Eldorado

  1. Ø 5
   Kinostart: 26.04.2018

Eldorado: Regisseur Markus Imhoof verbindet seine Biografie mit dem Schicksal Tausender Flüchtlinge, die nach Europa kommen und einer ungewissen Zukunft entgegensehen.

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Filmhandlung und Hintergrund

Eldorado: Regisseur Markus Imhoof verbindet seine Biografie mit dem Schicksal Tausender Flüchtlinge, die nach Europa kommen und einer ungewissen Zukunft entgegensehen.

Der Regisseur Markus Imhoof wurde 1941 in der Schweiz geboren. Als seine Familie beschließt, einen Flüchtling aufzunehmen, wünscht sich der Junge einen Bruder. Stattdessen wird der Familie das italienische Flüchtlingskind Giovanna zugeteilt. Doch lange dauert es nicht, bis Giovanna die Schweiz aufgrund einer geänderten Gesetzeslage wieder verlassen muss. Imhoof erinnert sich an die tragischen persönlichen Erlebnisse und verbindet sie mit der aktuellen Flüchtlingskrise.

Geschichte wiederholt sich. In Italien und auf dem Mittelmeer erlebt Imhoof die Ausmaße der Fluchtbewegung. An Bord eines italienischen Marineschiffs wird er Zeuge, wie 1.800 Bootsflüchtlinge gerettet werden. Doch ihr Schicksal ist ungewiss. Imhoof zeigt den Weg, den die Flüchtlinge von den Auffanglagern gehen. Von Zeltlagern in die Schwarzarbeit, Mafia, Prostitution und Ausbeutung warten auf die meisten Geflohenen. Nur wenige schaffen es, in der Schweiz einen Job zu ergattern.

„Eldorado“ — Hintergründe

Regisseur Markus Imhoof („More Than Honey“) hat sich bereits in dem Spielfilm „Das Boot ist voll“ mit seiner persönlichen Vergangenheit auseinandergesetzt. Bei der Berlinale 1981 wurde er damit für den Silbernen Bären ausgezeichnet, der Film für einen Oscar nominiert. In „Eldorado“ macht er nun erneut seine Kindheitserfahrungen zum Thema und vermischt sie mit der aktuellen Flüchtlingskrise.

Die Dokumentation „Eldorado“ wurde außer Konkurrenz im Rahmen der Berlinale 2018 uraufgeführt.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Dokumentarfilm, in dem Markus Imhoof die Flüchtlingskrise in vielen Facetten aufgreift und durch eine persönliche Erzählweise dem Zuschauer viel näher bringt als es Nachrichten können.

    Die Flüchtlingskrise greift der Schweizer Markus Imhoof mit seiner Doku „Eldorado“ auf. Imhoof, der zuletzt mit „More than Honey“ einen Überraschungserfolg landete und mit „Das Boot ist voll“ schon einmal das Thema behandelte, geht es mit persönlichen und historischen Bezug an, was es auch dem Zuschauer näher bringt und seinen Film von anderen Dokus abhebt. Er erzählt von seiner italienischen Pflegeschwester Giovanna, die seine Familie im Zweiten Weltkrieg bei sich aufnahm. Ihre Mutter wollte ihr ein sichereres und besseres Leben in der vom Krieg unberührten, weil neutralen Schweiz ermöglichen. Die Schweiz nahm damals nur eine bestimmte Anzahl an Kindern auf und sie mussten auch wieder zurück. Imhoof zeigt Parallelen wie diese zwischen heute und damals auf bis hin zu absurden Details, dass damals wie heute den Flüchtlingen Nummern auf die Kleidung geheftet werden. Er filmt auf einem italienischen Schiff der Mare Nostrum Mission, zeigt die Rettungsaktion, die wie eine militärische Operation abläuft. Er zeigt völlig erschöpfte Menschen, wie 1500 Flüchtlinge auf engstem Raum Reihe in Reihe sitzen, wie die Crew eine Messe feiert. Imhoof baut auch die nächsten Stationen ein, dreht in einem Lager in Italien, in dem die von den Zuständigen „Gäste“ genannten Menschen hinter Gittern leben, und heimlich, mit auf den Boden gerichteter Kamera, in einer Siedlung, in dem illegale Arbeiter in der Landwirtschaft unter schlimmsten Bedingungen hausen. Er lässt Flüchtlinge, einen freiwilligen Rückkehrer und Offizielle auch in der Schweiz zu Wort kommen, zeigt absurde, menschenverachtende Bürokratie und Gesetzgebung und prangert den Zusammenhang von billigen Lebensmitteln dank Sklavenarbeit und Subventionen an. Das einzige Gold, das die Flüchtlinge in Europa zu sehen bekommen, ist das der Wärmefolie, die in einer bitteren Anspielung zum Titel gezeigt wird. Imhoof kommentiert die Situation nicht larmoyant, er stellt nur fest, wie es ist, aber das ist erschütternd genug und ein Aufruf an alle etwas zu ändern. hai.

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