Silly - Frei von Angst (2017)

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Filmhandlung und Hintergrund

Silly - Frei von Angst: Musikdokumentation über die ehemalige Kult-Band der DDR: Silly. Sven Halfar begleitet die Band bei ihrer "Kopf an Kopf"-Tournee mit Anna Loos an der Spitze.

“Und ich tanz, frei von Angst” - in der DDR war die Band Silly um Frontfrau Tamara Danz ebenso kultig wie die Puhdys. Inzwischen hat sich die Gruppe neu formiert. Mehr als 25 Jahre nach der Wende will Silly keine ostdeutsche Band mehr sein. Mit Leadsängerin Anne Loos, die im Jahr 2006 dazugestoßen ist, beschreiten die Rocker neue Wege. Mit neuen Songs und alten Hits im Gepäck ist Silly auf Tour gegangen – und der Filmemacher Sven Halfar hat sie dabei begleitet. Die Dokumentation zeigt Gänsehautauftritte, Proben und wirft einen Blick auf die bewegte Geschichte der Band.

“Silly – Frei von Angst” – Hintergründe

1978 in Ost-Berlin gegründet, ist Silly in der DDR bald eine echte Kultband. Hat man anfangs noch Kompromisse machen müssen, zeigte sich die Gruppe spätestens mit dem Album “Februar” deutlich kritischer. Doch als die Sängerin Tamara Danz im Jahr 1996 an Brustkrebs stirbt, hinterlässt sie eine Lücke, die lange nicht gefüllt werden kann. Mit der Schauspielerin Anne Loos (“Helene Dorn“, “Desaster“) an der Spitze findet Silly nun wieder zu alter Stärke zurück.

Filmemacher Sven Halfar (“Yes I Am“) hat die Band Silly bei ihrer “Kopf an Kopf”-Tour begleitet. Bereits in der Vergangenheit hat sich Halfar mit der Band auseinandergesetzt – im Jahr 2016 erschien die TV-Dokumentation “Silly – Wutfänger”.

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    "SILLY - FREI VON ANGST" ist ein Portrait der Kultband SILLY, die 1978 in Ost-Berlin gegründet wurde. Regisseur Sven Halfar gewährt den Zuschauern lebhaften Einblick hinter die Kulissen, von der intensiven Vorbereitung ihrer Tour "Wutfänger", den aufreibenden Proben und vielen Diskussionen der Bandmitglieder bis hin zum ersten erfolgreichen Konzert und dem stimmungsvollen Abschlusskonzert. Anna Loos, Schauspielerin und Sängerin, ist seit 2006 die charmante Leadsängerin der Band und schreibt viele Songtexte selbst. Viele SILLY-Songs sind poetisch, haben eine zweite - teilweise politische oder gesellschaftskritische Ebene- vielleicht nicht immer genial - wie Anna Loos selbst sagt, aber ihre eigenen Gedanken und Gefühle. Ungeschönt, ehrlich und sehr lässig - wie die Band SILLY selbst. Der Zuschauer erlebt die Bandmitglieder Anna Loos, Ritchie Barton, Uwe Hassbecker, Jäcki Reznicek und Daniel Hassbecker völlig ohne Starallüren, sehr bodenständig zu Hause im Garten, in der gemütlichen Küche, im Studio und unter Stress auf Tour. Er ist ganz nah dran - es wird konzentriert gearbeitet, viel erzählt und sich erinnert, auch mal gestritten und ganz viel gelacht. Eine liebenswerte große Bandfamilie. Die geniale Kreativität und enge Zusammengehörigkeit ist erleb- und spürbar. SILLY- FREI VON ANGST ist mehr als nur eine Dokumentation, es ist ein vielschichtiger, informativer Musikfilm, der von der Entstehung eines Songs, der Entwicklung der Tour, dem teilweise anstrengenden Zusammenleben und aneinander reiben während der Tour, aber auch ein Stück ostdeutschem Schmankerl erzählt. Den Anfängen, als Silly ein ganz eigener Entwurf von Rockmusik in der DDR war, und der langen Entwicklung mit einigen Auf und Abs. Und es gibt schöne und traurige Erinnerungen an diese Zeit. Sven Halfar hat die rockige Musik und die Bilder wunderbar miteinander verwoben - berührend und sehr sympathisch.

    Jurybegründung:

    Mit "In mir drin ist alles rot" aus dem Album "Alles Rot" landete Silly 2010 einen Hit, der mehr war als nur ein Lied. Der Song stammt aus dem ersten Album mit eigenen Texten, das die Band nach dem Tod von Tamara Danz und dem sensationellen Comeback mit Anna Loos auf den Markt brachte. Er spiegelt das Lebensgefühl der Musiker wieder, die sich vom Tod nicht unterkriegen ließen und für ihre Musik brannten. Nebenbei machte er die Kultband aus dem Osten endgültig im gesamten Deutschland zum Begriff.
    Seitdem gehört der Song ebenso wie "Bataillon d' Amour" zum Repertoire von Silly. 2016 stellte die Band ihre Herbsttour unter das Motto ihres neuen Albums "Wutfänger", sie gibt dem Film den Rahmen. Er gibt einen spannenden und informativen Einblick in den kreativen Prozess. Er beobachtet die drei Stammmusiker von Silly, Ritchie Barton, Uwe Hassbecker und Jäcki Reznicek, ihre Frontfrau und Texterin Anna Loos sowie die anderen Musiker zunächst bei den Proben und den Diskussionen über Cover und Plakat. Der Zuschauer ist anschließend beim Auftaktkonzert in Frankfurt/Oder und verschiedenen Stationen bis zum Abschlusskonzert in der Berliner Columbia-Halle hautnah dabei. Das Fieber der Musiker vor dem Auftritt und die Begeisterung der Konzertbesucher springen dabei auf die Kinobesucher über.
    Der Film kommt den Musikern sehr nahe. Kongenial werden in die einzelnen Songs Statements zur wechselvollen Geschichte der Band eingebettet, der Schnitt und die Mischung geben dem optisch attraktiven Film den letzten Schliff.
    Der vielschichtige Film erklärt nur, wo es notwendig ist, er will nicht die gesamte Geschichte der Band in der DDR erzählen. Er konzentriert sich auf die persönliche Verbindung der drei Musiker zu Silly, die in den 1980ern zur Gruppe stießen. Natürlich erinnern sie sich an die letzten Tage mit Tamara Danz, die 1996 im Alter von 43 Jahren an Brustkrebs verstarb. Sie forderte von den Musikern, Silly nicht sterben zu lassen. Es dauerte dann zehn Jahre, bis sie mit Anna Loos einen Neuanfang wagten.
    Tamara Danz wird immer eng mit Silly verbunden sein, doch heute ist Anna Loos das Gesicht der Band. Die vier Musiker haben den Anspruch von Tamara Danz bewahrt, mit rockiger Musik und gesellschaftskritischen Texten zu punkten. Offen und uneitel sprechen sie über ihr künstlerisches Credo, sie reflektieren überlegt die Rolle von Rockmusik in der DDR und heute. Von Ängsten haben sie sich längst frei gemacht.
    SILLY - FREI VON ANGST ist ein künstlerisch exzellenter und informativer Dokumentarfilm, der Maßstäbe im Genre setzt und den internationalen Vergleich nicht scheuen muss.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

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