Der talentierte Mr. Ripley (1999)

Originaltitel: The Talented Mr. Ripley
Der talentierte Mr. Ripley Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Der talentierte Mr. Ripley: Spannendes Erzählkino in optischer Pracht nach dem gleichnamigen Patricia-Highsmith-Krimi.

Arbeiterkind Tom Ripley träumt vom Leben in der Highsociety. Eine Möglichkeit tut sich auf, als ihn ein reicher Reeder für seinesgleichen hält und ihn nach Italien schickt, um seinen Sohn Dickie vom Dolce vita ins Geschäftsleben zu bugsieren. Stattdessen läßt Tom sich von Dickie und dessen Verlobter Marge ins Szeneleben einführen, das er nicht mehr verlassen will, koste es, was es wolle.

Jungplayboy Dickie Greenleaf genießt mit seiner Verlobten Marge im Italien der fünfziger Jahre das Dolce vita. Diesen soll der mittellose Ripley im Auftrag von dessen Vater zurückholen. Dickie verweigert aber die Rückkehr in die USA und fordert Ripley auf, einige Zeit mit ihm zu verbringen. Die Männer freunden sich an, Ripley richtet sich ein. Doch da kündigt Greenleaf urplötzlich die Freundschaft. Eine Rauferei weitet sich zum todernsten Kampf aus. Ripley tötet Dickie, und ein verzwicktes Versteckspiel nimmt seinen Lauf…

Der mittellose Ripley soll Nachwuchsplayboy Dickie Greenleaf im Auftrag von dessen Vater aus Italien in die USA zurückbringen. Statt dessen freunden sich die beiden Männer an, bis Ripley bei einem Streit Dickie tötet. Verfilmung des gleichnamigen Romans von Patricia Highsmith durch Anthony Minghella (“Der englische Patient”), in dessen Mittelpunkt der von Matt Damon verkörperte notorische Lügner Ripley steht.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Nach seinem Oscar-gekrönten Liebesfilm "Der englische Patient" setzt Regisseur Anthony Minghella auf psychologischen Thrill vom Feinsten. Der Roman von Patricia Highsmith war bereits 1956 unter dem Titel "Nur die Sonne war Zeuge" mit Alain Delon verfilmt worden - die Unmoral des Romans, dass der Bösewicht mit seinen Taten durchkommt, wurde hier natürlich beschönigt.

    In Minghellas Verfilmung ist dies nicht so. Die Rolle des bösen Tom Ripley ist mit Matt Damon nicht nur völlig gegen den Strich besetzt, sondern Tom Ripley wird für den Zuschauer auch zur direkten Identifikationsfigur, der man ihren Erfolg gönnt, auch wenn er am Ende für seine Nichtbestrafung und ein Leben in Saus und Braus einen hohen Preis zahlen muss.

    Besetzungstechnisch haben die Casting-Leute, auch wenn die Rollen nicht den üblichen Darstellerklischees entsprechen, großartige Arbeit geleistet. Vor allem Matt Damon brilliert dank seiner grandiosen Mimik als aufsteigender Sonderling, Jude Law sprüht nur so vor Charme wie auch vor Arroganz. Gwyneth Paltrow hingegen wird leider etwas zur Staffage, was nicht daran liegt, dass ihr Spiel farblos ist, sondern eher daran, dass ihre Figur nicht genug ausgebaut wurde.

    Insgesamt ist Minghella ein perfekt durchgestylter Psycho-Thriller gelungen, der dank seiner flirrenden Atmospäre vor der großartigen Kulisse Italiens durchweg fesseln und begeistern kann. Großes Kino mit eigentlich geringem Aufwand inszeniert, so kostete "Der talentierte Mr Ripley" nur 40 Millionen Dollar, wobei er allein in den USA schon mehr als das doppelte eingespielt hat. Ein Fest für Geist und Auge.

    Fazit: Ein perfekt durchgestylter Psycho-Thriller mit flirrender Atmosphäre. Großes Kino, das begeistern kann.
  • Eine fulminante Highsmith-Verfilmung ist Anthony Minghella gelungen, die sich mit der ersten Kinoversion des 1955 erschienenen Hochspannungskrimis von René Clément mehr als messen kann. Der grandios talentierte Matt Damon als der Titel-Ripley ist im Gegensatz zu dem schillernd bösartigen, charismatisch unwiderstehlichen Alain Delon der Clément-Klassikers “Nur die Sonne war Zeuge” (1959) der scheinbar solide All-American-Boy, der im Lügen, Täuschen und Betrügen eine meisterliche Undercover-Kunstfertigkeit entwickelt, die ihn bei einem Mord nach dem anderen ungeschoren davonkommen lässt. Das ist spannendes Erzählkino mit großem Atem und spürbarer Liebe zu den Personen, wie es auch Hithcock nicht besser machte.

    Oscar-Gewinner Minghella (“Der englische Patient”) schafft ein faszinierendes Ambiente des Dolce-Vita-Treibens reicher Amerikaner im Italien der 50er Jahre. Eine idyllische kleine Küstenstadt bei Neapel, San Remo, Rom und Venedig sind die mondänen Schauplätze, wo sich in eleganten Villen, Cafés, Nachtlokalen, Palazzi und Luxusyachten Erotik, Intrigen, Sex und Crime abspielen. Tom Ripley (Damon) kommt in diese Szene im Auftrag des New Yorker Reeder Herbert Greenleaf, um dessen dort auf großem Fuß lebenden Sohn Dickie (Jude Law als schöner, strahlender und auch der Homoerotik nicht abgeneigter Mittelpunkt der lockeren Lifestyle-Clique) zur Rückkehr in die USA zu bewegen. Dickie lebt mit der schönen jungen Schriftstellerin Marge (Gwyneth Paltrow bodenständig mit vernünftig klarem Kopf und rechtzeitigen Zweifeln an Toms Lauterkeit) zusammen, ist aber auch anderen Weiblichkeiten durchaus zugetan. Minghella zeigt das vitale, lustvolle In-den-Tag-hinein-Leben der jungen und schönen Reichen mit mitreissendem Schwung und genauem Gespür für den Zeitgeist der 50er Jahre. Fabelhaft trifft er auch in der Musik, die von Miles Davis und Sonny Rollins bis zu Klassikern wie Vivaldi, Bach und Beethoven reicht, ein temperamentvoller Höhepunkt ist ein populärer italienischer verjazzter Song, spontan in einem Nachtclub von Jude Law und Matt Damon mit den Profi-Musikern exzellent gesungen. Jazz ist eine Leidenschaft, die Tom mit Dickie teilt – oder gibt er das nur vor, weil er sich mehr und mehr in die Identität des reichen Reedersohnes hineinmanövrieren will? Unter dem Vorwand, Dickie zu seinem Vater auftragsmäßig zurückzubringen, genießt er mit größtem Vergnügen die Situation finanzieller Sorglosigkeit. Und seine Spielereien mit Stimmen-Imitationen und dem täuschend ähnlichen Fälschen der Unterschrift Dickies, amüsieren diesen, lassen aber Marge aufmerken. Minghella, der sich in seinem Drehbuch an den Roman von Patricia Highsmith hält, steigert den Suspense in einem langsam intensiven Crescendo, wenn Dickies fröhlicher Freund Freddie (Philip Seymour Hoffman) auftaucht, der Tom mit Argwohn betrachtet. Eine junge Italienerin aus Dickies Umkreis begeht Selbstmord, und schließlich kommt es auf einer Bootsfahrt zu einem auch physisch heftigen Streit zwischen Dickie und Tom, der für den reichen Amerikaner tödlich endet. Und Tom Ripley, der in Minghellas Film so gar nicht der Typ des Serienkillers ist, entdeckt plötzlich ein neues Leben, das er mit Raffinesse und völlig Skrupel realisiert.

    Mag in dem französischen Film Alain Delon die Faszination des erotisch attraktiven Mörders haben, so ist Matt Damon in Minghellas Version der Jedermann, der wie du und ich fähig ist zu morden und packt uns beunruhigend unmittelbar. Vieler Oscars und auch in Deutschland einer siebenstelligen Zuschauerzahl dürfte der von John Seale atmosphärisch dicht fotografierte Film sicher sein. fh.

Darsteller und Crew

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