Ein Mann namens Ove (2015)

Originaltitel: En man som heter Ove
Ein Mann namens Ove Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Ein Mann namens Ove: In der schwedischen Literaturverfilmung "Ein Mann namens Ove" treibt ein griesgrämiger Rentner seine Nachbarn in den Wahnsinn.

Ove (Ralf Låssgard) lebt eigentlich in einer idyllischen Vorstadtsiedlung. Trotzdem hat der betagte Pedant immer was zu meckern. Seinen Ärger bekommen regelmäßig seine Nachbarn ab, deren Fehltritte er mit akribischem Fleiß aufschreibt: Er meldet Falschparker, wühlt in den Mülltonnen, um die korrekte Mülltrennung durchzusetzen, und schimpft auf jeden, der seinen gepflegten Rasen betritt. Das seltsame Verhalten Oves hat jedoch einen sehr traurigen Grund. Vor kurzem ist seine geliebte Frau verstorben. Der Rentner hat ihren Tod nie überwunden und versucht sich seinerseits das Leben zu nehmen. Dabei hat Ove bereits zahlreiche missglückte Selbstmordversuche hinter sich, die bisher immer durch höhere Gewalt verhindert wurden. Eines Tages beschließt er sich zu erhängen. Doch auch diesmal wird Ove gestört. In das leerstehende Nachbarhaus zieht eine neue Familie ein, die kurzerhand Oves Briefkasten mit ihrem Auto umnietet. Ove verschiebt erstmal seine Selbstmordpläne, um die Eindringlinge ordentlich zurechtzuweisen. Stattdessen passiert etwas Erstaunliches: Die neue Nachbarin Parvaneh (Bahar Pars) kann hinter die Fassade des depressiven Rentners schauen. Die beiden gehen eine ungewöhnliche Freundschaft ein, wobei Ove durch die Unterstützung seiner Nachbarin und einer zugelaufenen Katze wieder einen Sinn in seinem Leben sieht. “Ein Mann namens Ove” basiert auf dem gleichnamigen tragikomischen Roman des schwedischen Autoren Frederik Backmann, der 2014 zum weltweiten Bestseller geriet. Die schwarzhumorige Komödie wurde von dem schwedischen Regisseur Hannes Holm („Salto für Anfänger“) inszeniert. Die Hauptrolle des kauzigen Ruhestandlers übernimmt der schwedischen Charakterdarsteller Ralf Låssgard („Die Nacht der Jäger“, „Sturm“). In Deutschland ist der Schauspieler als Kommissar Kurt Wallander in den Henning Mankell-Krimis („Henning Mankell: Wallanders letzter Fall“) bekannt.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

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  • Für Ove (Rolf Lassgård) steht fest: Die Welt besteht im Großen und Ganzen aus Vollidioten, Nervensägen und Ahnungslosen. Woran er das erkennt: An all dem Unbill, all den Plagen, die ihm seine Umwelt jeden Tags aufs Neue auferlegt. Wie kann man denn sein Fahrrad nur so bescheuert abstellen? Und sieht der Idiot das “Durchfahrt Verboten”-Schild nicht? Und das im Wohngebiet… Wild pinkelnde Hunde,    offenstehende Tore, Grammatikfehler – nur wenig findet Zustimmung in den Augen des 59-Jährigen. Dann verliert er auch noch seinen Job… Und zu allem Übel:  Wie soll man denn da in Ruhe Selbstmord begehen – wenn die ganze Zeit nervende Unregelmäßigkeiten das rurale Leben bedrohen?

    Nur die frisch zugezogene Iranerin Parvaneh(Bahar Pars) kuscht nicht vor den Gehässigkeiten des überall verhassten Pedanten. Mit unerschrockener Beharrlichkeit zwingt sie ihrem kauzigem Nachbarn einen Hilfsdienst nach dem anderen ab. Und legt so Schicht um Schicht einer Persönlichkeit frei, die zutiefst leidet. Unter dem Verlust seiner Frau, der Liebe seines Lebens . Sowie unter Veränderungen, Erinnerungen – und nicht zuletzt einer selbstgeschaffenen Rolle.

    Basierend auf dem Roman von Fredrik Backman schildert Regisseur Hannes Holm die so tragische wie witzige Läuterung eines überzeugten Misanthropen. Mit viel Sinn für Details und Liebe zu Kuriositäten schafft der Filmemacher das Kunstwerk, dass Ove dem Betrachter zwar immer enger ans Herz wächst – aber ihn zunächst kaum nicht sympathischer werden lässt. Ove IST nun mal ein Widerling – und zwar aus Überzeugung.  Doch durch ergreifende Rückblenden beginnt man, den alten Mann… zwar nicht zu verstehen – aber doch zumindest als ganze Person zu erkennen. Nachzuvollziehen, was seine Seele so tief deformiert hat…

    Auch Ove verändert sich auf diesem Weg in die Vergangenheit. Die robuste Parvaneh lässt ihm nämlich keine Chance: Da IST irgendwo ein Herz versteckt – und Schluss! Dieses freizulegen – und zwar ohne, dass Ove seine immanente Miesepetrigkeit dabei verlieren muss – beschert dem Zuschauer ergreifende, zumeist aber extrem witzige 117 Minuten. Wärmendes Seelenfutter für alle Romantiker, die statt üppigem Hollywood-Süßkram lieber einen schwarzhumorigen Schweden-Happen mit Tiefenwirkung goutieren wollen.

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