Filmhandlung und Hintergrund

Politthriller nach dem authentischen Fall einer irischen Journalistin, die sich in der Kriegszone Dublin gegen die Übermacht der Unterwelt zur Wehr setzt.

Veronica Guerin (Cate Blanchett), Journalistin des Dublin Sunday Independent, ist scheinbar die einzige, die im Irland der Mitt-90er ihre Stimme gegen die omnipräsenten Umtriebe der lokalen Drogenbosse erhebt. Selbstloses Eintreten für die Wahrheit und ihre sprichwörtliche Unerschrockenheit machen sie bald zur Heldin des einfachen Volkes. Doch das organisierte Verbrechen sieht ihrem Treiben nicht lange tatenlos zu.

Action-Gigantomane Jerry Bruckheimer („Pearl Harbor„) und Regisseur Joel Schumacher („8MM„) schneidern aus der wahren Geschichte eine sentimentale Hollywood-Ballade, und Cate Blanchett leiht der Märtyrerin für die Wahrheit ihr schönes Gesicht.

Dublin, Mitte der neunziger Jahre. Drogenbarone haben in der Kriegszone das Sagen, wogegen nur eine einzelne Frau erbitterten Widerstand leistet: Die von der Bevölkerung gefeierte Journalistin Veronica Guerin lässt keine Gelegenheit aus, den Verbrechern das Leben schwer zu machen. Die Unterwelt sieht Guerins Schreiben jedoch nicht lange tatenlos zu.

Dublin Mitte der neunziger Jahre. Eine Handvoll skrupelloser Drogenbarone führt einen blutigen Krieg um die Vormachtstellung in der irischen Hauptstadt. Während die Polizei dem Morden tatenlos zusieht, hat es sich die engagierte Journalistin Veronica Guerin zum Ziel gesetzt, die Drahtzieher des lukrativen Rauschgifthandels zu entlarven und dingfest zu machen. Ihre spektakulären Enthüllungen machen Guerin zwar zur Volksheldin, doch ihr fahrlässig leichtsinniges Verhalten wird ihr schließlich zum Verhängnis.

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Kritikerrezensionen

  • Die Journalistin: Politthriller nach dem authentischen Fall einer irischen Journalistin, die sich in der Kriegszone Dublin gegen die Übermacht der Unterwelt zur Wehr setzt.

    Im Amerika von gestern wurden die Iren mit der Axt begrüßt („Gangs of New York“), im Amerika von heute liefern sie den Stoff, aus dem die Helden sind. Nach „Der General“ bietet „Die Journalistin“ die zweite Figur aus der jüngeren irischen Zeitgeschichte als Motor eines Films an. Dabei folgen John Boormans und Thaddeus O’Sullivans Filme über Martin Cahill nun Joel Schumachers Liebeserklärung an den Enthüllungsjournalismus, exemplarisch vertreten von Veronica Guerin, die ihren Kampf zur Säuberung der Drogenszene Dublins 1996 mit dem Tod bezahlte. Mit ihrem Einsatz veränderte Guerin die irische Rechtsprechnung, mit seinem Film verspricht Schumacher, dass man sich auch außerhalb Irlands daran erinnern wird. Zumindest für knapp 100 interessante, durchaus spannende Minuten.

    Wie schon im Falle Cahills kommt auch die Guerin-Story im Doppelpack. Bereits vor drei Jahren drehte John Mackenzie mit Joan Allen „Allein gegen das Verbrechen“, eine mit Decknamen operierende, vom Radar öffentlicher Aufmerksamkeit nicht erfasste Erstversion des Stoffes, an dem in einem frühen Stadium Guerin selbst noch mitarbeitete. Vergleichbare Anonymität droht Schumachers Drama nicht, denn mit Produzent Jerry Bruckheimer steht trotz Low-Budget-Verpackung eine Marketing-Machine im Hintergrund. In Typ und Qualität mit Joan Allen vergleichbar übernimmt Cate Blanchett die Titelrolle und zeichnet eine Frau, deren unerschrockenes, aber auch fahrlässig leichtsinniges Verhalten am besten mit ihren irischen Genen erklärt werden kann.

    Emotion dominiert Vernunft, wenn die Journalistin nach den Männern im Hintergrund sucht, die Dublin zum Drogenzentrum gemacht haben. Weil die Junkies vorwiegend die Ärmsten der Armen sind, schaut die Polizei in eine andere Richtung, konzentriert sich auf ihr Duell mit Cahill, der in einer Szene und weit entfernt von der mythischen Figur Boormans oder O’Sullivans Guerins Weg kreuzt. Zu Guerins Offensivtaktik gehört der Griff ins Wespennest, die Konfrontation mit den Gangstern, um im aufgewühlten Dreck schließlich den einen zu finden. Hilfestellung leistet dabei ein Insider (Ciaran Hinds), ein Mitglied in der Gang des Drogenbosses, den die eigene Eitelkeit zu Spitzeldiensten trieb. Die Beziehung der beiden ist die komplexeste des Films, streift Elemente von Freundschaft, aber auch Manipulation und Verrat.

    Wohin der Weg für Guerin führt, zeigen bereits die ersten Bilder. Aber der folgende Rückblick, der vergleichsweise unsentimental Guerins Familienleben und mit sparsam dosierter Action den Gangsterkrieg in Dublin streift, bleibt interessant genug, um dieser Journalistin zu folgen, die als Persönlichkeit widersprüchlich bleibt, nicht die heilige Mutter ist, die ihren beruflichen Kampf dem Leben ihrer Familie unterordnet. Bruckheimer-typisch ist das nicht, wie auch die relativ wenigen Überzeichnungen (der Spritzenpark der Junkies, das Gandhi-Begräbnis, der am Ende zu demonstrative Soundtrack), die sich dieser emotional involvierende, durchaus kommerzielle, wenn auch nicht überintensive Film leistet. kob.

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