Filmhandlung und Hintergrund

Bewegende Dokumentation über eine der gefährlichsten Gangs Lateinamerikas, die "Mara 18", die Regisseur Christian Poveda mit seinem Leben bezahlte.

In den Armenvierteln der Hauptstadt El Salvadors regieren die Gangs. Die Mara Salvatrucha und die Mara 18 gelten mit über 100.000 Mitgliedern nicht nur als die größten, sondern auch als die gefährlichsten und brutalsten ganz Mittelamerikas. Eine Parallelgesellschaft, die vorgeblich Schutz bietet und nach eigenen Regeln lebt. Einmal aufgenommen, kann sie praktisch niemand mehr verlassen, ist tödlichen Schießereien mit rivalisierenden Banden ausgeliefert. Die Polizei greift durch, doch gegen das organisierte Verbrechen ist die Justiz machtlos.

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Darsteller und Crew

  • Christian Poveda
    Christian Poveda
  • Carole Solive
    Carole Solive
  • Mercedes Alted
    Mercedes Alted
  • Sebastian Rocca
    Sebastian Rocca

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • La Vida Loca: Bewegende Dokumentation über eine der gefährlichsten Gangs Lateinamerikas, die "Mara 18", die Regisseur Christian Poveda mit seinem Leben bezahlte.

    Die bestürzende Dokumentation über eine der gefährlichsten Gangs Lateinamerikas, die „Mara 18“, bezahlte Regisseur Christian Poveda mit seinem Leben.

    „Dies ist kein Unterhaltungsfilm“ warnt eine Schrifttafel zu Beginn, die über den Tod des Regisseurs informiert, dessen in dreijähriger Arbeit entstandenes Porträt einer verlorenen Generation „City of God“ und „Gomorrha“ zu einem Schreckensgemälde ohne jede Sensationsgier vereint. Der 1955 in Algier geborene Fotoreporter ist dem mittelamerikanischen Land El Salvador seit dem verheerenden Bürgerkrieg in den 80er Jahren verbunden. Damals gründeten Bürgerkriegsflüchtlinge in den Elendsvierteln der hispanischen Barrios in Los Angeles Jugendbanden. Bei ihrer Heimkehr brachten sie die Büchse der Pandora mit - die Gangs in den Armenvierteln der Hauptstadt San Salvador sind ein importiertes Problem. Sie tragen den Krieg in die Städte und weiten ihre Terrorherrschaft bis in benachbarte Länder aus. Die „Mara Salvatrucha“ und die „Mara 18“ stehen sich mit Tausenden „Soldaten“ unversöhnlich gegenüber. Bei letzterer gelang es Poveda, ihr Vertrauen und die Dreherlaubnis zu gewinnen, um von Menschen zu erzählen, die keine Alternative, fast keinen Ausweg kennen.

    Schussverletzungen sind üblich, entweder landet man im Gefängnis oder als Leiche auf der Straße. Davor wollen die Männer, Frauen und Kinder Spaß haben. Neben der ausdrucksstarken Montage, die keinen Kommentar braucht, um nüchtern, direkt und schonungslos aus dem Viertel zu berichten, präsentiert Hip-Hop in Landessprache den Lifestyle, der zwischen Feiern und Trauern schwankt. Schüsse auf der Tonspur künden regelmäßig vom nächsten sinnlosen Mord, geben den Rhythmus von Leben und Sterben im Stadtteil Soyapango vor, einem Zustand in permanenter Trauer mit dem Klagegeschrei der Hinterbliebenen.

    Einer 25-jährigen, wie alle Mitglieder mit den Zeichen der Gang am ganzen Körper tätowiert, steckt ein Projektil im rechten Auge. Zwar gelingt es den Ärzten, es operativ zu entfernen, doch die Frau mit dem Glasauge wird das Ende des Films nicht mehr erleben. Unter solch verheerenden Bedingungen erstaunt es, wie familiär der Alltag aussieht, wenn im Existenzkampf die Bruderschaft der einzige Schutzschild der Einwohner ist, die ihre Träume und Hoffnungen längst begraben haben. Als erklärte Feindbilder der Gesellschaft vertreten die Parias ohne Schul- und Ausbildung eine trotzige Hass-Ideologie: Töte um zu leben, lebe um zu töten. „La Vida Loca“ ist Christian Povedas künstlerisches Vermächtnis, eindringlich, emotional, humanistisch. tk.

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