Alpen

  1. Ø 0
   2011

Alpen: Skurriles Drama um eine Agentur, deren Mitglieder als Verstorbene für deren trauernde Angehörigen posieren vom Regisseur des preisgekrönten "Dogtooth".

Alpen Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Alpen: Skurriles Drama um eine Agentur, deren Mitglieder als Verstorbene für deren trauernde Angehörigen posieren vom Regisseur des preisgekrönten "Dogtooth".

Eine Krankenschwester, ein Rettungssanitäter, eine Turnerin und deren Trainer betreiben eine Agentur namens Alpen mit einer sehr ungewöhnlichen Dienstleistung: Sie bieten an, als Verstorbene für deren Angehörige zu posieren. Sie geben sich Codenamen von Bergen. Ihr Chef nennt sich Mont Blanc nach dem höchsten Berg der Alpen. Ihre Regeln sind streng. Eine davon ist, sich nicht gefühlsmäßig involvieren und sich erst recht nicht auf eine sexuelle Beziehung mit den Kunden ein zu lassen. Wer die Regeln missachtet, mag es auch nur eine unbedeutend scheinende sein, wird bestraft.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Skurriles Drama um eine Agentur namens „Alpen“, deren Mitglieder als Verstorbene für deren trauernde Angehörigen posieren.

    Yorgos Lanthimos, der international mit dem für den Oscar nominierten „Dogtooth“ Aufmerksamkeit erregte, legt ein weiteres verstörendes Gesellschafts-Experiment vor. Hier schlägt er allerdings einen etwas leichteren, verspielteren, humorvolleren Ton an. Noch stärker als bei „Dogtooth“ zeigen sich seine Wurzeln im experimentellen Theater. Er spielt mehr mit der Sprache, etwa mit dem Unterschied zwischen buchstäblicher Bedeutung eines Wortes, Satzes oder deren übertragenen Sinn. (Auch mit Untertiteln kommt das gut heraus.) Der absurde Humor, der lakonisch ist, auch mal bitterböse und zum bitteren Ernstkippen kann, ist nicht nur in der Sprache, sondern auch den Situationen zu finden, in die Lanthimos seine Figuren, eine Krankenschwester, einen Rettungssanitäter, eine Turnerin und deren Trainer, hineinbugsiert. Als sich nach Bergen der Alpen nennende Mitglieder einer kuriosen Agentur gehen sie zu Eheleuten, deren Partner gestorben ist, oder zu einer Familie, die um die sportliche Tochter trauert. Allein, dass sie nur mit wenigen Kleinigkeiten verkleidet, etwa einem Schweißband, auftreten, von den Angehörigen aber sofort als Verstorbene akzeptiert werden, birgt eine gewisse Komik. Wie bei „Dogtooth“ geht es Lanthimos darum, eine in sich geschlossene Gesellschaft und ihr Funktionieren bzw. Nicht-Funktionieren zu schildern. Die Agentur funktioniert nach einer Reihe von Regeln, dabei stehen bürokratisch-banale gleichwertig neben moralisch-schwerwiegenden. Deren Nichtbefolgung wird gleichermaßen bestraft bisweilen drakonisch, so dass dem Zuschauer das leise Schmunzeln nicht mehr nur vergällt wird, sondern wie in „Dogtooth“ harte Schockeffekte gesetzt werden. Die Bestrafungsexerzitien erreichen nicht die Härte eines Haneke-Filmes. Dafür wirkt es zu theaterhaft. Eine Regel für die „Agenten“ lautet, sich nicht gefühlsmäßig zu involvieren und sich erst recht nicht auf eine (sexuelle) Beziehung mit den Klienten ein zu lassen, eine Regel von mehreren, die die Krankenschwester missachtet, aber auch die anderen geraten mit dem rigiden Regelwerk in Konflikt. Die Agentur wird am Ende des Filmes einige Opfer zu beklagen haben. Lanthimos irritiert, überrascht und gefällt zugleich mit seinem absurden gesellschaftskritischen und theatralen Kinostück abseits der Konventionen, stellt mehr Fragen als er Antworten gibt und regt so zum Nachdenken an. hai.

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