Aviator

  1. Ø 3.8
   2004

Aviator: Episches Porträt des Flugpioniers und Filmmoguls Howard Hughes, das erneut Martin Scorsese und Leonardo DiCaprio zusammenführt.

Aviator Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Aviator: Episches Porträt des Flugpioniers und Filmmoguls Howard Hughes, das erneut Martin Scorsese und Leonardo DiCaprio zusammenführt.

Mit 18 Erbe der Maschinenfirma seines Vaters, zieht es den jungen Howard Hughes (Leonardo DiCaprio) von Texas nach Hollywood, wo er sein Geld in Filme steckt und in den folgenden Jahren sowohl die Karriere zahlreicher Stars lanciert als auch so zeitlose Kinoklassiker produziert wie „Hell’s Angels„, „Front Page“, „Scarface“ oder „Geächtet„. Nebenbei hat der zeitweilige Besitzer der RKO-Studios noch Zeit, Abenteuer als Flieger-As zu vollbringen, Flugboote zu entwerfen, die TWA zu gründen, die Satellitentechnik anzukurbeln und feinen Damen wie Ava Gardner (Kate Beckinsale) oder Katherine Hepburn (Cate Blanchett) nachzustellen.

Martin Scorsese

Als Howard Hughes Anfang 20 Hollywood erobern will, nimmt niemand ihn ernst. Doch der texanische Millionenerbe inszeniert einen Kassenhit, produziert Filme, hat Affären mit Glamourgöttinen, gründet eine Fluggesellschaft, bricht als Flieger Rekorde und baut mit enormen Summen revolutionäre Flugzeuge. Hughes wird eine Berühmtheit für die Öffentlichkeit, die jedoch nichts von seinen Dämonen ahnt.

Er ist jung, reich, gutaussehend und ungerührt vom Imponiergehabe der alteingesessenen Hollywood-Bosse. Der texanische Öl-Erbe Howard Hughes erobert Ende der 20er Jahre die Traumfabrik, dreht Erfolgsfilme und verdreht den Diven und Starlets reihenweise die Köpfe. Doch seine wahre Leidenschaft gilt dem Fliegen, für das er unbeirrbar kämpft. Mit seiner Fluggesellschaft TWA ängstigt er den Konkurrenten PanAm und macht sich viele Feinde. Niedergestreckt wird der charismatische Kämpfer aber doch noch: von seiner eigenen Psyche.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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  • „Besonders wertvoll”

    Und wieder fügt Martin Scorsese seinem filmischen Gesamtwerk ein außergewöhnliches Meisterstück hinzu: Eine große Leistung, den Zuschauer drei Stunden in atemloser Spannung zu halten. Mit ruhig und großzügig lang ausgespielten Szenen, die nur von Dialogpartien beherrscht werden - dies aber auf höchstem Niveau des Kunstgenusses. Dann wieder von schnell geschnittenen Szenen prallen Lebens, in Hollywoods Filmmilieu, bei Dreharbeiten oder Flugszenen. Höhepunkte sind die Auseinandersetzungen mit seinen Lebenspartnerinnen Katherine Hepburn und Ava Gardner und ein absolutes Glanzlicht sein Auftreten vor dem Untersuchungsausschuß in Washington, wo er vom Angeklagten zum Ankläger wird.

    Die Besetzung ist in allen Haupt- und Nebenrollen wohl durchdacht und überzeugend. Das Spiel der Darsteller unter der sicheren Führung Scorseses eindrucksvoll. Cate Blanchett als Katherine Hepburn und Kate Beckinsale als Ava Gardner brillieren in starken Szenen. Aber alle überragend in einer "Oscar"- reifen Leistung: Leonardo di Caprio. Faszinierend seine Dynamik, seine Stärke ausstrahlende Überzeugungskraft und seine Entwicklung von einem von krankhafter Phobie geplagten Giganten der Film- und Luftfahrtindustrie zum verletzbaren Eigenbrötler auf dem Weg in den Wahn.

    "Aviator" zeigt nicht nur das Leben eines außergewöhnlichen, genialen Menschen und rebellischen Außenseiters, sondern auch ein mit großem Aufwand und Sorgfalt inszeniertes Zeitbild einer bewegten Epoche Amerikas. Kamera und Lichtgestaltung, Musikscore und Montage, eine Ausstattung mit fantasievollen Bauten und berauschenden Kostümen entsprechen dem Anspruch eines großen Films und Kinoereignisses.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Die Gang of New York ist zurück – und ihr neues Revier ist Hollywood. In den Spotlights von Premieren, im Partysog der Nightclubs und in der Prachtarchitektur des Zelluloidadels, entfalten Martin Scorsese, seine von Leonardo DiCaprio angeführte Starbesetzung und Topkünstler aus Scorseses Kreativteam ein opulentes Porträt des Visionärs, Milliardärs und Frauenhelden Howard Hughes, das auch in intimen Momenten Glanzpunkte setzt. Überzeugend als Bilderbuch, Persönlichkeitsstudie und Liebeserklärung an das Goldene Zeitalter von Tinseltown, löscht dieser Big-Budget-Howard die schlechten Erinnerungen an eine gleichnamige lahme Ente und verdient die Umarmung eines großen Publikums.

    Wie schon bei der „Alexanderschlacht“, aus der sich Scorsese zurückzog, konkurrierten hier mehrere Projekte miteinander, darunter von Christopher Nolan, Michael Mann (der Regie und Star an Scorsese abtrat und nur noch als Produzent auftritt) und von Warren Beatty, der als Idealbesetzung vor Jahrzehnten bereits ein Drehbuch schrieb, dann als legendärer Zögerer aber die Produktion so lange vertrödelte, bis Falten den jungen Hughes unerreichbar machten. Auf diesen aber konzentriert sich John Logans Drehbuch, das einen Zeitraum von 20 Jahren abdeckt und 1947 mit Hughes letztem öffentlichen Großauftritt endet. So spannend auch die folgenden 30 Jahre gewesen wären, in denen Hughes Fox-Star Jean Peters zur Frau nahm, obwohl er bereits heimlich mit RKO-Starlet Terry Moore verheiratet war und er sein Imperium als exzentrischer Einsiedler leitete, interessiert sich Scorsese nicht für das Skandalöse, sondern die Leistung – und als wandelnde cineastische Enzyklopädie natürlich auch für die Glanzzeit Hollywoods.

    Nach einem verstörenden Opening aus Hughes‘ Kindheit, mit dem Scorsese sehr verkürzt den späteren Paranoiker und Phobiker erklärt, aber in der Kontrastierung von Mensch und Raum auch ein Monument von Orson Welles zitiert, steigt man mit den Dreharbeiten zum extrem teuren Regieerstling „Hell’s Angels“ mitten in das Leben des 22-jährigen Millionenerben ein. Hier zeigt sich der Pionier, der Außenseiter, der das System herausfordert, aber auch die Eitelkeit eines Mannes, der Sternberg toppen will, im Unterschied zu ihm aber wenigstens sein eigenes Vermögen verschwendet. Als Hughes seine Fluggesellschaft gründet, rückt Hollywood, von einem kleinen Exkurs zum Western „Geächtet“ abgesehen, in den Hintergrund. Der kalifornische Harem, in dem der Frauenmagnet wilderte, aber bleibt präsent. Scorsese beschränkt sich auf Faith Domergue, die Hughes als 15-Jährige kennen lernte, auf Ava Gardner (Kate Beckinsale), die mit Hughes zwischen oder auch während ihren Ehen mit Mickey Rooney und Artie Shaw Stop-and-Go-Affären hatte, und Hughes große Liebe Katharine Hepburn, die Cate Blanchett lebhaft, in eigenwilliger Theatralik, witzig und auch sensibel verkörpert.

    Thematischer Schwerpunkt ist aber Hughes‘ Rolle als Flugpionier, der Geschwindigkeitsrekorde aufstellte, der mit der TWA die Monopolstellung von Pan Am zu brechen versuchte, der von korrupten Politikern sabotiert wurde und von neuen Maschinen nicht nur träumte, sondern sie mit dem ihm eigenen Perfektionismus auch entwarf und bauen ließ. Von den ersten Bildern an untermauern Scorsese, Kameramann Robert Richardson und Produktionsdesigner Dante Ferretti ihren Anspruch, hier ein Porträt von Format auf die Leinwand wuchten zu wollen. Dank dieser Koalition ist „Aviator“ eine Sehenswürdigkeit: prachtvolle Totalen von Filmpremieren, dynamische Nightclubszenen, eine Notlandung im surreal blaugrauen Gemüsefeld, Glamourfotografie und Zitate aus der Technicolor-Ära, ein spektakulärer Crash mitten in Beverly Hills, Alec Baldwins traumhaftes Pan-Am-Büro, aber auch die Sequenzen, die den Absturz des Fliegers, seine Deformation zum paranoiden Sonderling zeigen, dessen Angst vor Keimen zwanghaft und dominant wird. Diese Szenen verleihen der anfangs schwerelosen Aufsteigerbiographie wichtiges Gewicht, lassen DiCaprio stärker in den Vordergrund treten, der dank Make-up, Outfit und Ausleuchtung Hughes immer ähnlicher wird, ihn auch als gequälte Seele begreifbar macht. Nicht zuletzt dank DiCaprio ist „This Boy’s Life“ mehr als nur großes Augenkino. kob.

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