Auf brennender Erde (2008)

Originaltitel: The Burning Plain
Auf brennender Erde Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (1)
  1. Ø 2
Kritikerwertung (2)
  1. Ø 3.5

Filmhandlung und Hintergrund

Auf brennender Erde: Sensibles Drama über eine Frau, die von ihrer traumatischen Vergangenheit eingeholt wird und sie endlich überwinden kann.

An der Küste Oregons führt Sylvia ein Restaurant, doch in ihren Gedanken lebt sie noch immer in der Wüste New Mexikos. Viele Jahre zuvor fand hier eine leidenschaftliche Affäre durch einen Brand ein schreckliches Ende, viele Jahre später macht sich hier ein Mädchen auf, um seine Eltern, die durch diese Tragödie zusammengebracht und doch wieder getrennt wurden, miteinander zu versöhnen. Als Sylvia sich endlich ihrer Vergangenheit stellt, lernt sie an die Zukunft und deren Versprechen von Glück zu glauben.

Videos und Bilder

Auf DVD & Blu-ray (1)

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • In seinem schon 2008 entstandenen Regiedebüt verwendet Guillermo Arriaga zahlreiche vertraute Motive aus früheren Arbeiten. Alejandro Gonzáles Inárritus ehemaliger Drehbuchautor greift Konflikte um kulturelle Differenzen wie schon in „Babel“ auf, verknüpft unterschiedliche Zeiten wie in „Three Burials – Die drei Begräbnisse des Melquiades Estrada“ oder verbindet die Schicksale mehrerer Charaktere rund um ein verhängnisvolles Unglück wie in „21 Gramm“. Im Grunde ereignen sich gleich zwei fatale Ereignisse, welche die Handlung in Gang setzen: ein brennender Wohnwagen in der Wüste mit zwei verkohlten Leichen und der Absturz eines Sprühflugzeugs in einem mexikanischen Kornfeld.

    Um diese Fixpunkte webt Arraiga zwei verbotene Liebesbeziehungen: zwischen der einst krebskranken Gina (Kim Basinger), Mutter von vier Kindern, und Nick (Joaquim de Almeida) sowie zwischen Ginas Tochter Marina und dem Mexikaner Santiago. In einem weiteren Handlungsstrang trifft man in Oregon eine frustrierte, promiskuitive Restaurantbesitzerin, die zu keiner echten Beziehung fähig scheint. Dabei wirkt der Plot um das ältere Paar etwas oberflächlich, da man keinerlei Hinter- und Beweggründe für ihre Affäre erfährt, während die langsame Annäherung zwischen den einsamen Jugendlichen subtiler entwickelt wird.

    Zwei Kameramänner statten das mosaikhafte Ensembledrama mit einer symbolhaften Farbdramaturgie aus. Robert Elswitts heller Farbton der mexikanischen Einstellungen stehen John Tolls dunkle Bilder der amerikanischen Erzählebene gegenüber, der den Weltschmerz der attraktiven, masochistisch veranlagten Restaurantbetreiberin unterstreicht. Im Gegensatz zu seinen gewohnten Bombastsoundtracks kommentiert Hans Zimmer das fatale Geschehen mit einem angemessen verhaltenen Score. Die inzwischen viel beschäftigte Jennifer Lawrence stand hier noch am Anfang ihrer Karriere. Ihr Part als junge Frau am Ende der Kindheit, die für drei Geschwister die Mutterrolle übernehmen muss, erinnert entfernt an ihre Rolle in „Winter’s Bone“.

    Wie gewohnt enthüllt das tragische Schicksalsgeflecht um Schuld und Sühne, Verletzung und Vergebung erst allmählich seine Zusammenhänge, denn es wird zunächst nicht deutlich, auf welcher Zeitebene man sich befindet. Erst langsam muss man die Bruchstücke zu einem Ganzen verbinden, das sich als existenzieller Bewusstseinsstrom der Charaktere und Reise in ihre Vergangenheit entpuppt. Spätestens nach zwei Dritteln werden zwar die Zusammenhänge deutlich, doch trotz seines ruhigen Rhythmus behält Arriagas kompliziertes Charakterdrama seine innere Spannung.

    Fazit: Verschachteltes Ensembledrama um die Schatten einer verhängnisvollen Vergangenheit mit vorhersehbarem Finale.
  • Das Regiedebüt von Drehbuchautor Guillermo Arriaga verknüpft die Geschichte mehrerer Frauengenerationen zu einem sensiblen Drama um Schuld und Erlösung.

    Drei Drehbücher schrieb Arriaga für seinen mexikanischen Landsmann Alejandro González

    Iñárritu (“Amores perros“, “21 Gramm“, “Babel”), drei Jahre fast musste er warten, bis sein Regiedebüt nach der Premiere 2008 in Venedig auch in die deutschen Kinos kommt, und drei Generationen von Frauen stehen im Fokus seines Dramas, das Berührung zur griechischen Tragödie aufnimmt, aber ein Film der Hoffnung ist. Arriaga-typisch ist auch hier die Erzählstruktur nicht chronologisch, präsentiert sich die Handlung als Lebenspuzzle, das vom Zuschauer sortiert und zusammengefügt werden muss. Zwischen zwei zentralen Schauplätzen und Zeitebenen alternierend, beobachtet Arriaga, wie eine Kette von Schicksalschlägen und Fehlentscheidungen zwei Familien zerstört und sie doch ein Leben lang verbindet.

    An der Küste von Oregon führt Sylvia (Charlize Theron) ein Restaurant, in der Wüste von New Mexiko – ein klimatisch-geographischer Kontrast mit Aussagekraft – flüchten eine Mutter (Kim Basinger) und ein Familienvater aus ihren kriselnden Ehen in eine Affäre. Diese Beziehung endet nach einem Brand für beide tödlich, wird aber von ihrer Tochter (“Winter’s Bone” Entdeckung Jennifer Lawrence) und seinem Sohn fortgeführt. Dass diese drei Frauen miteinander verbunden sind, legen bereits äußerliche Gemeinsamkeiten nahe, dass es auch andere, charakterliche, zu geben scheint, nutzt Arriaga für Persönlichkeitsprofile, die letztlich spannender sind als die Auflösung des von ihm entworfenen Puzzles.

    Tiefenpsychologie und Symbolik wiegen schwer in diesem Drama, aber sie erdrücken es nicht. Arriaga macht verständlich, warum Basingers Figur ihren Mann betrog, der sie nur noch als Mutter seiner Kinder wahrnehmen konnte, warum es schließlich viel mehr als eine Affäre und es sogar möglich war, dass sich daraus eine andere, moralisch noch stärker tabuisiertere entwickeln konnte. Therons einleitender Nacktauftritt am Fenster spiegelt klug ihre Selbsteinschätzung, zeigt aber auch die Reaktion auf eine Frau, die sich nicht nur für ein Trauma ihrer Vergangenheit, sondern auch für ihre Sinnlichkeit selbst bestrafen will. Auch wenn Arriagas Schicksalspuzzle etwas konstruiert und weniger intensiv als Iñárritus Inszenierungen wirkt, ist es nicht unglaubwürdig, sondern allenfalls unkonventionell. Wer sich darauf einlässt, wird mit einem für seine Bilder (Kamera: Robert Elswit) wie auch seine Darsteller sehenswerten Film belohnt, der das Leben nicht nur als Verkettung von Leid sieht. Denn aus verbrannter Erde entwickelt sich hier Erneuerung. kob.

Darsteller und Crew

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