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Fight Club (1999)

Fight Club Poster
Nicht mehr im Kino.
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  1. Ø 5
Kritikerwertung (1)
  1. Ø 0

Filmhandlung und Hintergrund

Fight Club: Eine Art "Uhrwerk Orange" für das Millennium, in der der Untergang der männerbestimmten Gesellschaft heraufbeschworen wird.

Der namenlose Protagonist und Erzähler (Edward Norton) ist auf der Suche nach einem Ausweg und  Sinn in seinem Leben. Seinen gut bezahlten, aber dafür eintönigen Job als Schadensbegutachter bei einem großen Autohersteller verabscheut er und er fristet ein kleinbürgerliches, durchschnittliches Leben in einer ebenso durchschnittlichen amerikanischen Großstadt. Er leidet an chronischer Langeweile und Schlaflosigkeit, doch sein Arzt nimmt seine Beschwerden nicht ernst und rät ihm stattdessen, sich die Krebskranken in der Selbsthilfegruppe anzuschauen, damit er mit eigenen Augen sieht, was wirkliches Leid bedeutet. Obwohl der Vorschlag nicht ernstgemeint ist, bringt ihn das auf eine Idee. Unter Vortäuschung der unterschiedlichsten Erkrankungen nimmt er an den Sitzungen einer Selbsthilfegruppe für Krebspatienten teil und seine Schlafstörungen beginnen zu verschwinden. Dann lernt er jedoch Marla Singer (Helena Bonham Carter) kennen, die sich genau wie er als Simulantin in verschiedene Selbsthilfegruppen einschmuggelt und so wird er mit seinem eigenen Betrug konfrontiert. Sie beschließen, sich die abendlichen Besuche aufzuteilen, so dass sie sich nicht mehr über den Weg laufen, doch die Schlaflosigkeit kehrt zurück und er fühlt sich bald wieder unbehaglich in seiner Haut. Als er aber eines Tages im Flugzeug auf Tyler Durden (Brad Pitt) trifft, wird sein Leben plötzlich komplett auf den Kopf gestellt. Nachdem seine Wohnung bei einer gewaltigen Explosion verwüstet wird, sucht er bei dem undurchsichtigen Seifenhändler eine vorübergehende Bleibe. Tyler stellt nur eine Bedingung: Er möchte geschlagen werden, einfach so zum Spaß. Es kommt zu einer Prügelei, bei der sich die beiden Männer so lebendig fühlen, wie noch nie. Die Idee für den Fight Club ist geboren, ein Ort, wo frustrierte Durchschnittstypen ihre Wut und Frustration abbauen können und den Nervenkitzel einer Schlägerei am eigenen Leib erfahren. Doch Tyler hat weitaus mehr im Sinn: Er will die ganze moderne Zivilisation in Flammen sehen.

Videos und Bilder

Auf DVD & Blu-ray (5)

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • “Rede nicht über den Fight Club!” So lautet die erste (und zweite) Regel des “Fight Club”. Spätestens ab 15. Oktober, dem US-Starttermin, dürfte sie gebrochen werden, denn an David Finchers viertem Spielfilm werden sich die Gemüter erhitzen wie einst an Stanley Kubricks Gewaltsatire “Uhrwerk Orange”. Mit einem Rundumschlag gegen die Götzen der modernen Konsumgesellschaft läßt der Regisseur in dem vermutlich mutigsten Studiofilm des Jahrzehnts buchstäblich die Säulen der Zivilisation einstürzen, um in den Trümmern nach der Ruine Mensch zu forschen. Was Fincher zu Tage fördert, ist nicht hübsch, aber packend, kolossal unterhaltsam und nicht zuletzt dank der Mitwirkung der Stars Brad Pitt und Edward Norton hochkommerziell.

    David Fincher bleibt seiner Faszination für düstere Stoffe treu, aber so konsequent und komplex wie in seiner Verfilmung des subversiven Romans von Chuck Palahniuk hat er seine Vision von einer dem Untergang geweihten Zivilisation noch nie formuliert. Am nächsten steht “Fight Club” sicherlich seinem kalten Thriller “The Game”. Da federte er die Downward Spiral eines seiner Identität und aller Besitztümer beraubten Mannes noch mit Netz und doppeltem Boden ab. In seinem neuen Film macht Fincher keine Gefangenen mehr: Das wird bereits in der ersten Einstellung des Films deutlich, in der die namenlose, von Edward Norton gespielte Hauptfigur mit einer Pistole im Mund bedroht wird. Unmittelbar danach springt der Film sechs Monate zurück, um von den Ereignissen zu berichten, die zu der lebensbedrohlichen Situation führten. Es ist der Startschuß für einen Spießrutenlauf durch alle erdenkbaren Auswüchse und Krankheiten der Zivilisation – inklusive ihrer Bekämpfung. Die Symptome – chronische Schlaflosigkeit, Sucht nach Labelluxus, Gewaltbereitschaft, Amokläufe etc. – werden als Schutzschild entlarvt, hinter denen sich der moderne Mann verschanzt, um seine hinfällig gewordenen Jägerinstinkte unter Kontrolle halten zu können – bis der Druck zu hoch wird.

    Der Erzähler lernt den charismatischen Seifenhersteller Tyler Durden (Brad Pitt als lässigster Bastard der Filmgeschichte) kennen, das Gegenteil von ihm. Bei Tyler findet er Unterschlupf, nachdem seine Wohnung bei einem vermeintlichen Unfall in die Luft gejagt wird. Ein Gerangel zwischen den beiden entwickelt sich zu einer Schlägerei, die mit der Erkenntnis endet, daß sich beide nach den Hieben viel besser fühlen. Fight Club ist geboren: Immer mehr junge, erfolgreiche Männer versammeln sich, um sich gegenseitig zu vermöbeln – und gestärkt wieder in den Alltag zu gehen. Wie ein Virus greift Fight Club um sich, doch für Tyler ist der Kampfverein nur die erste Stufe in seinem Plan, Amerika in die Knie zu zwingen.

    Unklar bleibt, ob alles nur eine von Insomnia bedingte Einbildung des Erzählers ist. In einer Abfolge gleichzeitig real und surreal wirkender Szenen apostrophiert Fincher in seiner provokativen Komödie das Ende der Welt, wie wir sie kennen, und zwingt den Zuschauer zur Identifikation mit seinem nihilistischen Heldenduo. Deren Coolness ist, wie vieles in diesem hinterfotzigen Film, allerdings auch nur eine Fassade, eine falsche Fährte. Denn der Segen ist auch Fluch, aus Freiheit erwächst hier Faschismus, weil nur Konformität und Gehorsam die Leiden des Individuums lindern kann. “Fight Club” hält keine einfachen Antworten bereit, sondern dem Zuschauer einfach den Spiegel vor. Er ist kontrovers, widersprüchlich und ganz schön krank. Wenn Fincher seine mutigen Stars lachend in die Kreissäge marschieren läßt, dann will er die Konfrontation – und das kann wehtun wie eine Keilerei im “Fight Club”. Sicher ist, daß man sich danach besser fühlt. ts.

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