Bob, der Streuner (2016)

Originaltitel: A Street Cat Named Bob
Bob, der Streuner: Biopic über den kultigen Straßenkater Bob und sein Herrchen James (Luke Treadaway).
Kinostart: 12.01.2017
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Filmhandlung und Hintergrund

Bob, der Streuner: Biopic über den kultigen Straßenkater Bob und sein Herrchen James (Luke Treadaway).

James Bowen (Luke Treadaway) ist ein Junkie auf Entzug, der seit Jahren obdachlos ist und sich sein mageres Einkommen als Straßenmusiker verdient. Als ihm seine engagierte Betreuerin Val (Joanne Froggatt) eine Wohnung vermittelt, geht es das erste Mal bergauf für den gebeutelten Mann. Doch so ganz scheint er seinem Glück nicht zu trauen, der tägliche Entzug bleibt ein Kraftakt. Eines Tages bricht ein ausgehungerter und verletzter Streuner in seine Wohnung ein. Obwohl James knapp bei Kasse ist, beschließt er den roten Kater, den seine Nachbarin Betty (Ruta Gedmintas) Bob tauft, aufzupäppeln und später in die Freiheit zu entlassen. Doch Bob hat seinen eigenen Willen und folgt seinem neuen Besitzer auf Schritt und Tritt. James nimmt den geduldigen und intelligenten Bob von da an auf seine täglichen Touren durch London mit. Schon bald werden die beiden zu einem unzertrennlichen Gespann. Die innige Freundschaft zwischen Mensch und Tier lässt James immer optimistischer werden und wieder mehr Sinn in seinem Leben sehen. Schlussendlich kann er mit Bobs Hilfe seine Drogensucht besiegen.

Bob, der Streuner – Hintergründe

Der herzerwärmende Film basiert auf einer wahren Geschichte. Der ehemals Obdachlose James Bown hat seine schicksalhafte Begegnung mit Bob 2010 im Bestseller „Bob, der Streuner. Die Katze, die mein Leben veränderte“ geschildert. Das Buch wurde in 26 Sprachen übersetzt und führte in mehreren Ländern die Bestsellerlisten an. Es folgten weitere erfolgreiche Bücher wie “Bob und wie er die Welt sieht. Neue Abenteuer mit dem Streuner”, “Ein Geschenk von Bob. Ein Wintermärchen mit dem Streuner ” und “Alle lieben Bob. Neue Geschichten vom Streuner”. In der Hauptrolle ist der Brite Luke Treadaway zu sehen, der zuletzt bei dem Zweite Weltkriegs-Drama “Unbroken” und der Horrorkomödie “Attack the Block” mitspielte. Inszeniert wurde die Verfilmung von Roger Spottiswoode, der bereits in “Midnight Sun“, die unzertrennlichen Bande zwischen einem Menschen und Eisbär thematisierte.

Kritiken und Bewertungen

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    James ist drogenabhängig, obdachlos und ohne jegliche Perspektive. Alles, was er hat, ist seine Gitarre, mit der er auf Londons Straßen musiziert. Doch die ihm zugeteilte Sozialarbeiterin glaubt an James. Sie nimmt ihn in ein Metadon-Programm auf und verschafft ihm eine Wohnung - in die jedoch gleich in der ersten Nacht jemand einbricht: Ein kleiner, wendiger und gewitzter streunender Kater, den James' Nachbarin auf den Namen Bob tauft. James weiß, dass er sich in seiner Verfassung nicht anständig um Bob kümmern kann. Doch Bob hat längst entschieden, bei James zu bleiben. Von nun an sind beide unzertrennlich. Und James erkennt, dass das Leben manchmal zweite Chancen bereithält. BOB, DER STREUNER ist die Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers und beruht auf der wahren Geschichte von James Bowen und seinem Kater Bob. Der Musical- und Theaterdarsteller Luke Treadaway übernimmt die Rolle von James mit Wahrhaftigkeit, Charme und Wärme, sodass man seiner Figur gerne durch den bittersüßen Verlauf der Geschichte folgt, die an manchen Stellen wirkt wie ein wunderschönes Märchen und doch auf realistische Weise die Härte zeigt, die das Leben auf der Straße und eine ständige Existenzangst mit sich bringt. Treadaways Co-Star Bob wird unter anderem von dem echten Bob dargestellt, dessen entwaffnendem Charme man sich einfach nicht entziehen kann, auch weil Regisseur Roger Spottiswoode immer wieder auf den inszenatorisch spannenden Kniff zurückgreift, die Perspektive Bobs einzunehmen. Das Spiel zwischen Mensch und Katze ist natürlich, liebevoll und ungezwungen und wirkt dadurch komplett authentisch. Auch die Nebendarsteller wie Joanne Froggatt als Sozialarbeitern, Anthony Head als Vater oder Ruta Gedmintas als Nachbarin, in die James sich verliebt, spielen ihre Rollen mit großem Einfühlungsvermögen. Am Ende hat James es geschafft, den Drogen zu entkommen. Und er erhält das Angebot, seine Geschichte aufzuschreiben. Die Geschichte über einen Mann, dessen Leben leer war. Bis ein Kater namens Bob kam, um es wieder lebenswert zu machen. BOB, DER STREUNER ist ein lebensbejahender, unaufgeregt inszenierter und warmherziger Film, der seine positive Botschaft ohne Kitsch und mit viel Liebe vermittelt.

    Jurybegründung:

    Kann mit der Gewissheit einer millionenfach verkauften Buchvorlage (genauer, einer ganzen Reihe) im Rücken bei einem Kinofilm noch etwas schiefgehen? Das schon, doch Roger Spottiswoodes Verfilmung der Bücher von James Bowen macht alles richtig und hat zudem das Herz auf dem rechten Fleck. Und mehr noch: Mit leichter Hand schafft es der Film, den Blick des Zuschauers auf die Außenseiter der Gesellschaft zu wenden. Und das zudem mit einer Geschichte, die stark im eigenen Leben des Autors der Vorlage verankert ist.

    James (im Film gespielt von Luke Treadaway) ist ein heroinsüchtiger Straßenmusiker, der sich eigentlich mitten in der Abwärtsspirale aus Drogensucht und Obdachlosigkeit befindet - ein Mensch also, mit dem es voraussichtlich schlimm enden wird. Und doch spürt Val, seine Betreuerin beim Sozialamt, dass bei diesem Junkie vielleicht doch etwas anders ist, dass er der eine unter vielen ist, der von allein den Absprung aus dem Teufelskreis schaffen könnte. Und so nimmt James, der keinen Kontakt mehr zu seiner Familie hat, tapfer den Kampf gegen die Sucht und für ein besseres Leben auf und bekommt dabei unerwartet Hilfe und Unterstützung von verschiedenen Seiten. Da ist beispielsweise zum einen seine neue Nachbarin Betty, die eigentlich von Junkies nichts mehr wissen will. Und dann ist da zudem noch der Kater Bob, der eines Tages in James' neuer Behausung auftaucht und dann nicht mehr von seiner Seite weicht.

    Man fühlt sich von Anfang an fast ein wenig an den sozialrealistischen Blick Ken Loachs erinnert. Doch BOB, DER STREUNER ist dann doch aus einem etwas anderen Holz geschnitzt - und das nicht nur, weil hier eine Katze zumindest teilweise zur Mittler- und Erzählerfigur wird, ohne dass dies jemals ins Kitschige abgleiten würde. Zwar schaut auch Roger Spottiswoode wie Ken Loach genau hin, wenn es um die realistische Darstellung des Lebens der "kleinen Leute" geht und peppt die Geschichte nicht mit allzu viel Dramatik auf (die sie auch gar nicht benötigt). Doch dank der Erfahrungen von James Bowen ist die Grundierung dieses Sozialdramas deutlich lichter und heller als bei Loachs düsterer Abrechnung mit dem maroden britischen Sozialstaat. Unterstützt von exzellenten Darstellern, denen Spottiswoode einiges zutraut und denen er deshalb viel Platz zur Entfaltung lässt (insbesondere Luke Treadaway leistet hier insbesondere zu Beginn des Films, wenn er die Geschichte fast alleine trägt, Beachtliches), trifft BOB, DER STREUNER mitten ins Herz und zeigt, mit welch einfachen Mitteln ein Film sein Publikum mitreißen kann.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

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