Gangs of New York

  1. Ø 3.7
   2002

Gangs of New York: Gewalttätiges und mitreißendes Rachedrama über die Keimzelle des Bandenwesens und die Reifung der Metropole New York.

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Filmhandlung und Hintergrund

Gangs of New York: Gewalttätiges und mitreißendes Rachedrama über die Keimzelle des Bandenwesens und die Reifung der Metropole New York.

Sechzehn Jahre nachdem Bandenführer Bill „The Butcher“ Cutting (Daniel Day-Lewis) höchstpersönlich seinen Vater ermordete und ihn selbst ins Waisenhaus brachte, kehrt Amsterdam Vallon (Leonardo DiCaprio) in sein heimisches Viertel Five Points zurück, um Rache zu nehmen. Dort stehen sich die eingesessenen, angelsächsischen „Nativists“ und irische Einwanderer jüngeren Datums, organisiert (und kriminalisiert) als „Dead Rabbits“, feindselig gegenüber. Cutting regiert als Chef der Nativists das Viertel wie ein König, und Vallon beschließt, den Feind inkognito zu unterwandern.

Nach langer Wartezeit steht es endlich auf dem Spielplan: Martin Scorseses epochales, bildgewaltiges Sitten- und Gesellschaftsgemälde aus jener Zeit, die nach Meinung nicht weniger die gute alte war.

New York 1863. Fern der Stadt bekriegen sich Unionisten und Separatisten, in ihrem Zentrum die Gangs der „Natives“ und der irischen Immigranten. Nach 16 Jahren Abwesenheit kehrt der junge Amsterdam ins Bandenviertel „Five Points“ zurück, um Rache an Bill the Butcher zu nehmen, der seinen Vater ermordete und das Armenhaus New Yorks wie ein König regiert.

New York 1863. Während im Herzen der noch jungen USA der Krieg zwischen Unionisten und Separatisten tobt, bekämpfen sich im schmutzigen Hexenkessel des New Yorker Bandenviertels „Five Points“ die „Natives“ und irische Immigranten. Da kehrt der junge Amsterdam nach 16 Jahren im Erziehungsheim in das Viertel seiner Jugend zurück, um Rache zu üben. Er will den Tod von Bill the Butcher, dem skrupellosen Paten des Slums und Mörder seines Vaters. Bis es jedoch dazu kommt, erledigt Amsterdam dessen Drecksarbeit.

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Kritikerrezensionen

  • Blut, Schweiß und Tränen: Jedes Bild in Martin Scorseses gewaltigem und gewalttätigem Fresko über den blutigen Reifungsprozess New Yorks Mitte des 19. Jahrhunderts verrät den Einsatz, den sein Team für dieses Mammutprojekt geleistet hat. Viel war zu lesen über die Geburtswehen dieses gigantischen Vorhabens, doch nach den Startverzögerungen durch die Tragödie von Ground Zero, nach Debatten um Filmlänge, Gewaltquote und Leonardo DiCaprios weibliche Fans zählt letztlich nur eines: „Gangs of New York“ ist so dynamisch und hypnotisch wie die Metropole, deren Entwicklung er mit beispielloser Liebe zum Detail dokumentiert. Extrem verdichtetes Ereigniskino, das auf den ersten Blick allenfalls in seinen Konturen wahrgenommen werden kann.

    Was Scorsese und seine Autoren Jay Cocks, Steven Zaillian und Kenneth Lonergan in zweieinhalb Stunden Bilderflut auf die Netzhaut brennen, ist eine packende, klaustrophobisch-düstere Geschichtslektion. Diese wird mit Atmosphäre und Figurenzeichnung frei nach Charles Dickens, einem Rachedrama zwischen griechischer Klassik und Shakespeare und einer Lovestory so zuschauerfreundlich verkauft, wie es das Thema eben zulässt. „Gangs of New York“ bietet die Randsteinperspektive zu „Zeit der Unschuld“, Scorseses berauschender Salontour durch die vornehme, aber giftige New Yorker Gesellschaft des ausgehenden 19. Jahrhunderts. So komplettiert sich das Bild vom Entstehungsprozess dieser Metropole, die den der ganzen Nation spiegelt. Wie an der Siedlungsgrenze, die Daniel Day Lewis als Falkenauge in „Der letzte Mohikaner“ durchstreifte, bildet sich aus Chaos und Gesetzlosigkeit durch Gewalt die Zivilisation.

    Scorseses Film beginnt 1846, als durch die Hungersnot in Irland der Strom der Einwanderer exponential anstieg, und endet 1863 mit den blutigen Aufständen, die das ungerechte Einberufungsgesetz im Bürgerkrieg auslöste. Ergänzt wird dieser Rahmen durch einen visuellen Epilog, der das New York von gestern in die Skyline vor der Tragödie der Zwei Türme übergehen lässt, für die sich im Finale Anspielungen erkennen lassen. Der Zuschauerköder für dieses ambitionierte und komplexe Porträt von Korruption, Rassenhass, Immigrantenverachtung und multiplem Überlebenskampf irgendwo zwischen Sergio Leone („Es war einmal in Amerika“) und Michael Cimino („Heaven’s Gate“) ist die vergleichsweise simple Lebens- und Liebesgeschichte von Amsterdam Vallon (DiCaprio).

    Diese beginnt mit einem neobabylonischen Prolog, einem Blick auf ein hölzernes Labyrinth, das über mehrere Etagen bis unter die Erde mit irischen Immigranten gefüllt ist. Dann öffnet sich die Türe und gibt den Blick frei auf die „Five Points“, ein von Armut und Gewalt beherrschter Bezirk an der Lower East Side, in dem sich die Gangs der „Natives“, die „Einheimischen“, mit den “ Dead Rabbits“, den verhassten Iren, eine Schlacht um die Vorherrschaft liefern. Bei dem Gemetzel stirbt auch Vallons Vater (Liam Neeson), der Anführer der Rabbits, durch das Messer von Bill the Butcher (Daniel Day Lewis), der fortan mit Grausamkeit, aber auch einem bizarren Ehrenkodex das Gebiet kontrolliert. 16 Jahre später kommt Amsterdam zurück, um Rache für den Mord an seinem Vater zu nehmen. Unerkannt gewinnt er durch Instinkt, Kampflust und explosivem Zorn die Sympathie des charismatischen Monstrums, das seinen Rücken auch durch Kontakte zur Politik schützt. Erzählt wird also eine Geschichte über Väter und Söhne, über Loyalität, Verrat und Amsterdams Liebe zur Taschendiebin Jenny (Cameron Diaz), die für Ruhepausen im Hauen und Stechen sorgt, aber über das Judasmotiv auch den Plot vorantreibt. Um diesen vergleichsweise einfachen Kern gruppieren sich die großen Themen aus dem Scorsesekatalog: der Glaube als Gewissensmacht, das Modell von Schuld und Sühne, die Reinigung durch Gewalt.

    Wer die mehrteilige, vor ein paar Jahren auf den Dritten Programmen ausgestrahlte TV-Dokumention über das alte New York verfolgte, sieht diese Welt hier in bewegten und bewegenden Bildern auferstanden. Es ist ein Fresko mit Ballhaus-Perfektion (Kamera) und traumhafter Ausstattung von Dante Ferretti, der wie schon für Fellini in Cinecitta zaubern durfte. Und es ist das Comeback von Oscarpreisträger Lewis, der diesen Film dominiert und von der Mimik bis hin zum stelzenhaften Gang eine Figur kreiert, die wie ihr Umfeld unvergesslich bleibt. kob.

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