Prélude

   Kinostart: 29.08.2019

Prélude: Am Musikkonservatorium muss David feststellen, dass er nur ein Talent von vielen ist. Verzweifelt stürzt er sich in den Kampf um ein Stipendium – und die Liebe.

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Filmhandlung und Hintergrund

Am Musikkonservatorium muss David feststellen, dass er nur ein Talent von vielen ist. Verzweifelt stürzt er sich in den Kampf um ein Stipendium – und die Liebe.

Der 19-jährige David (Louis Hofmann) ist ein talentierter Pianist. Als er ans Musikkonservatorium kommt, muss er allerdings feststellen, dass er mit seiner Begabung nicht allein ist, sondern plötzlich nur einer von vielen.

Anfangs sind die Lehrkräfte förderlich aber auch fordernd und treiben den Lernprozess des jungen Mannes voran. Der nächste Schritt wäre ein Stipendium, das ihn an eine renommierte Musikschule nach New York bringen könnte. Die Konkurrenz ist allerdings groß, allen voran der Österreicher Walter. Doch die beiden Rivalen kämpfen nicht nur um das Stipendium, sondern auch um die Gunst von Gesangsstudentin Marie (Liv Lisa Fries). Kann David dem wachsenden Druck und den Erwartungen an sich selbst standhalten oder wird er daran zerbrechen?

Im Trailer könnt ihr euch einen ersten Eindruck vom Drama „Prélude“ machen:

„Prélude“ – Hintergründe und Besetzung

Nach mehreren Kurzfilmen präsentiert Regisseurin und Drehbuchautorin Sabrina Sarabi ihren ersten Spielfilm. Vor dem Hintergrund eines Musikkonservatoriums inszeniert sie ein eindringliches Drama, in dessen Fokus stellvertretend für eine ganze Generation (oder gar Gesellschaft) ein junger Mann steht, der zwar voll Ehrgeiz ist, aber am enormen Leistungsdruck und zerfressen von Selbstzweifeln zu zerbrechen droht.

Kritiker stellen dabei vor allem die schauspielerische Leistung des Berlinale Shootingstars und „Dark“-Hauptdarstellers Louis Hofmann heraus. Es gelinge ihm, die Zerbrechlichkeit und die Selbstzweifel glaubhaft und nahbar zu vermitteln, auch wenn es trotz des hohen Identifikationsfaktor kaum möglich ist, seinen Charakter tatsächlich zu ergründen. Im Zusammenspiel mit den Tönen des Klaviers vermag der Film mehr zu sagen als mit Dialogen.

In weiteren Rollen sehen wir Liv Lisa Fries, bekannt aus der Serie „Babylon Berlin“ und Johannes Nussbaum („Die Hebamme“), außerdem Saskia Rosendahl („Weissensee“) und Ursina Lardi („Das weiße Band“).

Seine Premiere feiert „Prélude“ im Juni 2019 auf dem Filmfest München, ab 29. August 2019 startet das intensive Drama dann in den deutschen Kinos.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • „Wertvoll”

      PRÉLUDE von Sabrina Sarabi erzählt die Geschichte des Musikstudenten David, der aufgrund von Selbstzweifeln und den hohen Erwartungen am Leistungsdruck der Uni zu zerbrechen droht.

      Zunächst läuft alles gut für David. Sein Studium am Musikkonservatorium beginnt vielversprechend, die Lehrerin ist anspruchsvoll aber auch unterstützend, und die Liebe zu der gewitzten und lebenshungrigen Marie scheint ihn zu beflügeln. Doch all das ist nur Oberfläche. Denn tief in David drin scheint es nur ein Gefühl zu geben: Druck. Ein Druck, der ihn an seinen Fähigkeiten zweifeln lässt. Ein Druck, der ihn dazu bringt, jeden und alles wegzustoßen. Und ein Druck, unter dem ein ungezwungenes Leben nicht mehr möglich erscheint. Wie kann David mit diesem Druck umgehen? Und will er das überhaupt? In ihrem Langfilmdebüt erzählt die Filmemacherin Sabrina Sarabi die Geschichte eines jungen Menschen, der die Anforderungen der Bildungs- und Leistungsgesellschaft nicht erfüllen kann. Konsequent bis zum Schluss bleibt die Erzählung - und auch die Kamera - dicht an David dran. Louis Hofmann verkörpert ihn mit der genau richtigen Mischung aus Sensibilität und Introvertiertheit. Scheinbar unbeteiligt wirken manchmal Gesten, Blicke und Worte. Und doch spürt man, wie es in David brodelt, wie sehr das Leben zu einem Kampf für ihn wird. Alle anderen Figuren, überzeugend verkörpert von Liv Lisa Fries, Johannes Nussbaum, Saskia Rosendahl, Jenny Schilly und Ursina Lardi, scheinen um David zu kreisen und sind zusätzliche Faktoren, die Druck auf ihn ausüben. Gezielt setzt Sarabi die Klaviermusik ein, die allein durch den Klang der angeschlagenen Tasten für Atmosphäre sorgt, mal hart und fast schon mechanisch, mal bedrohlich und mal sinnlich wirkt und dadurch ebenso viel Inneres nach Außen trägt wie auch das komplette exzellente Sound-Design. Die gekonnt reduzierte Ausstattung in den Übungsräumen steht für die Kühle und Distanz, mit der auch David agiert. Passend dazu erzählt Sarabi ruhig und sachlich und lässt so die Emotionen umso stärker wirken. Mit PRÉLUDE ist Sabrina Sarabi ein überzeugendes Langfilmdebüt gelungen. Ein präziser, konsequenter und intelligenter Film, dessen Geschichte den Betrachter lange nach Verlassen des Kinosaals nicht loslässt.

      Jurybegründung:

      „Prélude“ gehört zu den Filmen, die mit Beginn des Abspanns in den Köpfen und Herzen der Zuschauer weiterlaufen, die also jenseits der Leinwand ein Eigenleben führen, weil sie mit besonderer Konsequenz und Leidenschaft erzählt werden. Im Zentrum steht dabei die Hauptfigur David. Die Erzählperspektive hält sich durchgehend ganz dicht an ihm, und trotz dieser emotional so verschlossenen Figur, trotz des Destruktiven seines Charakters, trotz der enormen Kälte, die ihn im Konservatorium umgibt, und trotz der teils bewusst spröden Ausstrahlung funktioniert die Identifikation mit ihm sofort. Louis Hofmann brilliert in diesem großartigen Kieslowski-Setup und macht die Selbstzweifel, den Ehrgeiz sowie den Druck, den David konstant fühlt, nachvollziehbar und spürbar. Die Zuschauer sind ihm sehr nahe - und doch können sie ihn kaum ergründen. Diese Gratwanderung in der Figurenzeichnung gelingt den kreativen Kräften des Films im Zusammenspiel ausgezeichnet - eine Voraussetzung, die für den so konsequenten und gleichsam unfassbaren Ausgang des Films unerlässlich ist. Das Milieu des Musikkonservatoriums, das nebenbei erzählt wird, mit seinem Wettbewerb und der zur Methode gereiften Selbstgefälligkeit der Lehrenden wirkt äußerst glaubwürdig und punktgenau geschildert.

      Auf inszenatorischer Ebene überzeugt nachhaltig das Konzept, weniger mit Dialogen als vielmehr mit filmischen Mitteln zu erzählen. So etwa drückt Davids Musik in der Art, wie sie inszeniert ist, alle Emotionen der Figur perfekt aus, und enorm starke Montagesequenzen aus Bildern und Tönen vermögen auf filmischem Wege viel besser, das Innere der Figur nach außen zu kehren, als jede verbal geäußerte Erklärung. „Prélude“ leistet einen starken Beitrag zum Zustand unserer Leistungsgesellschaft, die nicht nur, aber vor allem jungen Menschen mit einem enormen Druck belastet. Dabei zeigt sich „Prélude“ inhaltlich wie formal nicht nur als stimmiger, sondern als geradezu kompromissloser Film, dem die Jury nach intensiver Diskussion das höchste Prädikat mit Überzeugung zuspricht.

      Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

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