Filmhandlung und Hintergrund

Kent Jones „rekonstruiert“ in seiner Ausnahmedokumentation die Begegnung zweier einander intellektuell wie künstlerisch nahestehenden Filmmonomanen. Eine Master Class in Sachen Kino, besser noch, die Master Class. Truffaut interviewt Hitchcock. 1962 fand das Gespräch statt. Eine Woche lang befragte der französische Regisseur, Autor, Schauspieler und Produzent den britischen Master of Suspense. Das Ergebnis liegt in...

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Kritikerrezensionen

  • Kent Jones „rekonstruiert“ in seiner Ausnahmedokumentation die Begegnung zweier einander intellektuell wie künstlerisch nahestehenden Filmmonomanen.

    Eine Master Class in Sachen Kino, besser noch, die Master Class. Truffaut interviewt Hitchcock. 1962 fand das Gespräch statt. Eine Woche lang befragte der französische Regisseur, Autor, Schauspieler und Produzent den britischen Master of Suspense. Das Ergebnis liegt in Buchform vor: „Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht?“ lautet der deutsche Titel, das gesamte Oeuvre des Regisseurs mit Ausnahme von „Familiengrab“, der erst 1976 realisiert wurde - von „Woman to Woman“ (1922) bis „Frenzy“ (1972) -, wird diskutiert, alle Filme werden bezüglich ihrer Form bzw. ihres Inhalts analysiert. So ist der wegweisende Band in Sachen Filmliteratur entstanden, 1984, vier Jahre nach Hitchcocks Tod, brachte Truffaut eine erweiterte Neuauflage heraus.

    Hunderte von Zigaretten werden im Lauf der Sitzungen geraucht, der Altmeister pafft genüsslich seine Zigarren, als sach- und fachkundige Dolmetscherin fungiert Helen Scott, damals Angestellte des French Film Office in New York. François Truffaut, Mitbegründer der Nouvelle Vague, hatte damals gerade mit seinem Dreiecksmelodram „Jules und Jim“ für Aufsehen gesorgt, Sir Alfred mit „Psycho“ den neben Michael PowellsPeeping Tom“ wegweisenden Slasher-Film gedreht. Einen weißen BH trägt Janet Leigh vor dem Sündenfall, einen schwarzen danach - und kurz darauf ersticht sie Anthony Perkins in der berühmten Duschszene. Das passiert „unartigen“ Mädchen, wie man etwa auch aus der „Scream„-Trilogie weiß. Wes Craven zollt da Hitchcock selbstironisch Tribut.

    Er ist nur einer von vielen Filmemachern, die sich vom Altmeister inspirieren ließen. Zehn von ihnen - neben Schauspieler Mathieu Amalric („Venus im Pelz“) als Erzähler -geben in Kent Jones vorzüglicher Dokumentation „Hitchcock/Truffaut“ Auskunft. Martin Scorsese sprich über „Der falsche Mann„, Kiyoshi Kurosawa erläutert den berühmten Filmkuss, den Cary Grant und Ingrid Bergman in „Berüchtigt“ austauschen, David Fincher reflektiert über die Perversionen von „Vertigo“. Jones, unter anderem Programmchef des New York Film Festival und Film Comment-Mitarbeiter, setzt deren Interpretationen mit klug gewählten Clips in Beziehung. „Hitch“ und Truffaut räsonieren mit ihrem jeweils ureignen Tonfall über (Film-)Träume, Liebe und Religion, erklären (neue) Techniken und wie man Spannung erzeugt. Wie gesagt, einfach meisterlich. geh.

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