8MM Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

8MM: Düsterer Thriller um das Tabuthema Snuff-Movie und die Abgründe der menschlichen Seele mit Nicolas Cage.

Privatdetektiv Tom Welles soll für eine reiche Witwe die Herkunft und Echtheit eines Films recherchieren, den sie im Tresor entdeckt hat. Darin ist zu sehen, wie eine junge Frau zu Tode gefoltert wird. Die Spur führt ihn in die Hardcore-Porno-Szene. Einen Führer durch die ihm unbekannte Welt findet er im verquren Pornoshop-Verkäufer Max.

Ein 8-Millimeter-Pornofilm zeigt die Ermordung eines jungen Mädchens. Mrs. Christian, die das Video im Nachlaß ihres Mannes gefunden hat, beauftragt den Privatdetektiv Tom Welles, herauszufinden, ob die Szene gestellt oder real ist. Welles läßt sich von dem Sexshop-Verkäufer Max in die Hardcore-Szene von L.A. einführen, doch die Recherche verläuft ergebnislos. Eher durch Zufall kommt er dem Porno-Produzenten Eddie Poole auf die Spur, in dessen Filmen ein Darsteller mitwirkt, der auch in dem gesuchten Video zu sehen ist…

Im Auftrag der Witwe von Mr. Christian soll der Privatdetektiv Tom Welles herausfinden, ob ein im Nachlass ihres Mannes gefundenes Video authentisch oder gestellt ist: Es zeigt die Ermordung eines jungen Mädchens. Thriller, der sich des Tabuthemas „Mord als sexuelles Stimulans“ annimmt und von Joel Schumacher mit Nicolas Cage und Joaquin Phoenix eindrucksvoll in Szene gesetzt wurde.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Was ist "8 mm" für ein Film? Psychothriller? Horrorfilm? Gesellschaftsstudie? Gewaltorgie? Von allem etwas. "8 mm" ist absolut hart, obwohl es wenig Blut zu sehen gibt. Er gehört ohne Frage zu den härtesten Filmen die ich kenne. Denn er geht direkt in den Kopf des Zuschauers, der sich beängstigt fragen muss, ob diese hier beschriebene Gesellschaft wirklich existiert.

    Der Film blikt in die tiefesten Abgründe der menschlichen Seele. Die Menschen, die hier die Greueltaten vollbringen, sind keine Monster, sie sehen vielmehr aus wie Du und Ich, sind einfache Durchschnittsbürger. Die Täter: die Pornoproduzenten Eddie Pool und Dino Velvet (Peter Stormare), sowie der Bondage-Darsteller Machine(Chris Bauer). Zumindest Pool und Machine sind Biederbürger. Ihr Motiv: Geldgier, Unterhaltung und die Befriedigung ihrer Geltungssucht.Und da ist natürlich noch der Industriepapst Christian. Sein Motiv: zuviel Geld. Das Opfer: Mary Ann Matthews. Sie ist von zu Hause abgehauen mit der naiven Vorstellung, ein großer Hollywoodstar zu werden. Sie landet in der Gosse, keiner würde sie vermissen.

    Tom Welles kann nicht verstehen, was passiert ist, wie man zu so etwas fähig sein kann. Dem Zuschauer wird wie Tom Welles klar, dass überall das Böse lauern kann, man sieht niemandem seine Bösartigkeit und Perversion an. Und nachdem Tom Welles den gesamten Pornosumpf von innen erlebt hat, weiß er, dass sein Weltbild nicht stimmt, dass in jedem Menschen Perversionen schlummern, die freigesetzt werden wollen.

    Nachdem er eine Nacht durch die Clubs und illegalen Verkaufsstellen gestreift ist, wird Tom von seinem neuen Partner Max (Joaquin Phoenix), der ihm die richtigen Kontakte vermittelt, gefragt, ob er von all dem Schmutz angetörnt war. Tom widerspricht energisch. Max entgegnet, es sähe aber nicht so aus, als ob es ihn entsetzt hätte. Tom weiß nicht mehr, was er sagen soll, denn einiges fand er schon faszinierend. Später wird Tom zum kaltblütigen Mörder, teils aus Notwehr, aber hauptsächlich weil er töten will. Er erkennt, dass auch in ihm die Bestie schlummert.

    An dieser plötzlichen Erkenntnis droht Tom Welles zu zerbrechen. Weinend liegt er im Schoß seiner Frau (Catherine Keener), bettelt sie an: "Rette mich, rette mich.". Und für einen kurzen Moment bricht sie auch den Zuschauer. Der kann jedoch das Kino verlassen und muss sich nie wieder mit dem Thema konfrontieren, denn "8 mm" ist nur ein Film. Als Zuschauer muss man sich automatisch fragen, ob die Szene, die hier präsentiert wird, wirklich so existiert. Und wenn ja, warum?

    „8 mm“ ist also ein Film, der in die psychische Tiefe des Zuschauers eindringt, der ihn zum Nachdenken animieren kann, jedoch auch dazu, sich vor seiner Umwelt zu fürchten. Also ist "8 mm" ein Film, den man auch mit Vorsicht genießen sollte. Nicht nur wegen seines psychologischen Potentials, sondern auch wegen seiner Haltung zur Selbstjustiz. In Filmen wie "Ein Mann sieht rot", wo Selbstjustiz offen propagiert wird, gibt es immer nur ein einseitiges Gut-Böse-Schema. Die Bösen sind einfach nur böse und verdienen es, deswegen zu sterben. Punkt, aus, fertig. Ihr Handeln wird nicht erklärt, sie wirken nicht wie Menschen.

    In "8 mm" werden die Mörder des Mädchens sehr eingehend beleuchtet. Ihr Verhalten wird erklärt, es wird fassbar gemacht, was sie zu dieser Tat trieb. Sie sind skrupellos und pervers, ohne Frage. Doch irgendwie wird ihr Vorgehen verständlich. Dadurch hasst man sie noch mehr als die Mörder von Paul Kerseys Familie in "Ein Mann sieh rot". Und man steht voll und ganz hinter Tom Welles wenn er beginnt, einen nach dem anderen umzubringen, auch wenn sie wehrlos am Boden liegen. Die Rechtfertigung ist perfekt und glaubwürdig. Die Frage ist eben nur, was schlimmer ist. Das undifferenzierte Bild von "Ein Mann sieht rot" oder die psychologisch völlig vertretbare Handlungsweise von "8 mm". Schwere Frage, die jeder für sich selber beantworten muss und auch sollte.

    "8 mm" ist ein Film der sich mehr als lohnt, obwohl ein konservativer Regisseur wie Joel Schumacher am Steuer sitzt. Besonders nach den letzten beiden Batman-Filmen ist es eigentlich unbegreifbar wie man Schumacher ein so düsteres, ernstes Thema wie "8 mm" in die Hand drücken konnte. Aber ich muß ihn ja loben. Schumacher macht, im Rahmen seiner Möglichkeiten, seinen Job mehr als gut. Allerdings möchte ich nicht daran denken, was ein Regisseur wie Oliver Stone aus dem Skript von "Sieben"-Autor Andrew Kevin Walker gemacht hätte.

    Schumacher hat einen Alptraum gedreht, der mehr als nur fesselt und zum Nachdenken anregt, der aber trotzdem wieder verblasst. Oliver Stone hätte wahrscheinlich einen urbanen Alptraum daraus gemacht, der einem nicht so schnell aus dem Kopf geht und nach dem man auf Dauer nicht gut schläft. Schade eigentlich. Über Nicolas Cage muss ich wohl kein Wort verlieren, oder hat man ihn in den letzten Jahren mal nicht umwerfend und glaubhaft spielen gesehen?

    Fazit: Ein urbaner Alptraum, der die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele beleuchtet und zum Nachdenken anregt.
  • Sechs Jahre nach „Falling Down“ wagt Batman- und Grisham-Spezialist Joel Schumacher mit einem infernalischen Update von Paul Schraders „Hardcore“ erneut einen Blick in die Abgründe der menschlichen Seele und auf die Kehrseite des amerikanischen Traumes. Unverkennbar stammt der Stoff aus der Feder von „Sieben“-Autor Andrew Kevin Walker, der die kompromißlos-deprimierende Thriller-Geschichte um die Ursprünge eines Snuff-Filmes (Gewaltpornographie, in der tatsächlich ein Mensch vor laufender Kamera getötet wird) einmal mehr mit katholischem Themenkatalog und religiöser Symbolik versah und Nicolas Cage die Bühne bereitet für die unter die Haut gehende Darstellung eines gefallenen Engels.

    In „Hardcore“ begab sich George C. Scott als konservativer Geschäftsmann in den Sumpf der kalifornischen Pornoszene, nachdem er seine vermißte Tochter als Akteurin in einem Pornofilm entdeckt hatte. Schumacher und Walker variieren das Thema, ersetzen die Kritik an der Kommerzialisierung des Sex mit einer Sinnsuche nach der Antriebsfeder für Lust an Gewalt und Mord, bereichern sie um reißerische Thrillerelemente und schicken Nicolas Cage als rechtschaffenen Privatdetektiv und Familienvater geradewegs ins Fegefeuer: Von der Witwe eines Millionärs angeheuert, die im Nachlaß ihres Mannes das Unikat eines Super-8-Filmes entdeckt, auf dem zu sehen ist, wie ein Mädchen von einem Mann in einer Ledermaske buchstäblich abgeschlachtet wird, soll dieser Tom Welles nun herausfinden, ob der Film authentisch ist und wer das Mädchen war. Die Ermittlungen führen in die superextreme Hardcore-Szene der Metropolen, in der jede Perversion bedient wird, wenn der Preis stimmt – eine Vorhölle, in der abartige Typen wie der schmierige Produzent Poole (James Gandolfini) und der bizarre Schock-Künstler Dino Velvet (Peter Stormare als diabolische Inkarnation von New Yorker Undergroundfilmern wie Nick Zedd oder Richard Kern) wie Unkraut gedeihen. Mit dem jungen Sexshopangestellten Max (Joaquin Phoenix) als eine Art Sadomaso-Charon an seiner Seite wagt der Detektiv den Abstieg in diesen Gewalthades, aus dem es schließlich nur bedingt eine Rückkehr geben wird.

    Verdammnis, Sühne und Erlösung sind die Themen, die Autor Walker in seinem düsteren Höllentrip auf die Schattenseite der menschlichen Existenz bewegen. Wie schon in „Sieben“ läßt er seinen Helden überleben, aber ein Gewinner kann er nicht sein. Seine Konfrontation mit der Essenz des Bösen hinterläßt ihn als gebrochenen Mann, der Schuld auf sich laden muß und nie wieder in die Normalität zurückkehren kann. Konsequenter, getriebener und erbarmungsloser erzählt in Hollywood gegenwärtig niemand seine Geschichten, und nicht einmal der stets um Mainstream-Kompatibilität bemühte Joel Schumacher kann die Wucht dieses gemeinen Magenhiebes mindern, der den Zuschauer wie seinen Protagonisten im Regen stehen läßt. Zwar mindern Schumachers hinlänglich bekannte Overkill-Ambitionen im Ausstattungsbereich und unnötige Bemühungen um Popreferenzen die Wirkung des ansonsten so eiskalt auf Effekt ausgerichteten Deproschockers, aber Nicolas Cages mutiges Porträt eines ehrlichen Mannes, der bei der Suche nach den Ursprüngen der Mordlust des Menschen die eigenen finsteren Instinkte aus dem Schlummer erweckt, macht „8MM“ nicht nur stets sehenswert, sondern auch dann noch faszinierend charakterorientiert, wenn die 9-MM-Schußwaffen sprechen. Sicher kein typisches Blockbuster-Projekt im klassischen Sinne, dürften dieser harte Einblick in eine beklemmende Halbwelt dank der Popularität seines Hauptdarstellers und seiner letztlich beachtlichen Konsequenz beim Kinogänger auf die nötige Resonanz stoßen. ts.

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