Filmhandlung und Hintergrund

Erste Verfilmung der Krimi-Reihe von Su Turhan mit Tim Seyfi in der Titelrolle.

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Kommissar Pascha: Erste Verfilmung der Krimi-Reihe von Su Turhan mit Tim Seyfi in der Titelrolle.

    Es ist mehr als beeindruckend, dass ARD und ZDF auch nach Tausenden von TV-Krimis mit immer wieder neuen originellen Hauptfiguren überraschen.

    Natürlich ist Zeki Demirbilek, grandios von Tim Seyfi gespielt, nicht der erste Ermittler mit türkischen Wurzeln, aber so konsequent wie er hat noch niemand die Verwurzelung in zwei Kulturen verkörpert. Er ist gläubiger Moslem und verharrt angesichts eines Toten stets kurz im Gebet, verirrt sich aber nur selten in eine Moschee und ist jederzeit für einen guten Schweinsbraten in seinem Stammbiergarten zu haben. Außerdem kann er problemlos mitten im Satz von deutsch auf türkisch umschalten, was ihn einigen Kollegen der Münchener Mordkommission höchst suspekt macht, allen voran dem dicken Pius (Michael A. Grimm), der seinen alltäglichen Rassismus hinter vermeintlich harmlosen Scherzen verbirgt. Die Strafe folgt auf dem Fuß, als eine Ironie des Schicksals den Urbayern ins Team jenes Mannes befördert, den er bloß „Kommissar Pascha“ nennt. Die Bezeichnung kommt nicht von ungefähr, denn Zeki mag es nicht, wenn man sich seinen Anweisungen widersetzt oder gar Alleingänge unternimmt, wie es seine ebenfalls türkischstämmige neue Mitarbeiterin Jale (Almila Bagriacik) gern tut; ganz im Gegensatz zur eifrigen Kollegin Vierkant (Theresa Hanich).

    „Kommissar Pascha“ zeigt einmal mehr, warum ARD und ZDF gern auf Romanreihen zurückgreifen (die Vorlagen stammen von Su Turhan, auch er ein Münchener Türke). Selbst wenn der erste von zwei Filmen nicht auch noch ein interessanter Krimi wäre: Schon allein das Personal ist sehenswert. Für die Darsteller gilt das nicht minder; neben Seyfi beeindruckt vor allem Almila Bagriacik, die bereits in Züli Aladags Beitrag zu den „NSU“-Filmen („Mitten in Deutschland: Die Opfer“) als Tochter des ersten Opfers und emotionales Zentrum des Dramas ganz hervorragend war. Nur eine Nebenrolle spielt Selen Savas, die aber als Zekis Tochter Özlem attraktive Akzente setzt; sie war unter anderem die eindrucksvolle Titeldarstellerin in dem Drama „Die Freischwimmerin„. Da Zeki und sein Team für Verbrechen von oder an Menschen mit Migrationshintergrund zuständig sind, spielen türkische Elemente natürlich auch in den Fällen eine große Rolle. Zum Auftakt sucht die „Migra“ den Mörder eines jungen Türken. Der Mann war der Gärtner des größten deutschen Döner-Betreibers, der seine schöne Tochter Gül mit dem Sohn eines Konkurrenten verheiraten will (Vedat und Pinar Erincin, auch im wirklichen Leben Vater und Tochter).

    Dass man früh ahnt, worauf die Sache hinausläuft, ist beinahe unerheblich, weil die handlungsreiche Geschichte immer wieder unerwartete Haken schlägt. Die vielen unverbrauchten jungen Gesichter tun dem Film ebenfalls gut. Abgesehen davon ist es Sascha Bigler (Buch und Regie) gelungen, „Kommissar Pascha“ mit einer ganz eigenen Atmosphäre und Handschrift zu versehen. Der Sohn von Christiane Hörbiger hat bereits mit seinem Debüt „Meine Schwester“ sowie einem „Tatort“ aus Österreich („Unvergessen“, beide 2013) bewiesen, welch‘ großes Regietalent in ihm steckt. Nun zeigt er, dass er auch die Krimikomödie beherrscht; und wie. Die Bildgestaltung (Christian Paschmann) und vor allem die stets leicht ironisch klingende beschwingte Blasmusik (Alexander Maschke) sorgen dafür, dass sich der mit dem BR zusammen realisierte Film deutlich von den anderen Donnerstagskrimis der ARD-Tochter Degeto abhebt. TPG.

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