„Bildbuch“ im Kino

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Filmhandlung und Hintergrund

Regielegende Jean-Luc Godard assoziiert einen bildgewaltigen Essayfilm über die Frage, welche Mitschuld Film und Literatur an Krieg, Gewalt und Folter haben?

Verfremdete, zerstörte Bilder, Handyvideos, Nachrichtenbilder, Szenen von Gewalt — in seinem Essayfilm assoziiert und montiert Jean-Luc Godard fiktive und reale Bilder, die sich allesamt mit Krieg und Gewalt beschäftigen. Zum Teil ist das Filmmaterial absichtlich zerstört. Über die aneinandergereihten Bilder von Atomexplosionen, Erschießungen und Folter spricht Godard aus dem Off mit dem Publikum. Welche Mitschuld trägt die Kunst an diesen Verbrechen, indem sie Bilder liefert und allzu leicht mit Motiven wie Folter umgeht?

In fünf Kapiteln ergründet Godard unterschiedliche Aspekte dieser Fragestellung. Wieso können selbst Bilder vom Holocaust nicht verhindern, dass es immer noch zu Völkermorden kommt? Gibt es eine Beziehung zwischen Pasolinis Skandalfilm „Die 120 Tage von Sodom“ und dem US-Foltergefängnis Abu Ghuraib? Godard legt den Fokus vor allem auf dem Nahen Osten und der westlichen Perspektive auf diese Weltregion und imaginiert den fiktiven Staat Dofa, der zugrunde geht, weil er keinerlei Erdölvorkommen hat.

„Bildbuch“ — Hintergründe

Seitdem er mit Klassikern wie „Außer Atem“ den Nouvelle Vague mitbegründet und seinen Platz in der Filmgeschichte ergattert hat, widmet sich Jean-Luc Godard in seinem Spätwerk einer neuen Art von Film. Die als assoziative Bilderflut konzipierten Essayfilme „Film Socialisme“ und „Adieu au Langage“ verzichten auf Handlung im herkömmlichen Sinne und reflektieren stattdessen über Macht und Wirkung der Bilder selbst. Nicht selten verfremdet Godard dafür echtes Filmmaterial, zerstört es sogar und verzerrt den Ton.

Auch „Bildbuch“ (Originaltitel: „Le Livre D’Image“) folgt diesem Muster, bezieht sich aber nicht mehr nur auf das Medium Film, sondern rückt auch Literatur und Kunst in Godards Gedankenkreis. Kann die Kunst wirklich der Aufklärung dienen? Und wenn ja, wie muss diese Kunst aussehen? Das Filmexperiment „Bildbuch“ wurde auf dem Filmfestival von Cannes 2018 im Wettbewerb um die Goldene Palme uraufgeführt und mit der Palme d’or speciale ausgezeichnet.

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