Pornorama oder Die Bekenntnisse der mannstollen Näherin Rita Brauchts (2007)

Pornorama oder Die Bekenntnisse der mannstollen Näherin Rita Brauchts Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Pornorama oder Die Bekenntnisse der mannstollen Näherin Rita Brauchts: Überdrehte Komödie vom Spezialisten für das "Verhalten geschlechtsreifer Großstädter" über die wilden 60er.

Als die sexuelle Revolution in einem Sommer Ende der 60er Jahre selbst München-Ramersdorf erfasst, will auch der 20-jährige Polizeianwärter Bennie (Tom Schilling) nicht zu kurz kommen. Bei einer Observierung verschaut er sich hoffnungslos in die hübsche Kommunardin Luzi (Karoline Herfurth). Gleichzeitig überredet ihn sein unbedachter Bruder Freddie (Benno Fürmann), die Regie bei einem der gerade im Kino schwer angesagten “Aufklärungsfilme” zu übernehmen. Für Bennie beginnt ein anstrengendes Doppelleben.

Oscarpreisträger Marc Rothemund (“Sophie Scholl”) steht der Sinn nach etwas Unbeschwertem im Stil von “Harte Jungs”, wenn er den Zeitgeist der 68er in einer romantischen Komödie entfesselt. Erfolgsproduzent Bernd Eichinger (“Das Parfum”) finanziert den Spaß.

Polizeianwärter Bennie lässt sich von seinem älteren Bruder und Hallodri Freddie überreden, einen “Aufklärungsfilm” zu drehen. Doch nicht nur der Finanzier des Films, ein Pizzabäcker, oder die vollbusige Hauptdarstellerin, die kein Wort Deutsch kann, machen Probleme am Set, sondern auch die Liebe sorgt für einige Turbulenzen.

Hallodri Freddie will Ende der Sechzigerjahre mit einem notdürftig zusammengestellten Team einen Aufklärungsfilm drehen, um seine Geldsorgen loszuwerden. Damit beginnen auch schon die Probleme, denn keiner der Beteiligten hat tatsächlich eine Ahnung von Film und im Zweifelsfall auch nicht von Sex. Vor allem die Besetzung der Titelheldin Nina Brauchts mit einer vollbusigen Italienerin, die kein Deutsch kann und sich nicht vor der Kamera ausziehen will, bereitet der Crew um Freddie Kopfzerbrechen.

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Kritikerrezensionen

  • Hinter dem knalligen Titel verbirgt sich eine Mainstream-taugliche romantische Komödie, in der sich ein Polizeianwärter und eine Kommunardin verlieben.

    Im Rahmen dieser sympathischen Lovestory im München der späten Sechziger erzählen die Macher aber auch vom Filmedrehen. Und die kennen sich aus, handelt es sich doch um die “Harten Jungs” Marc Rothemund und Granz Henman, die die Idee hatten, und Bernd Eichinger, der produzierte und seinen reichen Erfahrungsschatz einfließen ließ. Stephan Puchner führte es im Drehbuch aus. Dabei geht es nicht um irgendeinen Filmdreh, sondern um einen Porno im Mäntelchen des damals populären Aufklärungsfilms. Einen solchen will Hallodri Freddie (Benno Fürmann) realisieren, um seine Geldsorgen loszuwerden. Ein Team, das sich mehr durch Begeisterung denn Kompetenz auszeichnet, hat er auch schon beisammen: Pizzabäcker Cesare produziert, Kinovorführer Eckert kümmert sich um den Ton (Dieter Landuris und Michael Gwisdek im Dialekt- und Typenkomödie-Modus), Friseuselehrling Irene (Lisa Marie Potthoff) ist für Kostüme sowie Maske und Kiffer Lothar (Martin Glade) für das Licht zuständig. Seinen jüngeren Bruder Bennie (Tom Schilling), einen grundsoliden Polizeianwärter und angehenden Kameramann, überredet Freddie, Regie zu führen. Bennie hat zwar vom Thema des Films keine Ahnung, doch eine Kommunardin (charmant und keck: Karoline Herfurth), die er bei einer Demo für Frieden und freie Liebe vor das Objektiv bekommt und in die er sich Hals über Kopf verliebt, macht Schluss mit seiner Unwissenheit. Eine Location, einen Getränkemarkt, hat Freddie über seine aggressiven Verführungskünste auch gefunden. Damit sind natürlich längst nicht alle Probleme der Hobbyfilmer gelöst. Doch fast alle werden es – wie es sich für das Genre gehört – bis zum Ende des turbulenten Spaßes sein, bei dem zwischen wilden Slapstick auch nachdenkliche Passagen ihren Platz haben. Für die eingeschworene “Pornorama”-Crew gehört zu den größten Pleiten, Pech und Pannen die Besetzung ihrer Titelheldin Nina Brauchts mit einer vollbusigen Italienerin, die zwar viel Gefühl, aber keine Sprachkenntnisse mitbringt und schließlich statt ihrem Text Cesares Speisekarte voller Inbrunst rezitiert – und der Crew, obwohl sie sich nicht ausziehen will, letztlich einen gelungenen Orgasmus vorspielt. Wie für die “Pornorama”-Crew stellt sich Sandra Ferrara auch für den Film als Glücksfall heraus. Sie spielt genüsslich mit den Klischees. Das versucht auch der Film, dem das aber nicht durchgehend gelingt. Manchen Witzen fehlt einfach die Leichtig-keit, doch angesichst der recht hohen Gag- und Slapstick-Dichte und einem gut gelaunten und harmonierenden Ensemble sollte das Komödienpublikum auf seine Kosten kommen. Komische Highlights sind Ausschnitte aus originalen Aufklärungsfilmen wie auch “Pornorama” selbst, in dem trotz der Anweisung “Denk dran, keine Kunst” die Eisenstein-Montage mit Tunneldurchfahrt und Feuerwerk als bekannte Bilder für den Orgasmus verwendet wird. Liebevoll gemacht ist auch das Sixties-Design bei Ausstattung und Kostüm. Besonders gelungen in dieser Hinsicht ist auch der Retro-Soundtrack von Mousse T., der zur ansonsten modernen Optik den Sound und das Lebensgefühl der Sixties liefert. Also: ein gelungener Begleitfilm zu “Das wilde Leben”. hai.

Darsteller und Crew

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