Er ist wieder da (2015)

Er ist wieder da Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Er ist wieder da: Rasend bösartige Satire nach Bestsellervorlage, in der Adolf Hitler 70 Jahre nach seinem Tod Deutschland zurückerobern will.

„Was wäre, wenn?“ – Das ist eine altbekannte, aber immer wieder interessante Ausgangssituation, der sich Geschichten annehmen. Im Fall von „Er ist wieder da“ wird ein Szenario entworfen, in dem Adolf Hitler (Oliver Masucci) nach fast 70 Jahren im heutigen Deutschland aufwacht. In der europäischen Metropole Berlin stößt der Ex-Diktator nun auf allerhand Neuerungen, die ihm denkbar fremd sind. Demokratie, EU, verschiedene Nationalitäten – das alles ist ihm äußerst suspekt. Doch zu den überwältigenden Entwicklungen gesellt sich, dass die Menschen ihm nicht glauben, dass er der ist, für den er sich ausgibt. Sie halten ihn für einen karikaturesken Imitator seiner selbst – was dem ehemaligen Reichskanzler so einige Türen öffnet. So gewährt ihm ein Kioskbesitzer (Lars Rudolph) nicht nur eine Zeit lang Unterschlupf, sondern erkennt auch das komödiantische Potenzial und vermittelt ihn an die beiden Fernsehproduzenten Sensenbrink (Christoph Maria Herbst) und Sawatzki (Fabian Busch). Auch Senderchefin Bellini (Katja Riemann) ist sich schnell sicher, dass die vermeintliche Hitler-Imitation eine große Chance auf dem Markt hat. Und so bekommt Hitler nicht nur ein Büro, sondern auch eine Sekretärin, Krömeier (Franziska Wulf), gestellt, die ihm wichtige Grundlagen der modernen, vernetzten Welt erklärt, was ihn zunächst noch arg überfordert. Nachdem er erste Einführungen in die Welt des digitalen Zeitalters erhält, fühlt sich Hitler bereits wieder selbstsicher genug, erste Bühnenauftritte zu geben. Den früheren Plänen nicht abgeschworen, versucht Hitler weiterhin, die Weltherrschaft zu übernehmen. Doch statt Menschenmassen politisch zu animieren und instrumentalisieren, findet sich der frühere Diktator bald als gefeierter TV-Star wieder. „Er ist wieder da“ ist die Verfilmung des gleichnamigen BestsellersTimur Vermes‘, der sich international großer Beliebtheit erfreute.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Trotz Schwächen ein auf mehreren Ebenen funktionierender Film.
  • Mit seiner Verfilmung von Timur Vermes’ provokantem Bestseller wandelt David Wnendt auf dem schmalen Grat zwischen Satire und Reality-TV, bei dem einem das Lachen im Halse stecken bleibt.

    In einer Zeit, in der Asylantenheime brennen, Rechtsradikale mit ausländerfeindlichen Parolen durch die Straßen ziehen und Deutschland in Bezug auf die Flüchtlingssituation womöglich vor seiner größten Herausforderung seit dem Ende des Nationalsozialismus steht, kommt ein Film in die Kinos, der sich mit der Frage beschäftigt: Was wäre, wenn Hitler gar nicht tot ist und plötzlich im Berlin von heute auftaucht? Ob der Zeitpunkt der Herausbringung nun passend oder unpassend sein mag, sei einmal dahin gestellt, Fakt ist, dass der Roman zum Film vor drei Jahren erschien, zum Bestseller wurde und nicht zuletzt dank der von Christoph Maria Herbst gelesenen Hörbuchfassung zum medialen Großereignis avancierte. Das dürfte nun auch der Leinwandversion von “Er ist wieder da” gelingen, zumal sich die Macher um Regisseur David Wnendt (“Feuchtgebiete”) etwas ganz Besonderes einfallen ließen. Statt das in der Ich-Form aus der Sicht Hitlers geschriebene Buch eins zu eins zu übernehmen, streute man Dokumentarmaterial ein und unterfütterte die abgrundtief böse Satire vom Aufstieg des Diktators zum großen TV-Entertainer mit Statements, die aus in “Borat”-Manier geführten Straßen-Interviews mit deutschen Bürgern stammen. So witzig es sein mag, Hitler etwa nur mit einem (sehr langen) Unterhemd bekleidet in einer türkischen Reinigung zu beobachten, so erschreckend ist es wiederum, wenn Menschen vor laufender Kamera im Gespräch mit der von Oliver Masucci verkörperten Führer-Figur keinen Hehl aus ihrer Abneigung gegen Ausländer machen. Nur ein Passant hat auf Hitlers Frage “Würden Sie mir auch folgen?” die passende Antwort parat: “Jetzt ist schlecht. Muss ja arbeiten.” Während Katja Riemann, die als Senderchefin Hitler zur TV-Karriere verhilft, als eine Art Reinkarnation von Leni Riefenstahl alle Register ihres diabolischen Könnens zieht, nimmt Christoph Maria Herbst mal wieder mit einer Variation seiner “Stromberg“-Figur als Riemanns Gegenspieler vorlieb. Denn die Titelrolle ist dem Theatermimen Masucci vorbehalten, der seine Sache, vor allem was die penetrante Stimme betrifft, sehr gut macht. “Er ist wieder da” ist immer dann komisch, wenn mit Anachronismen gearbeitet wird – Hitler im Supermarkt, Hitler beim Computer-Crash-Kurs, Hitler als Talk Show-Gast. Wenn die Grenzen zwischen Fiktion und Realität verschwimmen, wenn etwa der Führer auf ein Pläuschchen in der NPD-Zentrale “vorbeischaut” oder ein “Störenfried” von Neonazis verprügelt wird, dann wird aus Satire traurig-bitterer Ernst, ist dem Betrachter das Lachen längst schon im Halse stecken geblieben. “Hitler ist immer eine Gratwanderung”, heißt es einmal im Film. Dem ist nichts hinzuzufügen. lasso.
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  • Schrecklich! Wenn man nicht offen für alles und jeden ist, wird man automatisch abgestempelt.
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