Winnetou - Der Mythos lebt

  1. Ø 4.8
   2016
Winnetou - Der Mythos lebt Poster
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Winnetou - Der Mythos lebt: TV-Dreiteiler um den Apachen-Häuptling und seinen Blutsbruder.

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Kritikerrezensionen

  • Im ersten Teil der neuen „Winnetou“-Trilogie kommt Karl May in den Wilden Westen, wird Old Shatterhand und freundet sich mit Winnetou an.

    Wo „Spiel mir das Lied vom Tod“ endet, mit einem „Jubelschluss“, wie Joe Hembus es prosaisch nannte, der Amerika preist und den Fortschritt und die Eisenbahn, die sich den Weg durch die Wildnis bahnen und die Zukunft bringen wird, aber auch den Blutzoll anmahnt, der den Triumph zum Pyrrhussieg schrumpfen lässt, da beginnt der neue Winnetou, wie ihn Philipp Stölzl, Produzent Christian Becker und Autor Jan Berger im ersten Teil ihrer Trilogie, „Eine neue Welt“, frei ersonnen haben: Ein Deutscher kommt nach Amerika und will an die Frontier, wo er helfen will, die Schienen in den Westen zu verlegen; ein gebildeter Mann, erfüllt von Optimismus und Hoffnung und Glauben an die Segnungen des Fortschritts, der schnell lernen muss, dass die von ihm ersehnte bessere Zukunft mit Blut, Gewalt und Völkermord im Schulterschluss des Kapitals mit einer Bande von Halsabschneidern erkauft werden soll. Was ihn sich auf die Seite der Ureinwohner Amerikas schlagen lässt, den Stamm der Apatschen, und im Verbund mit ihnen darum zu kämpfen, einen unvermeidlich erscheinender Krieg doch noch zu vermeiden und die Mörder zur Rechenschaft zu ziehen. Karl May heißt dieser Deutsche in Stölzls Film, und man ihm sieht ihm zu, wie er vom Greenhorn zum Westmann Old Shatterhand und seine Freundschaft mit dem jungen Apatschen-Häuptling spielt. Mit dem von Lex Barker in den berühmten Rialto-Produktionen von Horst Wendlandt gespielten Hünen hat dieser Shatterhand nur gemein, dass es sich um einen aufrechten, edlen und weltoffenen Mann handelt: Wotan Wilke Möhring entspricht vom Erscheinungsbild eher dem wahren May, auch wenn der in Wahrheit niemals Fuß auf amerikanischen Boden gesetzt hat – und erweist sich in diesem Part als das Trumpfass des prächtigen Films, der weniger in der filmhistorischen Schuld eines Harald Reinl, als vielmehr Costner, Eastwood und immer wieder Leone steht. Dezente Verweise auf die legendäre Musik von Martin Böttcher sowie Gastauftritte von Marie Versini und DDR-Winnetou Gojko Mitic lassen zwar den passionierten Filmliebhaber erkennen, tragen aber eher wenig zu diesem Abenteuerfilm bei, der mühelos auf eigenen Beinen stehen kann und diesen großen deutschen Stoff wieder den Klauen der Parodie entreißt, wo er seit „Der Schuh des Manitu“ verortet wurde. Voller Ideen und spannender Andeutungen steckt „Eine neue Welt“: eine Fiktion über eine Fiktion darüber, wie eine Fiktion zustande kommt – die Filmemacher stellen sich vor, wie sich Karl May vorgestellt haben könnte, seine bekanntesten Romanfiguren erfunden zu haben. Dabei gelingt ihnen deutsches Kino von einer Pracht im breitesten Breitwandformat, wie man es auf der großen Leinwand selten erlebt. Und wie es nun als Kronjuwel die Feiertage bei RTL veredelt, in der Tradition der großen Weihnachtsmehrteiler wie auch Stölzls eigenem Großwerk Der Medicus, aber in jeder Hinsicht besser und wertiger, großartig besetzt mit klingenden Namen (Vogel, Peschel, Bock) und dem Newcomer Nik Xhelilaj in den Fußstapfen von Pierre Brice. Manchmal knattert’s ein bisschen, aber fast immer ist man begeistert von dem epischen Atem, mit dem der Regisseur hier zu erzählen wagt. Und der Erkenntnis, dass die Geschichte eine bittere Ironie in sich trägt: Ausgerechnet ein Mann aus Sachsen, wie er mehrfach betont, ist es, der hier mit flammender Überzeugung für Weltoffenheit und Verständnis für andere Kulturen eintritt. Und das ist das Tüpfelchen auf dem I eines Ritts in den Wilden Westen, wie man ihn aus Deutschland kaum jemals besser gesehen hat.

    FAZIT: Mehr Kino war selten auf dem heimischen Bildschirm: Philipp Stölzl ist rauschendes Westernabenteuer der Sonderklasse. ts.

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