine Skrupel verspürt, Bestechungsgelder anzunehmen oder aus einer fragwürdigen Figur mehrere 1000 Dollar herauszuprügeln, sich eine künftige Kandidatur als Bürgermeister vorstellen kann und sich im allgemeinen für jedermanns Kumpel hält. Am Ring trifft er einen Freund aus Schultagen, den Marinekommandanten Kevin Dunne (Gary Sinise), der für die Bewachung des anwesenden Verteidigungsministers zuständig ist. Abgelenkt von einer rothaarigen Sexbombe verläßt er seinen Posten, woraufhin sich eine Blondine (Carla Gugino) in „Dressed To Kill“-Weiß zum Verteidigungsminister setzt. Sekunden später fällt der Champion (Stan Shaw) k.o.-geschlagen um, es fallen Schüsse, der Politiker sackt zusammen, und eine Massenpanik bricht aus. Inzwischen erschießt Dunne den Täter – einen arabischen Terroristen – und Santoro läßt das Stadium in seiner Funktion als Detective der Mordkommision verriegeln, da sich unter den14.000 Anwesenden vermutlich Komplizen befinden.

    Aus den verschiedenen Perspektiven von drei Hauptzeugen – Commander Dunne, der vermeindlich besiegte Boxchamp und die Blondine, die sich als Brünette entpuppt, die getürkten Militärtests eines neuen Luftabwehrsystems auf der Spur ist – werden die Ereignisse, die zum Attentat führten, nach und nach wie ein Puzzle zusammengesetzt. Keiner ist das, was er zunächst zu sein vorgibt, wobei der Haupttäter fast umgehend als der solche zu erkennen ist und der Spannungsbogen merklich darunter leidet. Die oftmals absurd anmutende Plotkonstruktionen um politisch-militärische Verdunkelungsmanöver, einen einflußreichen Immobilien-Tycoon (John Heard) und absurde Motivationen wurden von David Koepp („Jurassic Park“) ausgeheckt, der für De Palma bereits an „Mission Impossible“ und „Carlito’s Way“ geschrieben hatte. Des weiteren wurde ein interner Gewissenskonflikt des Protagonisten eingebaut, der in einer 180-Grad-Wendung zum moralischen Katalysator gerät. Seine Läuterung wirkt trotz Cages schauspielerischer Schwerstarbeit nur bedingt glaubwürdig. Auch die Symbolik (z. B. Blut an Geld, ein tobender Hurricane) ist äußerst direkt und nicht immer voll jener Finesse, wie man sie von einem Filmmeister wie De Palma erwarten darf. Interessant und spannend sind dagegen seine technischen Spielereien – wie z. B. ein voyeuristischer Overhead-Shot, der langsam von einem Hotelzimmer ins nächste gleitet. Ein ganz großer Wurf im Stile von „Mission: Impossible“ sollte dieser modernisierten Variante von De Palmas eigenem „Blow Out – Der Tod löscht alle Spuren“ nicht gelingen, dafür aber – nicht zuletzt dank Nicolas Cages beachtlicher Popularität – ein ansehnlicher Erfolg im gehobenen Mittelfeld. ara.

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