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Das Parfum - Die Geschichte eines Mörders (2006)

Originaltitel: Das Parfum
Das Parfum - Die Geschichte eines Mörders Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (5)
  1. Ø 3.2
Kritikerwertung (2)
  1. Ø 3.5

Filmhandlung und Hintergrund

Das Parfum - Die Geschichte eines Mörders: Aufwendige Adaption des Weltbestsellers von Patrick Süskind.

Frankreich im 18. Jahrhundert. Geboren im Müll und aufgewachsen in Waisenhäusern erkennt Jean-Baptiste Grenouille (Ben Whishaw), dass er selbst rätselhafterweise überhaupt keinen Geruch verströmt, wohl aber über einen Geruchssinn wie kein zweiter verfügt. Besessen von dem Gedanken, ein unwiderstehliches Parfüm für sich selbst zu destillieren, tötet er seriell junge Frauen, deren Duft ihn betört …

Nachdem Martin Scorsese, Tim Burton und Ridley Scott zeitweilig als Regisseure im Gespräch waren und kein geringerer als Stanley Kubrick das Projekt als unverfilmbar einstufte, verwandelt nun Tom Tykwer den Bestseller Patrick Süskind in ein opulentes Leinwandspektakel.

Im Jahre 1738 wird in Paris ein Kind namens Jean-Baptiste Grenouille geboren. Nach der Verhaftung seiner Mutter wegen versuchten Kindsmordes wächst der Kleine in einem Waisenhaus auf. Er kann kaum sprechen, aber sein Geruchssinn ist extrem ausgeprägt. Später lernt Grenouille bei dem Parfümeur Baldini. Er wird besessen von der Idee, menschlichen Duft zu konservieren. Schon bald kommt es zu einer Mordserie an Mädchen von ausgesuchter Schönheit.

Jean-Baptiste Grenouille heuert nach einer harten und entsagungsvollen Kindheit bei dem Parfümeur Baldini an. Er, der selbst keinerlei Geruch verströmt, ist besessen von den Düften, die ihm dort begegnen, und versteigt sich in den Wahn, das menschliche Aroma als perfekte Kreation destillieren zu wollen. Doch dafür muss er über Leichen gehen. Grenouille wird zum Serienmörder, bis nach der Tötung von zwölf Frauen nur noch die Kaufmannstochter Laura zwischen ihm und der Vollendung des ultimativen Parfums steht.

Videos und Bilder

Auf DVD & Blu-ray (4)

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Regisseur Tom Tykwer und Produzent Bernd Eichinger haben sich daran gewagt, Patrick Süskinds Erfolgsroman "Das Parfum" zu verfilmen. Daraus ist ein Mammutprojekt geworden und Tom Tykwer verfügte auf einmal über das größte Budget seiner Karriere. "Das Parfum" ist ein üppiger Ausstattungsfilm. Ein ganzes Stadtviertel von Barcelona hat der Regisseur mit Schlamm überziehen lassen, um daraus den Pariser Fischmarkt des 18. Jahrhunderts wieder auferstehen zu lassen, den "schmutzigsten Ort der dreckigsten Metropole der Welt".

    Wie vermittelt man einem Kinopublikum diesen unbarmherzigen Gestank, diese Duftschwaden, die Süskind in seinem Roman so eindrücklich und lebhaft schildert? Tykwer will die Gerüche visuell erfahrbar machen und vertraut dabei ganz den Bildern und seinem Kameramann Frank Griebe, mit dem er schon alle seine früheren Werke drehte. Hektisch gleitet die Kamera zwischen den Duftquellen hin und her, folgt den unsichtbaren Gerüchen in Grenouilles Nase hinein oder fixiert die Duftquellen, Rosenblüten ebenso wie von Maden überzogenes Fleisch. Manchmal ist es wohl ganz gut, dass im Kinosaal noch keine zum Film passenden Düfte versprüht werden. Die Kameraarbeit Griebes mag die bestmöglichste Annäherung an Süskinds sinnliche Beschreibungen sein, auf Dauer jedoch verkommen die detailversessenen und stilisierten Bilder von Blüten, Fischköpfen, Lavendelfeldern und Grenouilles schnuppernder Nase zur manieristischen Floskeln.

    Dieser Grenouille (frz.: Frosch) ist im Film ein zwar etwas seltsames, auf den ersten Blick aber eher friedfertig wirkendes Duft-Genie. Die Abgründe seiner Seele erschließen sich nur langsam. Der Parfumeurs-Geselle hält sich für einen Niemand. Selbst das Elementarste, ein eigener Körpergeruch, fehlt ihm. Ausgerechnet ihm, der er im größten Gestank der Welt geboren wurde. Die Anerkennung, die er im Alltag nie erfahren hat, will er sich nun über einen ganz besonderen Duft erkaufen, um seiner Vereinsamung entgegenzuwirken.

    Der englische Schauspieler Ben Wishaw ist zwar, wie der Rest des Ensembles - allen voran der perfekt besetzte Dustin Hoffmann als Baldini, bemüht, den Figuren eine Persönlichkeit einzuhauchen. Dabei bleibt er einfach zu nett in der Rolle des unsagbar hässlichen, besessenen Mörders. Von der zugleich abstoßenden wie faszinierenden Romanfigur ist er allemal weit entfernt.

    Man sollte zwar Literaturverfilmungen nicht primär an der literarischen Vorlage messen, doch im Fall von "Das Parfum" liegt es nahe, denn Tykwer hält sich über weite Strecken genau an Süskinds Roman. Dies scheint sein eigentliches Problem zu sein, denn der Film ist durchaus solide, aber ihm fehlt das Besondere, der gewagte, mutige Einfall. Er setzt auf Schauwerte und dramatische Musik und inszeniert einen opulenten Bilderreigen mit minutiös komponierten Bildern (etwa wenn eines seiner Opfer in einem gelb strahlenden Kessel voller Fett treibt) und großen Landschaftstotalen. Doch dies alleine trägt den Film nicht, sondern hinterlässt Leerstellen. Selbst die berühmte Massenorgie während Grenouilles geplanter Hinrichtung ist zwar mit Hilfe der berühmten spanischen Tanztheater-Gruppe „La Fura dels Baus“ perfekt choreographiert, aber äußerst brav geraten – als hätte Tom Tykwer Angst gehabt, mit radikalen Ideen das Massenpublikum zu verschrecken. Man hätte ihm mehr Mut und ein geringeres Budget gewünscht...

    Fazit: Opulente, aber etwas brav geratene Verfilmung von Patrick Süskinds Welterfolg "Das Parfum".
  • Er wagt und gewinnt: Tom Tykwers Verfilmung von Patrick Süskinds dunklem Bestseller ist ein fulminanter Mix aus fesselndem Historiendrama, fantastischem Krimi und fanatischer Sehnsucht nach dem ultimativen Duft.

    Der 1985 erstmals erschienene Roman des scheuen Autors Patrick Süskind stand 15 Wochen auf Platz 1 der “Spiegel”-Bestsellerliste, wurde in 45 Sprachen übersetzt, über 15 Mio. Mal verkauft, davon vier Mio. Mal in deutscher Sprache. Einem Filmerfolg der düsteren Geschichte von Jean-Baptiste Grenouille, der 1738 auf dem Pariser Fischmarkt das Licht der Welt erblickt und zum todbringenden Parfumeur aufsteigt, sollte schon deshalb nichts im Wege sehen. Auch wenn die Hauptfigur als stilles Monster für die Idee, menschliches Aroma zu konservieren, junge Frauen wegen ihres betörenden Geruchs ermordet.

    Durch die im Film auf eine kürzere Zeitspanne reduzierte Handlung führt ein Erzähler. Von der Mutter zwischen Abfällen geboren, landet das schreiende Bündel im Waisenhaus. Eine Kindheit ohne Zärtlichkeit, nur nacktes Überleben. Die Heimleiterin verkauft ihn 13jährig an eine Gerberei, wo er in stinkenden Chloriden schuften muss. Bei seinem ersten Besuch in Paris erschnüffelt er den Duft einer Mirabellen-Verkäuferin und ist fasziniert, erstickt sie versehentlich. Ein Schock, dass er ihren Duft nicht festhalten kann. Mit seiner feinen Nase ist er beim Parfumeur Baldini willkommen, der den jungen Mann die delikatesten Kombinationen entwickeln und sich als Kreateur bei der reichen Kundschaft feiern lässt. Aber Grenouille will mehr als die Akkorde “Kopf, Herz und Basis” eines Parfums kennenlernen und macht sich auf nach Grasse, dem “Rom der Düfte”.

    Das von Frank Griebe sensationell fotografierte Drama, vor allem die Landschaftsimpressionen, folgt den Spuren des einsamen Sonderlings, der feststellen muss, dass er selbst nach nichts riecht und seiner gefährlichen Obsession erliegt – der Schaffung des einmaligen und unwiderstehlichen Duftes. Die Ingredienzen liefern hübsche Mädchen, bald verbreitet eine Mordserie Angst und Schrecken. Für die optimale Mischung, die den Perfektionisten zum Manipulator von Gefühlen macht, fehlt ihm am Ende nur noch der Duft der schönen Kaufmannstochter Laura (Rachel Hurd-Wood). Tykwer verfilmt den Stoff klassisch-konventionell und mit großer Stringenz. Überzeugend die internationale Besetzung – Alan Rickman als Kaufmann, Dustin Hoffman als Parfumeur Baldini zwischen Karikatur und Mitleid heischender Persönlichkeit und der englische Shooting-Star Ben Wishaw, der dem Serienmörder und Außenseiter ein Gesicht und eine Seele gibt. Wishaw hat diese seltene Ausstrahlung von Unschuld, Amoralität und Abgründigkeit, ist nicht charismatisch oder gar erotisch, sondern von Tragik und Traurigkeit umweht, ein leeres Gefäß, das gefüllt werden muss mit Wissen und Erkenntnis, unter dem Zwang stehend, das wahnsinnige Werk zu vollenden. Nur selten spiegelt sein Blick eine Form von Menschlichkeit, er kennt weder Liebe noch Zuneigung, sondern nur die Sehnsucht danach. Die manchmal sehr suggestive Musik (gespielt von den Berliner Philharmonikern) unterstreicht die psychologische Spannung und geheimnisvolle Atmosphäre. Die Visionen eines Tom Tykwer lassen sich in keinen Flakon bannen, sondern münden in einem opulenten Sittengemälde mit außergewöhnlichem Schauwert. Großes Kino aus Deutschland. mk.

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