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Filmhandlung und Hintergrund

Bandits: Fluchtspektakel um vier weibliche Knastvögel, einen fiesen Cop und eine sehr attraktive (männliche) Geisel.

Vier weibliche Knackis gründen hinter Gittern die Band Bandits, die nach ihrer Flucht, die ihnen ausgerechnet anläßlich des Polizeiballs gelingt, eine Kultwelle auslöst. Der taffe Cop Schwarz ist den vier dicht auf den Fersen, und nur dank einer spektakulären Geiselnahme auf einem spontanen Gig entwischen sie ihrem Häscher.

Die vier musikvernarrten Knackis Emma, Luna, Angel und Marie werden im Gefängnis zu Freundinnen und gründen die Rockband “Bandits”. Als sie bei einem Polizeiball auftreten, nutzen sie die Gelegenheit zur Flucht. Während sie sich auf Schleichwegen dem Hamburger Hafen nähern, klettern ihre Songs unaufhaltsam die Charts empor. Auf geheimen Gigs geben die “Bandits” vielumjubelte Konzerte und mutieren dadurch landesweit zu Kult-Stars. In die Enge getrieben, sehen sie sich dann gezwungen, eine Geisel zu nehmen…

Fluchtspektakel um vier weibliche Knastvögel, einen fiesen Cop und eine sehr attraktive (männliche) Geisel. “Blues Brothers” für das weibliche Publikum mit einem Schuß “Thelma und Louise”.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Fernab aller muffiger Beziehungskisten siedelte Katja von Garnier ihren ersten reinrassigen Spielfilm an, der wie ein ungebändigter Wildfang über die Leinwand fegt und sich nur in den wenigsten Momenten darum zu kümmern scheint, was andere von ihm halten. Mit Katja Riemann, Jasmin Tabatabai, Nicolette Krebitz und Jutta Hoffmann als titelgebende Rockband hochkarätig besetzt und irgendwo im Niemandsland zwischen “Blues Brothers” und “Thelma & Louise” angelegt, vertraut die Regisseurin mehr auf die reinigende Kraft des Rock’n’Roll denn inhaltliche Stringenz, um ihr modernes Musikmärchen an die Frau (und sicherlich auch zahlreiche Männer) zu bringen.

    Schon in “Abgeschminkt”, ihrem 55-minütigen Übungsfilm, der 1993 1,1 Mio. Zuschauer in die deutschen Kinos zog und seine Regisseurin ins Rampenlicht rückte, bewies von Garnier ein besonderes Talent darin, die Bedürfnisse, Wünsche und Träume junger Frauen in frechen Dialogen und knalligen Bildern auf den Punkt zu bringen. In “Bandits” ist es wieder die spielerische Interaktion gerade zwischen den Mitgliedern der titelgebenden Knastband, die sich nach ihrem Ausbruch auf der Suche nach Freiheit quer durch die Bundesrepublik hangeln, die sofort ins Auge sticht. Das männliche Geschlecht spielt in “Bandits”-Land eine untergeordnete Rolle und ist, wenn überhaupt, mit groben Strichen grotesk skizziert. Frech setzt Katja von Garnier mit ein paar gezielten Tritten in die Unterleibspartie die real existierende Herrschaftsstruktur außer Kraft: Männer sind hier nur geile Bullen, koksende Abzocker-Musikproduzenten oder, im besten aller Fälle, treudoofe Sexobjekte (“Hugo”-Vorzeigetyp Werner Schreyer beweist, daß die schauspielerischen Talente männlicher Supermodels ebenso beschränkt sind wie die der weiblichen Kolleginnen). Recht deutlich orientiert sich die Regisseurin hier an dem Vorbild “Thelma & Louise”. Während in Ridley Scotts bemerkenswertem Film allerdings nach allen Regeln der Erzählkunst die Spannungsschraube angezogen wird, bis die Heldinnen den Point of no return erreicht haben, nähert sich Katja von Garnier dem finalen Klopfen an die Himmelstür auf unkonventionell intuitive Weise. Kaum eine Szene oder emotionale Entwicklung, die nicht in bester Musical-Manier in eine Musiknummer münden würde. Nicht immer funktioniert das gewagte Konzept, zu oft wirken diese inhaltlichen Knotenpunkte wie eingeschobene Videoclips, die eher ablenken als illuminieren. Aber “Bandits” ist von einer so entwaffnenden Ehrlichkeit, daß er auch seine Schwächen mit stolzer Brust zur Schau trägt.

    Wie “Bandits”-Frontfrau Lola (Jasmin Tabatabai) ist auch diese visuell ambitionierte Unabhängigkeitserklärung ein Rebel without a cause, ein Rebell ohne Grund: ganz knallhart-kokette Pose, ohne so recht zu wissen, was passieren soll, wenn man die beengenden Wände einmal eingetreten hat. So funktioniert der Knastfilm als durchaus ausgeklügeltes Porträt einer ziellosen Generation, die den Glauben an Veränderung verloren hat, aber nicht ihre Energie. Wunderbar funktioniert dabei das Zusammenspiel gerade von der rastlosen Tabatabai und Katja Riemann, die der Aggression eine ruhige Intelligenz entgegensetzt und dabei wie eine Elder Stateswoman wirkt. Schöne Kontraste setzen auch Nicolette Krebitz als schwaches Glied im Quartett und die Veteranin Jutta Hoffman, deren Trauer um ihren verstorbenen Ehemann “Bandits” eine Generationen überschreitende, angenehm melancholische Dimension verleiht. Bedauerlich eigentlich nur, daß die vier Frauen nicht “Me and Bobby McGee” von Janis Joplin in ihr Programm aufgenommen haben. Die Zeile “Freedom is just another word for nothing left to lose” wäre ein ideales Leitmotiv gewesen für einen Film, der nicht perfekt ist, es vermutlich auch nicht sein will, aber gerade für ein weibliches Publikum perfekt funktionieren sollte. ts .

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