Lichter

  1. Ø 3.7
   2002
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Filmhandlung und Hintergrund

Lichter: Berührender Film um die Suche nach Glück verschiedenartigster Menschen an der Oder.

Menschen und Schicksale am Grenzfluss Oder: Eine Gruppe Ukrainer irrt auf der Suche nach dem Schlupfloch ins vermeintliche Schlaraffenland in die Katastrophe. Ein polnischer Taxifahrer versucht Geld aufzutreiben für das Kommunionskleid seiner Tochter. Ein westdeutscher Investor plant eine Firma im Grenzgebiet. Ein Zigarettenschmuggler findet Hilfe bei einer jugendlichen Ausreißerin. Ein Krämer träumt vom großen Matratzengeschäft. Und immer wieder: Durchreisende auf der Suche nach Arbeit und ein bisschen Wohlstand.

Unter Zuhilfenahme eines ebenso prominenten wie internationalen Darstellerensembles zeichnet Hans-Christian Schmid („23„, „Crazy„) fesselnde Schicksalsepisoden in bestem Altman-Stil.

Für die einen ist sie das Ende der Welt, für die Anderen der Aufbruch in ein neues Leben: die Oder. Hier begegnen sich die verschiedenartigsten Menschen auf der Suche nach Glück, nach Geborgenheit und nach ihrem Platz im Leben.

Eine Handvoll Menschen sucht im deutsch-polnischen Grenzgebiet ihr Glück. Da ist zum Beispiel der polnische Taxifahrer, der Geld für das Kommunionskleid seiner Tochter braucht, und der verzweifelte Ukrainer, der mit seiner Familie durch die Oder waten will, um im Westen einen Neuanfang zu machen. Oder der ruinierte Ladenpächter, der versucht, Matratzen zu verkaufen, und die hübsche Sonja, die als Dolmetscherin arbeitet und eines Tages für einen russischen Flüchtling Sympathie empfindet – zum Verdruss ihres Freundes.

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Kritikerrezensionen

  • Migration – ein Schwerpunkt auf der Berlinale. Neben dem Gold-Briten Michael Winterbottom („In this World“) und dem Slowenen Damjan Kozole („Ersatzteile“) fokussierte sich auch Hans-Christian Schmid auf das aktuelle und politisch brisante Thema. An der deutsch-polnischen Grenze verbinden sich die Schicksale verschiedener Menschen auf der Suche nach einer neuen Heimat und einem Platz im Leben. Zwei Tage voller Hoffnung, Verzweiflung und Desillusion.

    Auf der einen Seite das deutsche Frankfurt, auf der anderen das polnische Slubice. Die Oder trennt nicht nur zwei Länder, sondern ist auch Wohlstandsgrenze. An ihrem Ufer endet nicht selten der Traum vom Glück. Da irren ukrainische Flüchtlinge orientierungslos durch einen Wald. Sie sollen den Lichtern folgen und am ersten Haus der Siedlung klopfen, dort würde ihnen weitergeholfen, lügen ihnen gewissenlose Schlepper vor. Doch der verlorene Haufen befindet sich nicht in Deutschland, sondern noch in Polen. Einer von ihnen ertrinkt in den Fluten, andere werden verhaftet, ein Paar mit Kind schreckt vor der Flussüberquerung zurück, nur der durchsetzungsfähige Kolja schafft es nach einigen Wirrungen bis an den Potsdamer Platz, dahin wo „die größten Hochhäuser Europas stehen“, wie ihm sein Bruder vorschwärmte, einst Schwarzarbeiter auf der Baustelle.

    Hans-Christian Schmid verwebt kunstvoll die einzelnen Episoden zu einem Ganzen aus einem Guss. Da versucht Kolja auf eigene Faust den Goldenen Westen zu erreichen und hat keine Hemmungen, der Dolmetscherin, die ihn über die Grenze schmuggelt, die Kamera zu klauen, hilft eine junge Ausreißerin einem Kleinkriminellen beim Zigarettenschmuggel, glaubt der Pächter eines Matratzen-Ladens gegen jegliche Vernunft an ein lukratives Geschäft, reicht das Geld eines polnischen Taxifahrers noch nicht einmal für das Kommunionkleid der Tochter, kapiert der junge westdeutsche Stararchitekt, dass er seinem skrupelloser Investitions-Chef nur als Büttel dient. Sie alle verpassen die Chance zur Liebe, weil sie blind sind für den anderen, unterdrücken ihre Sehnsucht, weil sie sich nur noch mit dem Überleben beschäftigen müssen.

    Das eingespielte Team Schmid und Koautor Michael Gutman verdichtet in bester Altman-Tradition die Geschichten, von denen jede einzelne ein Schicksal birgt, erzählt mit genauem Blick für Milieu und Mentalität von Verlierern der Ellebogengesellschaft, von denen im Dunkeln, die vom Land der Lichter träumen. Ethische Werte sind fast ganz außer Kraft gesetzt. Es gibt kein Vertrauen, sondern nur noch Misstrauen und Skepsis, Enttäuschung und Scheitern. An diesem Umschlagplatz von Menschen und Gefühlen prallen Welten aufeinander, die Geschlagenen riskieren ihr Leben für eine Chance in Europa, treffen in ihrer diffusen Abwehr oft denjenigen, der sie unterstützt. Überall ist es besser, wo wir nicht sind!

    Regisseur Schmid, bisher mehr Coming-of-Age-Geschichten zugeneigt, beweist eine neue und tiefe Ernsthaftigkeit, die sich hoffentlich auch an der Kinokasse auszahlt. mk.

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