„Intrigo - Samaria“ im Kino

Noch sind keine Kinotickets in diesem Ort verfügbar.

Filmhandlung und Hintergrund

Im zweiten Teil der „Intrigo“-Trilogie basierend auf Kurzgeschichten des Krimi-Autors Håkan Nesser wird das Verschwinden einer jungen Frau untersucht.

Die 19-jährige Vera Kall (Millie Brady) ist eines Tages plötzlich verschwunden. Eine Leiche wird nie gefunden. Ihr Vater Jacob (Jeff Fahey) wird für das Verschwinden seiner Tochter verantwortlich gemacht und inhaftiert, der Fall, der für eine Zeit lang für Aufsehen sorgte, wird wieder vergessen. Dann erhält der in Antwerpen lebenden Werbetexter Henry (Andrew Buchanan) einen Anruf von einer alten Bekannten: Die Filmemacherin Paula Polanski (Phoebe Fox) möchte herausfinden, was mit Vera wirklich passiert ist.

Zusammen mit Paula reist Henry zurück in die Heimat. Paula ist eine alte Schulfreundin von Vera und glaubt nicht an ein plötzliches Verschwinden. Ebenso wenig wie sie daran glaubt, dass Jacob tatsächlich seine Tochter ermordet haben könnte. Was weiß Paula? Hat sie einen Anhaltspunkt, wo die Leiche versteckt sein könnte? Als Paula und Henry die Ermittlungen noch einmal von hinten aufrollen, wird beiden bewusst, dass sie einander wichtige Details verschweigen.

„Intrigo - Samaria“ — Hintergründe

Der schwedische Krimi-Autor Håkan Nesser gilt als einer der wichtigsten literarischen Exporte seiner Heimat. Grund dafür ist, dass es Nesser gelingt, philosophische Fragen leichtfüßig mit spannenden Krimi-Plots zu verweben. Natürlich wurden einige seiner Werke auch schon verfilmt – etwa die Inspektor Barbarotti“-Reihe. Basierend auf der Kurzgeschichte „Die Wildorchidee aus Samaria“, die in Deutschland in dem Erzählband „Aus Doktor Klimkes Perspektive“ veröffentlicht wurde, kommt im Jahr 2019 ein neuer Film in die Kinos.

„Intrigo - Samaria“ ist der Mittelteil einer Trilogie, die von Regisseur Daniel Alfredson inszeniert wird. Den Auftakt der Trilogie markierte „Intrigo: Death of an Author“ mit Benno Fürmann in der Hauptrolle. Der dritte Teil wird auf den Namen „Intrigo: Liebe Agnes“ hören. Sowohl „Samaria“ und „In Liebe Agnes“ erscheinen am 10. Oktober 2019 im Kino. 

Mit Daniel Alfredson hat sich ein versierter Thriller-Regisseur für die Trilogie gefunden. Zuvor hat der Schwede die letzten beiden Teile der „Millennium“-Trilogie — „Verdammnis“ und „Vergebung“ — mit Noomi Rapace in der Hauptrolle ins Kino gebracht.

Bilderstrecke starten(11 Bilder)
Alle Bilder und Videos zu Intrigo - Samaria

Darsteller und Crew

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

0,0
0 Bewertung
5Sterne
 
(0)
4Sterne
 
(0)
3Sterne
 
(0)
2Sterne
 
(0)
1Stern
 
(0)

Wie bewertest du den Film?

Kritikerrezensionen

  • „Wertvoll”

      INTRIGO - SAMARIA nach Håkan Nesser erzählt die Geschichte einer jungen Filmemacherin, die beschließt, 10 Jahre nach der Ermordung ihrer besten Freundin einen Film über sie zu drehen. Um dem Geheimnis rund um ihren Tod endlich auf die Spur zu kommen.

      Vera wurde ermordet. Kurz nach der Abschlussfeier. Von ihrem Vater - so wird vermutet. Denn eine Leiche wurde nie gefunden. 10 Jahre nach der Tat beschließt die junge Filmemacherin Paula, einen Film zu drehen. Sie will Klassenkameraden befragen, sich im Dorf umhören, auch mit dem Vater reden, der Vera als Kind misshandelt hat und seit ihrem Verschwinden im Gefängnis sitzt. Und sie bittet ihren ehemaligen Klassenlehrer Henry, der immer ein vertrauensvolles Verhältnis mit Vera hatte, um Hilfe. Doch Henry zögert. Und reist dann doch zu Paula, um mit ihr gemeinsam nach einer Antwort auf die Frage zu suchen, was wohl damals wirklich auf dem Hof „Samaria“ geschehen ist. Als Vera für immer aus ihrem Leben verschwand. Daniel Alfredson erzählt seine Geschichte, die auf der gleichnamigen Krimi-Erzählung von Håkan Nesser basiert, mit großer Ruhe und einem genauen Blick für die wechselvolle Dynamik zwischen den Figuren. Jede Unterhaltung, jeder Blickwechsel, jede Geste kann ambivalent sein, doppelbödig oder irreführend. So entwickelt die Geschichte einen spannenden Reiz und lädt den Zuschauer ein, sich mit auf die Suche nach der Wahrheit zu begeben. Dass das Puzzle sich nicht gleich lösen lässt, verdankt der Film seiner guten Dramaturgie und den Dialogen, bei denen sich die beiden Protagonisten immer wieder umeinander drehen. Phoebe Fox spielt Paula als emotionale junge Frau, die Gefahr läuft, sich zwischen ihrer filmischen Neugier und persönlicher Besessenheit völlig aufzureiben. Und Andrew Buchan scheint hinter seiner Fassade als netter Mann von nebenan immer eine Tiefgründigkeit zu verbergen, die ein vergangenes Trauma erkennen lässt. Ein spannender Krimi, der ganz ohne Action, dafür aber mit vielen überraschenden Wendungen von Anfang bis Ende fesselt.

      Jurybegründung:

      Die Dokumentarfilmerin Paula will mit Hilfe ihres ehemaligen Lehrers Henry, der mittlerweile in Antwerpen als Werbetexter arbeitet, einen Film über den Mord an einer Klassenkameradin drehen, der zehn Jahre zurückliegt. Sie versuchen gemeinsam, einen möglichen Tathergang zu rekonstruieren, suchen ehemalige Weggefährten auf, darunter auch den für die Tat verurteilten Vater im Gefängnis, der seine Unschuld beteuert. In ausführlichen Rückblenden wird über das Alltags- und Schulleben der (damals jungen) Protagonisten in einer schwedischen Kleinstadt erzählt.

      In Bezug auf das Spiel der Darsteller hat die Jury das Spiel von Phoebe Fox als Paula als erfrischend zupackend und forsch empfunden, während Andrew Buchan als Lehrer Henry eher ein wenig blass bleibt.

      Der Film ist spannend erzählt und führt die Zuschauer lange Zeit auf völlig falsche Fährten. Er spielt mit ihren Erwartungshaltungen einer „who-dunnit“- Krimirezeption und lässt sie dann ins Leere laufen. Das Motiv des ehemaligen Lehrers, an der detektivischen und stressigen Aufklärungsarbeit mitzuwirken, bleibt über lange Strecken unklar. Beziehungsgeflechte zwischen den Protagonisten insinuieren weitere mögliche Tatverdächtige neben dem Vater.

      Die raffinierte Wende des Films enthält dann eine veritable Überraschung. Leider, so die Ansicht der Jury, ist sie dramaturgisch so spät angesetzt, dass das eigentliche Skandalon, das Abgründige der Geschichte, nicht mehr Gegenstand des Films ist. Es entfaltet seine Wirkung erst hinterher im Kopf des Zuschauers.

      Eigentlich eine raffinierte Idee: das Nichterzählte ist spannender als das Erzählte. Die literarische Vorlage zu INTRIGO lieferte Hakan Nesser. Er gilt neben Henning Mankell und Stieg Larsson als einer der wichtigsten Krimiautoren Schwedens. Und auch am Ende seiner Geschichten bleiben oft verschiedene Fragen unaufgeklärt.

      Nach Ansicht der Jury findet die Regie von Daniel Alfredson nicht immer eine überzeugende filmische Form, um den Spannungsbogen zwischen der vermeintlichen Rekonstruktion des Mordes und der unsichtbaren Leerstelle Vera - als der immer wieder auftauchenden Akteurin der Geschichte - anzudeuten. An manchen Stellen wird dazu sehr klassisch erzählt, was verhindert, dass die Enthüllung am Schluss das Gesehene in ein anderes, schwärzeres Licht zu hüllen vermag.

      Aufgrund seiner eindeutigen Genre-Qualitäten hat sich die Jury dazu entschieden, den Film als intelligente und clever gestrickte Krimi-Unterhaltung mit dem Prädikat „wertvoll“ auszuzeichnen.

      Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

    Kommentare