Open Range - Weites Land

   Kinostart: 29.01.2004
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Filmhandlung und Hintergrund

Western von Kevin Costner, in dem wurzellose Cowboys in Konflikt mit einem skrupellosen Landbaron und seiner ruchlosen Bande geraten.

In den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts weiden die landlosen Cowboys Boss Spearman (Robert Duvall) und Charley Waite (Kevin Costner) ihre stattliche Rinder- und Pferdeherde mit Hilfe des Vormanns Mose und des sechszehnjährigen Button auf den letzten verbliebenen Flächen freien Landes. Dieses Treiben ist dem reichen Rancher Denton Baxter (Michael Gambon) ein Dorn im Auge. Mit Hilfe korrupter Polizeieinheiten und wirtschaftlichem Druck versucht der Dorftyrann den wilden Ranchern beizukommen. Als Baxters Männer Mose und Button übel mitspielen, gehen Spearman und Waite zum Gegenangriff über.

Die große amerikanische Pferdeoper lässt Kevin Costner nicht los. Auch in seiner dritten Regiearbeit nach Oscar-Abräumer „Der mit dem Wolf tanzt“ und dem schon weniger gefeierten Endzeitwestern „Postman“ singt der Superstar das Hohelied auf den ungebändigten Pioniergeist.

Boss Spearmint, Charlie Waite, Mose und der 16-jährige Button ziehen vogelfrei mit ihren Kühen von einer Weide zur nächsten und sind als so genannte „freegrazer“ manchem Landbesitzer ein Dorn im Auge. Es kommt zum Eklat, als ein Rancher Button schwer verletzt und Boss und Charlie beschließen, das Recht in die eigenen Hand zu nehmen - und sich zu rächen.

Charley Waite träumt den uramerikanischen Traum von grenzenloser Freiheit. Mit Boss Spearman, Mose und dem Nachwuchs-Pferdejungen Button zieht er mit Rinderherden von Weide zu Weide, kampiert unter freiem Himmel und ist eins mit sich selbst. Aber dann gerät das Quartett mit dem Großrancher Baxter aneinander. Der mag keine Cowboys, spannt Stacheldrahtzäune und hat die Hand schnell am Revolver. Bürgerkriegsveteran Charley und Boss Spearman sehen sich gezwungen, ihre Colts noch einmal umzuschnallen.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Open Range - Weites Land: Western von Kevin Costner, in dem wurzellose Cowboys in Konflikt mit einem skrupellosen Landbaron und seiner ruchlosen Bande geraten.

    Bei seiner dritten Regiearbeit - nach dem Oscar-Abräumer „Der mit dem Wolf tanzt“ und dem postapokalyptischen Western „The Postman“ - widmet sich Kevin Costner einmal mehr dem Leben, Lieben und Sterben im Wilden Westen. Dabei tritt er zudem als Produzent auf und spielt neben dem gewohnt exzellenten Veteranen Robert Duvall die Hauptrolle. Als wurzellose Cowboys reiten sie mit ihrer Viehherde über das weitläufige offene Land und geraten unterwegs mit einem skrupellosen Landbaron und seiner ruchlosen Bande in Konflikt. Dabei werden mit metaphernreichen Bildern klassische Genrethemen von individueller Freiheit, tyrannischer Ungerechtigkeit und couragiertem Kampf für noble Werte aufgegriffen. Ein solider Erfolg dürfte damit für Costner vorprogrammiert sein.

    Die Story vom Drehbuchnovizen Craig Storper, die er vom gleichnamigen Roman Lauran Paines adaptierte, ruft bekannte Motive aus Westernklassikern wie „Red River“, „Zwölf Uhr mittags“, „Zwei rechnen ab“ und „Erbarmungslos“ (dessen ausführende Produzent hier ebenfalls tätig ist) ab. Costner trachtete bei seiner Inszenierung erklärtermaßen mehr nach Substanz als nach Stilisierung. Dabei zeigt er keine Eile und nimmt sich so gelassen Zeit, seine Figuren mit einiger Detailfreude zu skizzieren. Schweifende Panorama-Aufnahmen pittoresker Graslandschaften bilden den stimmigen Einstieg in das im Ton ernsthaft-ehrliche Epos. Vier Männer, Boss Spearmint (Duvall), Charlie Waite (Costner), Mose (Abraham Benrubi) und der 16-jährige Button (Diego Luna aus „Y Tu Mama Tambien“), leben vogelfrei unter freiem Himmel und ziehen mit ihren Kühen von einer Weide zur nächsten. Als sogenannte „freegrazer“ sind sie jedoch so manchem Landbesitzer ein Dorn im Auge. In dem Städtchen Harmonville kommt es zum Eklat, als der Rancher Denton Baxter (Michael Gambon) und seine Männer Moses und Charlies niedlichen Hund (mehrere Großaufnahmen zuvor ließen bereits übles ahnen) erschießen und Button schwer verletzen. Boss und Charlie bringen den Jungen zum örtlichen Arzt, dem seine Schwester Sue (Annette Bening) assistiert. Sie ist eine alte, aber zweifellos attraktive Jungfer, in die sich Charlie verguckt. Dieser romantische Aspekt nimmt viel Zeit in Anspruch, da Charlie sie zunächst für die Frau des Docs hält. Altmodischer Tradition - die hier durchaus ihren Reiz hat - entsprechend, passiert auch nicht mehr als ein Kuss zwischen ihnen und der auch erst gegen Ende des Films. Doch bevor es soweit ist, beschließen Boss und Charlie, das Recht in die eigenen Hand zu nehmen und sich zu rächen. Auf der Hauptstraße kommt es schließlich zum erbitterten Shootout, bei dem sich nach und nach die unterdrückten Bürger auf ihre Seite stellen. Dieser actionreiche Höhepunkt wurde von Costner mit sicherer und routinierter Hand in Szene gesetzt. Anschließend wird das Happy End unnötig hinausgezögert, und es sind Längen wie diese, die die Laufzeit auf 138 Minuten anschwellen lässt.

    Viel anschwellende Emotion vermittelt auch der melancholische Orchesterscore von Michael Kamen, ohne allerdings zu aufdringlich zu wirken. Die Darstellungen - allen voran Duvall als knorrig-weiser alter Mann und Bening als unkonventioneller Love Interest - sind durch die Bank ausgezeichnet. Auch Costner macht eine gute Figur als gebrochener Antiheld - seine Hintergrundgeschichte weist ihn während der Bürgerkriegstage als Killer und „nicht besser als Baxters Männer“ aus. Insgesamt zwar kaum mit Klassikern von großem Kaliber zu vergleichen, ist „Open Range“ dennoch ein erfreulich ambitionierter Versuch, dem Western alter Schule Hommage zu zollen. ara.

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