Marie Curie (2016)

Marie Curie: Drama über die zweifache Nobelpreisträgerin, die sich in einer von Männern dominierten Welt ihren Weg bahnt.
Kinostart: 01.12.2016
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Filmhandlung und Hintergrund

Marie Curie: Drama über die zweifache Nobelpreisträgerin, die sich in einer von Männern dominierten Welt ihren Weg bahnt.

1903 ist ein bedeutendes Jahr für Frauen in der Wissenschaft. Marie Curie (Karolina Gruszka) erhält zusammen mit ihrem Ehemann Pierre (Charles Berling) als erste Frau überhaupt einen Nobelpreis in der Physik. Nur drei Jahre später wird ihr gemeinsames privates und professionelles Glück zerstört, als Pierre unter die Räder eines Lastfuhrwerkes kommt und kurz darauf stirbt. Nun muss sich Marie als alleinerziehende Mutter von zwei Kindern in einer von Männern dominierten Welt durchschlagen. Die leidenschaftliche Forscherin lässt sich jedoch nicht unterkriegen und wird kurze Zeit später zur aller ersten Frau ernannt, die an der renommierten Universität Sorbonne unterrichten darf. Kurz darauf lässt sich Marie mit Pierres ehemaligen Schüler Paul Langevin (Arieh Worthalter), der inzwischen als Professor lehrt, auf eine leidenschaftliche Affäre ein. Da der fünf Jahre jüngere Mann bereits verheiratet ist, wird die Liebesgeschichte zum öffentlichen Skandal und Curie als lasterhafte Ehebrecherin abgestempelt. Die Schlagzeilen kommen zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt, denn Marie Curie wird für ihren zweiten Nobelpreis – diesmal in Chemie  – nominiert. Gleichzeitig kursieren ihre privaten Liebesbriefe, die von der rachsüchtigen Ehefrau veröffentlicht wurden, in der Öffentlichkeit. Curie muss lernen, dass in der konservativen Gesellschaft die Vernunft nicht immer triumphiert.

Marie Curie – Hintergründe

Bei dem romantischen Biopic handelt es sich um eine Co-Produktion aus Frankreich, Deutschland und Polen. Dementsprechend ist auch der Cast gemischt. Hauptdarstellerin Karolina Gruszka kommt aus Polen und Charles Berling aus Frankreich. Inszeniert wurde der Film von der französischen Regisseurin Marie Noelle, die bereits mit “Ludwig II” und “Die Frau des Anarchisten” historische Stoffe gekonnt inszenierte. Marie Curie wurden von der Deutsche Film- und Medienbewertung mit dem Prädikat „Wertvoll“ ausgezeichnet.

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Kritiken und Bewertungen

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    1903 wird Marie Curie als erster Frau, zusammen mit ihrem Ehemann Pierre, der Nobelpreis für Physik verliehen. Doch lange soll das Glück der zweifachen Mutter nicht anhalten. Kurz darauf kommt Pierre bei einem Unfall ums Leben. Trotz diesem tragischen Schicksalsschlag setzt sie ihre Arbeit fort und versucht sich in der von Männern dominierten Arbeitswelt durchzusetzen. Auch wenn sie eine neue Liebe in ihrem verheirateten Arbeitskollegen Paul Langevin findet, werden ihr weitere Stolpersteine in den Weg gelegt. Denn Langevins Ehefrau erfährt von der Affäre und schaltet die Pariser Presse ein, deren Berichterstattung Curies beruflichem und privatem Leben schadet. Regisseurin Marie Noelle wirft mit MARIE CURIE einen sehr intimen Blick auf das beeindruckende Leben der Wissenschaftlerin und wählt den Zeitraum zwischen der Verleihung des ersten und des zweiten Nobelpreises im Jahr 1911. In einzelnen Schlüsselmomenten schafft es Noelle gekonnt, eine starke und zielstrebige Frau zwischen harter, diskriminierender Arbeitswelt und leidenschaftlichem Liebesleben zu porträtieren. Gleichzeitig wird sie auch als liebevolle Mutter dargestellt, die sich um die Erziehung ihrer Kinder sorgt und als verantwortungsvolle Wissenschaftlerin, die immer wieder betont, wie wichtig es ist, dass der Missbrauch ihrer Arbeit mit allen Mitteln verhindert werden soll. Zu verdanken ist die Komplexität der Figur auch Karolina Gruszka, die mit ihrem Schauspiel diesen Konflikt hervorragend darstellt. Durch die Diskriminierung, die die Protagonistin von ihren männlichen Kollegen erfährt, vermittelt der Film auch eine feministische Botschaft und verleiht ihm auch heute noch Aktualität. Dank verschiedener ästhetischer Mittel wie Weichzeichner und geringer Schärfentiefe erhält der Film seinen individuellen Stil und die wunderschön in Szene gesetzten Bilder sorgen für eine zusätzliche Faszination. Mit MARIE CURIE ist Marie Noelle ein würdiges Porträt einer der wichtigsten weiblichen Wissenschaftlerinnen gelungen, die die Welt der Physik und Chemie nachhaltig und weitreichend beeinflusst hat. Und wenn man im Abspann sieht, wie Marie Curie durch das zeitgenössische Frankreich spaziert, dann spürt man, dass ein Mensch wie sie nie in Vergessenheit geraten darf.

    Jurybegründung:

    1943, nur neun Jahre nach Marie Curies Tod, kam der erste Film über die bekannte Forscherin in die Kinos, inzwischen gibt es eine ganze Reihe von Kino- und TV-Produktionen über die erste Frau, die mit einem Nobelpreis ausgezeichnet wurde.

    Marie No?lle-Sehrs "MARIE CURIE" begleitet die Wissenschaftlerin über sechs Jahre ihres Lebens. 1903, als Marie und ihr Mann Pierre der Nobelpreis für Physik verliehen wird, scheinen die Curies auf dem Höhepunkt ihrer Karriere angekommen. Aber Pierre kommt nur wenig später bei einem Unfall ums Leben. Marie muss feststellen, dass eine Frau in der Welt der Wissenschaft nichts zu sagen hat. Dennoch forscht sie weiter und besteht mit überzeugenden Leistungen als Frau in einer Männerwelt.

    Immer ist in No?lle-Sehrs Adaption zu spüren, dass Marie Curie mehr als eine Forscherin war, sie war ein menschliches Wesen mit authentischen Gefühlen. Das zeigte sich der Jury nicht nur, wenn sie als alleinerziehende Mutter zu sehen ist, sondern vor allem dann, wenn der Film über die "Langevin-Affäre" berichtet, jenem Kapitel aus Curies Leben, das viele Vorgängerfilme sorgsam ausgespart haben. Der Jury gefiel, dass Marie No?lle-Sehr über den epochalen Skandal berichtet, denn dadurch erschafft die Regisseurin ein genauso authentisches, wie faszinierendes Zeiten- und Sittengemälde.

    In der Diskussion zeigte sich die Jury begeistert von der Dramaturgie und der Ästhetik des Films. Regisseurin Marie No?lle-Sehr setzt auf eine angemessene, beinahe altertümlich wirkende Visualisierung. Mit ruhigen, wohltemperierten Szenen beweist sie ein gutes Gespür für die Zeit um die Jahrhundertwende. Dabei wechseln helle, lichtdurchflutete Außenaufnahmen mit düsteren Szenen aus dem Laboralltag. Und wenn Curie und Langevin sich verabreden, dann wirken die, bisweilen an impressionistische Gemälde erinnernden, Szenen eher wie das Leben der Pariser Künstler-Bohème, als an das von hochkarätigen Wissenschaftlen. - Aber warum auch sollten Forscher nicht als romantische Wesen charakterisiert werden?

    Mindestens genauso erwähnenswert erscheint der Jury der exzellent gewählte Cast. Insbesondere die Leistung der Hauptdarstellerin Karolina Gruszka hat überzeugt. Sie zeigt eine alleinerziehende Mutter und eine entschlossene Forscherin, eine Marie Curie, die genauso besonnen wie verletzlich wirkt, eine Frau, die nicht für den beruflichen Erfolg an sich steht, sondern für Gleichberechtigung mit den männlichen Kollegen.

    "MARIE CURIE" ist ein feinfühliges Porträt über eine frühe Feministin, anspruchsvoll und ehrlich. Großartige Kinounterhaltung, die die Jury mit dem Prädikat besonders wertvoll auszeichnet.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

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