City of God

  1. Ø 5
   2002

City of God: Triumphales und atemberaubend wahrhaftiges Meisterwerk über das brutale und selbstzerstörerische Jugendbandenwesen in den Favelas von Rio de Janeiro.

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Filmhandlung und Hintergrund

City of God: Triumphales und atemberaubend wahrhaftiges Meisterwerk über das brutale und selbstzerstörerische Jugendbandenwesen in den Favelas von Rio de Janeiro.

Das Armenviertel Cidade de Deus in den Favelas von Rio de Janerio wird von Bandenkriegen beherrscht, Gewalt ist hier an der Tagesordnung. Buscapé (Alexandre Rodrigues) ist in dieser erbarmungslosen, unmenschlichen Umgebung gänzlich fehl am Platz. Der ruhige Junge kommt durch seinen Bruder Marreco (Renato de Souza) in Kontakt mit einer Gang, die durch mehrere, kleinere Überfälle zu Geld gelangen will. Dabei lernt er auch den achtjährigen Zé Pequeòo (Leandro Firmino) kennen, der von allen Löckchen genannt wird und auf den Gewalt eine starke Faszination ausübt. Die Gang löst sich zwar auf, doch zehn Jahre später wird Locke – wie er sich inzwischen nennt – zum Drogendealer. Zusammen mit einem Freund räumt er seine Konkurrenz aus dem Weg und baut sich ein Monopol auf. Nach einem Zwischenfall kommt es in dem leidgeplagten Viertel jedoch zu einem Bandenkrieg, der den bereits bekannten Schrecken in der Stadt Gottes um ein Vielfaches überschreitet. Buscapé arbeitet derweil an seinem Traum, ein berühmter Fotograf zu werden. Durch seine Kontakte zu den tödlichen Ecken von Rio gelingen ihm einzigartige Aufnahmen. Er erhält dadurch die Chance, den begehrten Job bei einer Zeitung zu bekommen. Dafür muss er jedoch erneut sein Leben in Gefahr bringen und sich mitten in den Bandenkrieg begeben.

„City of God“ ist ein Kriminal-Drama aus Brasilien, das auf dem gleichnamigen Buch von Bráulio Mantovani basiert. Nur einer der Darsteller konnte eine langjährige Schauspielerfahrung aufweisen, bei dem Rest handelte es sich um Laien aus Favelas, die zum Teil selbst in der City of God lebten. Der Film war ein internationaler Erfolg und wurde unter anderem für vier Oscars nominiert.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • All die Wunderdinge, die seit der Weltpremiere in Cannes 2002 über Fernando Meirelles‘ mit Hilfe von Katja Lund inszenierten Meisterwerk geschrieben wurden, jeder Superlativ, jede Eloge, jede begeisterte Äußerung, entsprechen der Wahrheit. Die Verfilmung von Paulo Lins‘ 700-seitigem, über mehr als 300 handelnde Personen verfügende und sich über 30 Jahre erstreckende Roman über das Jugendbandenwesen in den Favelas, den Armenvorstädten von Rio de Janeiro hat die Energie und Wahrhaftigkeit von Scorseses „GoodFellas“ und die Respektlosigkeit und Freiheit im Umgang mit Erzählstruktur eines „Pulp Fiction“, ohne auch nur ein Frame wie eine Kopie zu wirken. „City of God“, zum Bersten gefüllt mit wilden erzählerischen Hakenschlägen, furiosen Einfällen und brasilianischem Funk, ist originell, elektrisierend, im wahrsten Sinne atemberaubend und – natürlich – ein Triumph auf ganzer Linie.

    Alles beginnt mit einem einigermaßen zerrupften Huhn. Verfolgt durch die Straßen von ein paar Jugendlichen gerät es schließlich zwischen die Fronten eines Straßenkrieges zwischen Gangs und Polizei. Wie so oft in diesem Film wird die Szenerie angehalten: Um zu erklären, wie es zu dieser prekären Situation kommen konnte, spult Mereilles eben mal zweieinhalb Jahrzehnte zurück, um nach aufregenden und explosiven zweieinhalb Stunden wieder bei diesem Bild anzukommen. Auf dem Weg wird in einem wahren Parforceritt die Geschichte der Gangs in den Slums von Rio de Janeiro absolut erschöpfend erzählt: von den bescheidenen Anfängen in den sechziger Jahren über die auch in der Wahl der Waffen und Drogen zunehmend härter werdenden Siebziger, in denen die Bandenkriege ausufern, bis hin zu den Eighties, in denen das Imperium zu bröckeln und die Selbstzerfleischung einzusetzen beginnt. All das wäre nicht unbedingt neu im Kino, aber gerade wie sich „City of God“ dieser altbekannten „Scarface“-Thematik annimmt, macht ihn so überwältigend: Die Örtlichkeiten sind fremder und wirken gefährlicher, die Protagonisten sind jünger… und ein Leben noch billiger, wenn verwahrloste Jungens, die nicht älter als zehn Jahre alt sein können, nur mit Badehosen bekleidet mit fetten Revolvern hantieren. Gewalt ist allgegenwärtig in der Stadt Gottes, die unschwer als Hölle erkennbar ist. Aber sie ist niemals Selbstzweck, sondern hat immer Konsequenzen, ist immer schockierend und abstoßend, auch wenn sich diejenigen, die die Gewalt ausüben, daran ergötzen mögen.

    Drei Kids stehen im Mittelpunkt dieses verschlungenen Stop-and-Go-Survivaltrips, der den Fuß stets auf dem Gaspedal zu haben scheint, sich aber doch genügend Zeit nimmt, seine Figuren ganz präzise zu zeichnen: Off-Erzähler Rocket, der der Gewalt abschwört und nur mit seiner Kamera schießt; Gangsterchef Benny, der geachtet wird, weil er Konflikte auch ohne den Einsatz von Waffen löst, und sich für ein Leben jenseits der Favelas begeistert; und Bennys Partner Lil‘ Dice, ein lupenreiner Psychopath, der seine Allmachtsgefühle willkürlich auslebt, auch wenn sie für andere den Tod bedeuten. Zu ihnen gesellen sich etwa 100 weitere Figuren, allesamt dargestellt von Laiendarstellern, die großteils selbst aus Elendsvierteln stammen. Meirelles nimmt sich ihrer Geschichten, Schicksale und Anekdoten mit einer Lust am Erzählen und Zeigen an, wie man es nur ganz selten erlebt. Er geht irrwitzige Umwege, hält die Erzählung schon einmal an, wenn eine neue Person einen Raum betritt, um dann sie in den Mittelpunkt einer Rückblende zu stellen, bis man wieder – diesmal aus anderer Perspektive – in besagtem Raum landet und die Situation damit mit ganz anderen Augen erlebt. Jumpcuts, Reißschwenks, Shuttertechnik, Beschleunigung, Verlangsamung – der einstige Werbefilmer bedient sich des gesamten Filmvokabulars der MTV-Generation, aber im Dienste des reinsten, pursten Kinos, das gleichzeitig fasziniert und sofort zur Auseinandersetzung zwingt, weil es hier keine Vorverurteilungen der Figuren gibt. Den Rhythmus gibt dabei ein brodelnder Cocktail aus Samba, Bossa und Funk (z.B. von Größen wie Tim Maia und Copa 7) vor, der ebenso hitzig und emotional ist wie der gesamte Film, der so authentisch wirkt, weil er so brillant inszeniert ist. ts.

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