Unterwegs nach Cold Mountain (2003)

Originaltitel: Cold Mountain
Unterwegs nach Cold Mountain Poster
Nicht mehr im Kino.
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  1. Ø 5
Kritikerwertung (1)
  1. Ø 0

Filmhandlung und Hintergrund

Unterwegs nach Cold Mountain: Prachtvolles und starbesetztes Abenteuerkino von Anthony Minghella nach dem Roman von Charles Frazier vor dem Hintergrund des amerikanischen Bürgerkriegs.

Nachdem man sich eben erst beschnuppert hat, reißt der Ausbruch des Bürgerkrieges Mitte des 19. Jahrhunderts das Siedlerpaar Inman (Jude Law) und Ada (Nicole Kidman) aus South Carolina gleich wieder auseinander. Während er als Konföderierter unter dem Banner des Südens Heldentaten vollbringt, muss Großstadtpflanze Ada an der Heimatfront den Hof in Schwung und die Verehrer von der Scholle halten. In beiden Fällen ist die schräge, aber patente Ruby (Renee Zellweger) eine willkommene Hilfe. Unterdessen macht sich Inman auf den tückenreichen Heimweg.

Homers “Odyssee” lässt schön grüßen, wenn Bilderzauberer Anthony Minghella (“Der englische Patient”) eine beeindruckende Starriege zum Abenteuerurlaub unter Gefechtsbedingungen bittet.

Mehrfach verwundet und zermürbt vom Blutbad des amerikanischen Bürgerkriegs, flieht der Konföderierte Inman zurück nach Hause, nach Cold Mountain. Dort wartet Ada auf ihn, die Frau, die er kaum kennt, doch liebt. Bis Sehnsucht erfüllt wird, kämpfen beide an unterschiedlichen Fronten ums Überleben. Denn das Gift des Kriegs hat überall Angst, Hunger und Gewalt gesät.

Das Schicksal vergönnt dem jungen Liebespaar Ada und Inman nur einen einzigen Kuss, bevor Inman als Konföderierter in den Bürgerkrieg ziehen muss. Während die Pfarrerstochter Ada daraufhin nur mit Hilfe der resoluten Ruby die folgenden mageren Jahre überlebt, kämpft sich der an der Front verwundete Inman schließlich als Deserteur 300 beschwerliche Meilen nach Hause zurück. Immer auf der Flucht vor feindlichen Soldaten, habgierigen Verrätern und Teague, dem von blindem Hass auf alle Deserteure getriebenen Führer der Bürgermiliz.

Videos und Bilder

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Anthony Minghellas neuer Film hat das Gewicht einer Tragödie und bewirkt dennoch große Erleichterung. Der Patient, der hier erfolgreich behandelt wurde, ist nicht englisch, sondern amerikanisch. Gemeint ist das früher populäre, heute aber angeschlagene anspruchsvolle Erzählkino Hollywoods. Vertreten durch Meisterregisseure wie William Wyler oder George Stevens, gekennzeichnet von perfekt geschnürten Unterhaltungspaketen, die mit bestechender Qualität das Bild, das Wort, die Psychologie von Charakteren und die Dramen des Lebens zwischen Euphorie und Trauer feierten. Das alles kann man wieder auf dieser packenden, düsteren Reise zum kalten Berg finden, die in ihren schönsten Momenten von großer Wärme erfüllt ist.

    Wie in seinen beiden letzten Prestigeprojekten “Der englische Patient” und “Der talentierte Mr. Ripley” konnte sich Oscarpreisträger Minghella auch dieses Mal auf eine erlesene literarische Vorlage, Charles Fraziers Bestseller “Cold Mountain”, stützen. Die Struktur des Buchs, das Auf- und Abblenden zwischen der Heimat in den Blue Ridge Mountains von North Carolina und der Odyssee eines desertierten Soldaten nach Hause, behält die Verfilmung bei, wie auch den unpathetischen Erzählton und den Schwerpunkt, der auf dem Intimen, nicht dem Monumentalen liegt. Geradezu auffällig meidet der Film episch-majestätische Shots, die bei einem Projekt wie diesem möglich gewesen wären, um den erzählerischen Umfang zu spiegeln. Selbst die einzige große Schlachtsequenz, in der zu Beginn Yankee-Truppen in ihre eigene Falle tappen und – zur nahezu statischen Masse gestaut – von Südstaatlern abgeschlachtet werden, ist eher ein schmutziger hässlicher Blick aufs Detail als ein wuchtiges Panorama-Gemetzel. Hier, inmitten von blutig verstümmelten, aufgetürmten Leibern, beginnt die Geschichte des Konföderierten Inman (Jude Law), der schwer verletzt wieder einmal dem Tod entkommen ist. Warum er verschont wurde, erfährt er aus einem Brief im Hospital. “Komm zu mir zurück”, schreibt ihm Ada (Nicole Kidman), die intellektuelle, aristokratisch wirkende Reverendstochter, die er drei Jahre zuvor in Cold Mountain verlassen hat, um in den Krieg gegen die Yankees zu ziehen. Der Reiz dieser Liebesgeschichte, dem Motor der Handlung, ist ihr Entwicklungsstadium. Während Inman flieht und sich, bedroht von Gesetzlosen, Yankees, aber auch Konföderierten, die Jagd auf Deserteure machen, durch das Hinterland der Front schlägt, erfährt man in Rückblenden, dass er und Ada sich vor dem Abschied kaum kannten. Dass ihre Liebe bisher nur ein großes Versprechen war, besiegelt in einem einzigen Kuss. Diese Sehnsucht ist der Impuls zum Leben für beide Charaktere. Für Ada, die nach dem Tode ihres Vaters, verarmt und fast verhungert, in der energischen Ruby (Renée Zellweger) Hilfe und Freundschaft findet. Wie auch für Inman, der schillernden Figuren begegnet, die ihm helfen, ihn verführen, verraten oder töten wollen.

    Das ganze Spektrum der menschlichen Natur ist in diesem, vornehmlich in Rumänien gedrehten Film komprimiert, den man sich noch länger wünschte als 155 Minuten. In seinem Reisemotiv wirkt “Unterwegs nach Cold Mountain” notwendigerweise episodenhaft, hat einige packende Spannungsmomente und trotz einer ruhigen Erzählweise gerade in der zweiten Hälfte einen dramatischen Sog, dem man sich nicht entziehen kann. Manche der Figuren muss man zu schnell verlassen, aber alle bleiben in Erinnerung. Der gefallene Gottesmann (Philip Seymour Hoffman), der eine von ihm geschwängerte Schwarze zu töten versucht, die einsame junge Witwe (Natalie Portman), die fast vergewaltigt wird, Adas Nachbarin Sally, die Mann, Söhne, Sprache verliert und doch wieder lachen kann, Ray Winstone als Killer und Hassfigur des Films sowie Chamäleon Brendan Gleeson als Rubys verachtenswerter Vater, der sich Vergebung verdient. Diese bis in die kleinsten Rollen markante Besetzung gehört wie Kamera, Ausstattung, Regie und Soundtrack (sehr zurückgenommene, authentische Musik) zu den Qualitätskomponenten von “Unterwegs nach Cold Mountain”, aber seine hoffentlich positive kommerzielle Zukunft entscheiden die drei Stars. Kidman und Law sind als attraktive, nuanciert Emotionen zeigende Geschöpfe perfekt besetzt, doch Zellweger übersteht das Duell mit diesen Kameramagneten mit einem Triumph. Ihre furchtlose Ruby, die anfangs wie ein Trampel vom Schlag “Kohlhiesels Töchter” über Adas marode Farm hinwegfegt, bringt Humor, Herz und Dynamik in den Film, der nicht nur in ihrer Darstellung absolute Oscarreife zeigt. kob.

Darsteller und Crew

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