Die Sanfte

  1. Ø 4
   2017

Die Sanfte: Drama nach der gleichnamigen Novelle von Fjodor Dostojewski um eine Frau, die ins Gefängnis geht, um herauszufinden, was mit ihrem Mann geschehen ist.

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Filmhandlung und Hintergrund

Die Sanfte: Drama nach der gleichnamigen Novelle von Fjodor Dostojewski um eine Frau, die ins Gefängnis geht, um herauszufinden, was mit ihrem Mann geschehen ist.

Alyonka, die Sanfte (Vasilina Makovtseva), weiß nicht, was mit ihrem Mann geschehen ist. Alyonka, die in einer Tankstelle am Rand der nächsten Kleinstadt arbeitet, schickt ihrem Mann regelmäßig Pakete ins Gefängnis nach Sibirien. Doch eines Tages kommt eins der ungeöffneten Pakete wieder zurück. Was ist mit ihrem Mann geschehen? Alyonka begibt sich auf eine Reise nach Sibirien, um herauszufinden, ob ihr Mann überhaupt noch am Leben ist. Doch das Gefängnis ist eine abgeschirmte Parallelwelt, roh, unzugänglich, korrupt und von Männern beherrscht. Obwohl sie zahlreiche Erniedrigungen erdulden, hört Alyonka, die Sanfte, nicht auf, nach Antworten und nach Gerechtigkeit zu suchen.

Die Sanfte – Hintergründe

Nach den beiden Spielfilmen „Mein Glück“ und „Im Nebel“ hat der ukrainische Regisseur Sergei Loznitsa vor allem Dokumentationen wie etwa „Maidan“ veröffentlicht. Mit „Die Sanfte“ meldet er sich nun als Drehbuchautor und Regisseur eines packenden Dramas zurück, das lose auf der gleichnamigen Novelle von Dostojewski basiert. Dabei vermischt er die literarische Vorlage mit kafkaesken Momenten, lässt den Film gerade zum Ende zu einem bizarren Alptraum verkommen, der von den Kritikern auf dem Filmfestival von Cannes 2017 als Kommentar zum gegenwärtigen Ukraine-Konflikt interpretiert wurde.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • „Die Sanfte“ ist der erste Spielfilm des ukrainischen Regisseurs Sergei Loznitsa seit 2012 nach einer Reihe viel beachteter Dokus, er tritt zum dritten Mal im Wettbewerb von Cannes an: Gewohnt harten Tobak bietet dieser 140 Minuten lange, lose auf der gleichnamigen Kurzgeschichte von Dostojewski Nachtmahr über die Versuche einer einfachen Frau, nach ihrem Ehemann zu suchen, der wegen Mordes in einem sibirischen Gefängnis einsitzt. Oder eben auch nicht. Weil ein Päckchen mit Lebensmitteln und Zigaretten ohne Angabe von Gründen wieder an sie zurückgeschickt wird, macht sie sich auf die Reise. Regungslos und mit einem Gesicht, das so versteinert und ungerührt ist, dass es auch eine Maske sein könnte, fährt sie durch Russland und sieht zu und hört zu, was die anderen Menschen, die ihr begegnen, zu sagen haben und was sie tun. Einer spricht einen Toast aus: „Auf unser gewaltiges Leiden!“ Und darum geht es: Wohin man blickt, warten Schrecken und Hässlichkeit. Angst und Gewalt liegen immer in der Luft. Und die Hauptfigur, die Sanfte, ist Zeugin und Opfer der Unmenschlichkeit, die Russland in Alkohol und Verzweiflung stürzt. Sie ist wie eine erwachsene Ausgabe von „Mouchette„. Sie agiert nicht, ihr wird angetan, während sie von einer Behörde und Instanz zur nächsten geschickt wird: „Der Buchbinder Wanninger“ als russische Tragödie. Und weil sich der Realismus irgendwann nicht mehr steigern lässt, die Unmenschlichkeit nicht mehr größer sein könnte, stürzt der Film am Schluss in eine der bizarrsten Alptraum-Sequenzen, die man sich diesseits von David Lynch einfallen lassen könnte: Es gibt kein Entkommen, alle stecken unter einer Decke, das Leid wird immer weitergehen. Das ist heftiger Stoff, und Spaß macht es nicht, sich das anzusehen, aber anders als die früheren Arbeiten Loznitsas entwickelt „Die Sanfte“ einen Sog, dem man sich nicht entziehen kann. Als Begleitfilm zu „Leviathan“ von Andrei Swjagintsev schwer empfohlen. ts.

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