Derrick - Die Pflicht ruft! (2004)

Derrick - Die Pflicht ruft! Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Derrick - Die Pflicht ruft!: Derrick und Klein als Trickfilm-Helden (!) müssen den Mord an einer Schlagersängerin aufklären.

Ein perfider Serienkiller nimmt die Teilnehmer der deutschen Vorentscheidung zum alljährlichen Eurovision Song Contest aufs Korn: Er droht, einen Künstler nach dem anderen zu terminieren. Da kann nur noch Oberinspektor Derrick helfen! Gemeinsam mit seinem langjährigen Assistenten Harry Klein tritt der Verbrecherschreck aus München zu seiner ersten Dienstreise seit 30 Jahren an, um das Überleben der nationalen Musikszene zu garantieren.

Aus der Animationswerkstatt von Michael Schaack (“Kleines Arschloch”, “Werner”) entstammt dieses Zeichentrickabenteuer: das längst überfällige Kinodebüt des beliebtesten deutschen Fernsehfahnders der Welt. Natürlich mit den Originalstimmen von Horst Tappert und Fritz Wepper.

Als Oberinspektor Stephan Derrick zu seiner allerersten Dienstreise seit 30 Jahren aufbrechen will, schlägt das Verbrechen zu: Die Teilnehmer der deutschen Vorentscheidung zum alljährlichen Eurovision Song Contest sind in Lebensgefahr, weil ein Serienkiller einen nach dem anderen zu beseitigen droht. Gemeinsam mit Kollege Harry Klein muss Derrick die Musikwelt vor dem Untergang retten.

Um einen Musik-Wettbewerb für sich zu entscheiden, räumt der fiese Schlagersänger Arno Hello kurzerhand sämtliche Konkurrenten aus dem Weg. Das ruft Stefan Derrick, eigentlich einem Fall in Lappland zugeteilt, auf den Plan. Gemeinsam mit seinem Assistenten Harry Klein, der mindestens so unterbelichtet ist wie sein Chef arrogant, geht der Kommissar der Sache nach und kann den Täter schon bald überführen – was nicht allzu schwierig ist, da mittlerweile (fast) alle anderen Kandidaten des Song Contests das Zeitliche gesegnet haben.

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Kritikerrezensionen

  • Nach sensationellen Leinwanderfolgen wie “Werner – Beinhart” und “Kleines Arschloch” hat der deutsche Zeichentrick-Guru Michael Schaack ein besonders kurioses Experiment gewagt. Er hat aus dem Kult-TV-Kommissar Derrick eine Animationsfigur gemacht und diese persiflierend in eine zeitgenössische Krimi-Story verpackt. Allerdings wurde “Derrick – Die Pflicht ruft!” relativ kostengünstig produziert, was sich auch in einem unausgegorenen Drehbuch und wenig originellen Witzen bemerkbar macht. Auch die Tatsache, dass Horst Tappert und Fritz Wepper ihre Figuren selbst sprechen, ist dem satirischen Ansatz des Projekts nicht unbedingt förderlich. Sollte aber ein jugendliches Publikum für diesen ungewöhnlichen Mix aus leichter TV-Unterhaltung und derber Slapstick-Comedy motiviert werden können, darf mit solider Kinokasse gerechnet werden.

    Mit “Derrick – Die Pflicht ruft!” begibt sich Michael Schaack in die Fußstapfen des deutschen Fernseh-Entertainments. Nicht nur, was seine beiden Hauptcharaktere Stephan Derrick und Harry Klein betrifft – die beiden waren ja als (Anti-)Helden der Kriminal-Serie “Derrick” für den Export-Schlager schlechthin aus diesem unseren Lande verantwortlich. Auch inhaltlich orientiert sich Schaack an einem der kommerziell erfolgreichsten TV-Formate seit “Big Brother”, der RTL-Show “Deutschland sucht den Superstar”. Schließlich rankt sich die Story um einen fiesen Schlager-Fuzzi namens Arno Hello, der, um einen Musik-Wettbewerb für sich zu entscheiden, sämtliche Konkurrenten aus dem Weg räumt. Genau das ruft Derrick, der eigentlich bei einem Fall in Lappland ermitteln soll, auf den Plan. Gemeinsam mit seinem tumben Assistenten Harry Klein, der mindestens so unterbelichtet ist wie sein Chef arrogant, geht der Kommissar der Sache nach und kann den Täter schon bald überführen – was nicht allzu schwierig ist, da mittlerweile (fast) alle anderen Kandidaten des Song Contests das Zeitliche gesegnet haben.

    “Derrick – Die Pflicht ruft!” besteht im Prinzip aus zwei Teilen. Der eine Teil beleuchtet die Welt des Showbusiness, die von illustren Gestalten wie Dieter Bohlen (Schaack produziert übrigens gerade einen weiteren Animationsfilm mit dem Titel “Dieter – Der Film”) und Jürgen Drews (darf einen Song des ansonsten von Gustav Peter Wöhler gesprochenen Arno Hello trällern) bestimmt wird. Der andere Teil setzt sich mit dem Duo Derrick/Klein auseinander. Dabei werfen sich Tappert und Wepper durchaus nicht ohne Selbstironie die komödiantischen Bälle nur so zu. Doch werden Witze wie Harrys Weigerung, den Wagen vorzufahren oder Derricks nicht enden wollende Überheblichkeit etwas zu oft wiederholt. Deshalb werden wohl nur eingefleischten Fans der Serie mit dieser Art von Humor etwas anfangen können. Und dass das satirische Element kaum zum Tragen kommt, liegt nicht zuletzt daran, dass die Hauptpersonen des zu persiflierenden Objekts als Synchronsprecher engagiert wurden und das ZDF, rund 25 Jahre lang Abspielstätte von “Derrick”, als Produktionspartner fungierte. Somit waren der Anarchie also natürliche Grenzen gesetzt.

    Da auch auf tricktechnischer Ebene eher auf einfache Hausmannskost als auf innovative Originalität gesetzt wird, wird es “Derrick – Die Pflicht ruft!” nicht leicht haben, sich gegen die gerade an den Osterfeiertagen traditionell starke nationale wie internationale Konkurrenz durchzusetzen. hc.

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