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Servus, Schwiegersohn!

Filmhandlung und Hintergrund

Culture Clash mal anders: Ausgerechnet ein Mann mit türkischen Wurzeln will um jeden Preis verhindern, dass seine Tochter einen jungen Mann namens Osman heiratet. Vor vier Jahren hat die ARD-Tochter Degeto die Geschichte einer jungen Thailänderin erzählt, die sich gegen die Vorbehalte ihres bayerischen Schwiegervaters durchsetzen muss; die sehenswerte Komödie trug den zwar zutreffenden, aber dennoch abschreckenden...

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Kritikerrezensionen

  • Culture Clash mal anders: Ausgerechnet ein Mann mit türkischen Wurzeln will um jeden Preis verhindern, dass seine Tochter einen jungen Mann namens Osman heiratet.

    Vor vier Jahren hat die ARD-Tochter Degeto die Geschichte einer jungen Thailänderin erzählt, die sich gegen die Vorbehalte ihres bayerischen Schwiegervaters durchsetzen muss; die sehenswerte Komödie trug den zwar zutreffenden, aber dennoch abschreckenden Titel „Mein Schwiegervater, der Stinkstiefel„. Michael Gwisdek spielte darin einen Rassisten, der nichts unversucht lässt, um die Witwe seines Sohnes so schnell wie möglich wieder loszuwerden. Nun folgt gewissermaßen das Pendant. „Servus, Schwiegersohn!“ ist zwar längst nicht so bissig, aber der Handlungskern weist klare Parallelen auf.

    Im Vergleich zum „Stinkstiefel“-Film liegt der Reiz der Komödie in der veränderten Perspektive, denn diesmal wird die Geschichte aus Sicht des Schwiegervaters erzählt. Erneut geht es um Vorurteile: Als die Tochter von Toni (Adnan Maral), Installateur und angesehener Mitbürger seines oberbayerischen Dorfes, aus dem Türkeiurlaub einen schmucken jungen Mann namens Osman (Aram Arami) mitbringt, ist der Vater entsetzt. Der Informatikstudent ist zwar gebürtiger Berliner, aber das spielt für Toni keine Rolle; ein Türke kommt ihm nicht ins Haus. Tochter Franzi (Lena Meckel) reagiert, wie Filmtöchter das in solchen Fällen immer tun, und kündigt die baldige Hochzeit an. Fortan zieht Toni alle Register, um das Paar auseinanderzubringen, und schreckt selbst vor miesen Aktionen nicht zurück; dabei hat er selbst türkische Wurzeln.

    Während „Culture Clash“-Komödien sonst davon leben, dass Klischees überwunden werden müssen - türkische Eltern wollen stets, dass ihre Kinder ihresgleichen heiraten -, bürstet das Drehbuch (Mike Viebrock, Enno Reese) diese Handlungselemente genüsslich und konsequent gegen den Strich. Adnan Maral, der „Servus, Schwiegersohn“ initiiert und mit seiner Firma Yalla Productions auch produziert hat, verkörpert die Hauptfigur mit sichtlicher Freude: Toni ist geradezu ein Musterbayer und trägt Trachtenjanker, als wäre er damit zur Welt gekommen. Erst gegen Ende wird verraten, warum Osman keinerlei Chancen bei ihm hat; dabei wäre der junge Mann der perfekte Schwiegersohn.

    Der Film hat zwar längst nicht den Biss von „Mein Schwiegervater, der Stinkstiefel“, zumal Michael Gwisdek den alten Antagonisten damals ungleich bösartiger angelegt hat, ist aber eine kurzweilige Komödie, die auch dank der Darsteller viel Spaß macht. Lena Meckel ist bereits als Hauptdarstellerin des Pilcher-Films „Das Vermächtnis unseres Vaters“ (2018, ZDF) positiv aufgefallen und setzt auch hier sehr sympathische Akzente als Tochter, die sich vom Vater ihre Liebe nicht verbieten lassen will. Aram Arami, athletisch und attraktiv, war zuletzt in „Stunden der Entscheidung“ (ZDF) zu sehen; in dem Dokudrama über die Öffnung der Grenzen für die in Ungarn gestrandeten syrischen Flüchtlinge im Herbst 2015 hat er den jungen Mann verkörpert, der zum Anführer des Trecks Richtung Österreich und Deutschland wird.

    „Servus, Schwiegersohn!“ ist der erste Fernsehfilm von Mike Marzuk, allerdings hat er die letzten Jahre vor allem mit der fünfteiligen „Fünf Freunde“-Kinoreihe verbracht; zwischendurch ist ihm mit „Verrückt nach Fixi“ (2016) das Kunststück gelungen, aus einem potenziell schlüpfrigen Filmstoff eine witzige Coming-of-age-Komödie zu machen. Von Originalität kann zumindest hinsichtlich der Bildgestaltung (Diethard Prengel) von „Servus, Schwiegersohn!“ allerdings kaum die Rede sein; der Film sieht aus, wie Freitagsfilme im „Ersten“ nun mal aussehen, inklusive schöner Nebelaufnahmen vom herbstlichen Oberbayern. Ähnlich stereotyp fallen auch einige Figuren aus. Das ändert aber nichts daran, dass die Komödie auch dank der munteren Dialoge, vieler witziger Einfälle und dem Spiel mit Klischees unterhaltsam und sehenswert ist. tpg.
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