Mein Schwiegervater, der Stinkstiefel

  

Filmhandlung und Hintergrund

Culture-Clash-Komödie: Thailand trifft auf Oberbayern.

Bauer Hans ist nach dem Tod seiner Frau zum verbitterten Grantler geworden. Da kommt ihm die junge Thailänderin, die eines Tages vor der Tür steht, gerade recht: Endlich hat er ein Ventil für seinen Verdruss. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass sich die hübsche Lamai als Schwiegertochter entpuppt. Als sein Sohn kurz darauf stirbt, muss sich der Griesgram irgendwie mit der Asiatin arrangieren, denn sie ist die Alleinerbin des Hofs.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Mein Schwiegervater, der Stinkstiefel: Culture-Clash-Komödie: Thailand trifft auf Oberbayern.

    „Scheiß auf Reis“ lautete der Arbeitstitel dieses Films. Das war der ARD vermutlich eine Spur zu ordinär, gibt die Antihaltung der Hauptfigur aber perfekt wieder.

    Titelheld Hans ist nicht nur ein Stinkstiefel, sondern auch ein rassistischer Kotzbrocken, und Michael Gwisdek versucht gar nicht erst, diesem durch und durch verbitterten Witwer sympathische Züge zu verleihen. Prompt zieht der bösartige Alte, der mit seinem Sohn Joe (Stefan Murr) im tiefverschneiten Oberbayern auf einem Bauernhof lebt, ordentlich vom Leder, als eines Tages eine hübsche Asiatin vor der Tür steht: Joe hat Lamai (Mai Duong Kieu) während eines Thailandurlaubs kennen und lieben gelernt. Für Hans gibt es nun kein Halten mehr, aber da sein Sohn den Hof geerbt hat, wird er in den Wohnwagen verbannt. Und dann überschlagen sich die Ereignisse: In der Nacht feiert Joe mit Lamai leidenschaftliches Wiedersehen, am nächsten Morgen liegt er mit einem zufriedenen Lächeln tot in seinem Bett. Umgehend versucht Hans, Lamai loszuwerden, aber das erweist sich als unmöglich: Das Paar hat in Thailand geheiratet, sie ist die Alleinerbin. Der Bauer genießt allerdings lebenslanges Wohnrecht, weshalb sich die beiden notgedrungen zusammenraufen müssen. Als auch noch Lamais Mutter und ihr Sohn auftauchen, fühlt sich Hans endgültig fremd im eigenen Haus; bis es dem Jungen gelingt, der harten Schale des Alten erste Risse zuzufügen.

    Natürlich ist der Handlungskern vom fremdenfeindlichen Grantler, der sein gutes Herz hinter einer besonders rauen Schale verbirgt, nicht neu, und Michael Gwisdek spielt den bösen alten Mann, der sich zum freundlichen Großvater wandeln darf, nicht zum ersten Mal. Die Drehbuchidee stammt ursprünglich von Uli Brée, der seinen Namen aber zurückgezogen hat. An seiner Stelle hat Regisseur Sven Bohse die Geschichte freigiebig mit schwarzem Humor und bösen Dialogen würzt. Fast noch mehr Freude als die Läuterung des alten Bauern macht die Demaskierung der Einheimischen, die Bohse hingebungsvoll als bigott und lüstern entlarvt.

    Dem Fremdenhass von Hans zum Trotz ist der Tonfall des Films dank der Inszenierung vorwiegend heiter, selbst wenn einige Szenen überhaupt nicht komisch sind; etwa, als die Dorfjugendlichen Lamai auflauern, um sie auf offener Straße zu vergewaltigen. Ausgerechnet Hans wird zum Retter in der Not, aber da ist sein Panzer ohnehin schon längst geknackt. Zwei Bilder genügen Bohse, um das Herz des Alten zu erweichen. Beide zeigen Jungs auf einem Schlitten: Der eine ist Lamais Sohn, der andere ist Hans, der einst als Kind mit seiner Mutter aus der DDR geflohen ist und sich nun daran erinnert, dass er sich damals in Bayern genauso fremd gefühlt hat. Auch optisch ist „Mein Schwiegervater, der Stinkstiefel“ ein Genuss: Henner Besuchs Winterbilder sind von betörender Schönheit. Und der Schluss ist formidabel. tpg.

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