Wolfman

  1. Ø 4
   2010
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Filmhandlung und Hintergrund

Wolfman: Remake des gleichnamigen Horror-Klassikers von 1941 über einen Mann, der sich durch einen Fluch in eine reißende Bestie verwandelt.

Der aus adligem Hause stammende Lawrence Talbot verlor seine Kindheit in dem Augenblick, als seine Mutter starb. Inzwischen erwachsen, hört er eines Tages von dem Verschwinden seines Bruders – was ihn zurückkehren lässt in seine einstige Heimat. Dort trifft er nicht nur auf seinen entfremdeten Vater, sondern erfährt auch von einer blutrünstigen Bestie, die die Dorfbewohner reihenweise tötet. Allmählich sieht Lawrence sich auf der Suche nach seinem Bruder mit seiner eigenen dunklen Seite konfrontiert und macht eine unheilvolle Entdeckung.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Im englischen Blackmoor ist das Wetter so schlecht, dass man sich fragt, warum hier Leute wohnen. Die Antwort liefert die junge Schönheit Gwen, die gerade ihren Verlobten beerdigt hat und nun am Lager des verletzten Lawrence wacht: Es sei anscheinend unmöglich, diesem Ort zu entkommen. Über die karge Landschaft ziehen dichte, vom Wind getriebene Nebelschwaden, die Häuser im Dorf sind aus grauem Stein, das Herrenhaus der Talbots gemahnt auch ohne Schild an das Betreten auf eigene Gefahr. Der Vollmond lauert als weiße Riesenkugel hinter flüchtigen Wolken. Stimmung und visuelle Gestaltung sind das große Plus des Werwolfthrillers von Regisseur Joe Johnston. Das Remake basiert auf dem Originaldrehbuch von Curt Siodmak für „Der Wolfsmensch“ von 1941, das einige Veränderungen erfuhr.

    Das Tier, das weder die weisen Zigeunerfrauen, noch die Dorfbewohner beim Namen nennen wollen, lässt sich auch von der Kamera lange Zeit nicht einfangen. Es huscht allenfalls als aufblitzender Schatten am Horizont vorbei, oder es lässt seine immensen Krallen vor die Linse hängen. Doch nach all dem Knurren und Heulen der Nacht bietet sich bei Tageslicht ein Bild des Grauens: abgetrennte Köpfe, herausgerissene Därme, verstümmelte Leichen. Die Wut des Wolfmanns ist unbezähmbar und sie kann jeden treffen. Wenn Lawrence Talbot aber morgens mit Blut im Gesicht unter einer Londoner Brücke oder in einer Baumhöhle erwacht, wirkt er schutzlos wie ein von Hunden umzingeltes Reh.

    Benicio Del Toro spielt den schwermütigen Lawrence Talbot sympathisch als Gutmenschen, der den Mörder seines Bruders finden will. Für eine kurze Weile darf der ernste Mann, den dunkle Schatten aus der Vergangenheit niederdrücken, sogar von der Liebe träumen. Als Lawrence mit Gwen am Ufer eines Flusses Steinchen wirft, schenkt ihm Del Toro die Wärme eines Gemütsmenschen und die Erotik eines Charmeurs. Emily Blunt als meist in elegantes Schwarz gekleidete junge Lady ist zunächst vornehm zurückhaltend, später jedoch verletzlich und stark im Leiden. Anthony Hopkins, der undurchschaubare Vater und Hausherr, beherrscht den dämonischen Teil seiner Rolle ebenso mühelos wie den kühlen, ironischen Witz.

    Lange Zeit vermag der stilvoll inszenierte Film zu fesseln. Man fahndet in den halbdunklen Hallen des Herrenhauses, die mal mit edlem Mobiliar gefüllt sind, mal aber von hereingewehtem Laub und von Spinnweben gesäubert werden müssten. Oder man irrt mit Lawrence durch einen furios geschnittenen Reigen von Halluzinationen, in denen sich seine Visionen, Erinnerungen und Interpretationen neu mischen. Wenn der zum Werwolf gewordene Lawrence in seiner Tageskleidung mit federnden Riesenschritten über die Dächer Londons läuft, fasziniert die Leichtigkeit, mit der diese Figur das Animalische und das Zivilisierte verbindet.

    Doch die guten Schauspieler und die tragische Last der Geschichte müssen sich in dieser Version dann doch der Optik unterordnen. Hier erliegt die Inszenierung dem modernen Irrtum, dass Handlung und Präsentation die gewünschte Wirkung schon von selbst erzeugen. Der Konflikt von Lawrence mit seinem Vater und seine Liebe zu Gwen, die im zweiten Teil eine zentrale Rolle spielen sollten, haben wenig Raum, sich zu entfalten, denn der Film beachtet die Charaktere nicht genug. Das Heulen des Wolfes findet keine Entsprechung im menschlichen Ausdruck, als ob Gefühle gefürchtet werden müssten.

    Fazit: Die Werwolflegende in einer stilvollen, visuell überzeugenden Inszenierung, in der das menschliche Drama aber vernachlässigt wird.
  • Joe Johnston reanimiert mit feinem Gespür für die richtige Technik überraschend nah am Original Curt Siodmaks Horror-Klassiker um das Tier im Manne.

    In den Dreißiger und Vierziger Jahren gebar Hollywood neue Monster, z. B. 1941 „Der Wolfsmensch“, den Lon Chaney Jr. unsterblich machte. Jetzt ist der „Wolfman“ wieder auferstanden, in Form von Benico Del Toro und unter der Regie von Joe Johnston, Spezialist in Sachen Spezialeffekte („Jurassic Park III“) und rasanter Trickaction („Jumanji“). Dabei ist diesmal sein größter Effekt Del Toro selbst, der die Rolle des tragischen Edelmanns Lawrence Talbot perfekt ausfüllt: traurig der Blick, massig die Gestalt, geschmeidig und sprungbereit der Gang – der (Wer-)Wolf im Manne. Als sein Bruder von einer Bestie zerfleischt aufgefunden wird, bittet dessen Verlobte Gwen Conliffe (Emily Blunt) den erfolgreichen Bühnenstar (!) um Hilfe. So kehrt Talbot erstmals seit seiner Kindheit auf den heimatlich Landsitz Blackmoor zurück, den er seit dem schrecklichen Tod der Mutter nicht mehr betreten hat. Hier haust der von der Bevölkerung gefürchteter Vater Sir John (Anthony Hopkins) mit seinem treuen indischen Diener Singh (Art Malik), frönt der Jagd und schießt auch sonst auf alles, was ungebeten sein verwahrlostes Grundstück betritt.

    Die Versatzstücke sind altbekannt, die Zeichen stehen auf gothic pur und auch die wichtigsten Plotmomente wurden beibehalten. Als augenfälligste Änderungen stechen die ausgebaute Rolle von Sir John ins Auge, was Hopkins die willkommene Möglichkeit gibt, als explosiver Mix aus Hannibal Lecter, „Nixon“ und seinem Captain Bligh aus „Die Bounty“ vom Leder zu ziehen, sowie die Tatsache, dass man die Handlung ins Viktorianische England des Jahres 1890 zurückverlegt hat. Das wiederum gestattete Produktionsdesigner Rick Heinrichs ein perfektes „Sleepy Hollow“-Szenario zu entwerfen, das dem Gruseler die entsprechende Stimmung verleiht und auch das Auftauchen von Hugo Weaving („Matrix“) als Scotland Yard Inspector Aberline rechtfertigt, jenem Mann also, der einst den notorischen „Jack the Ripper“ jagte.

    Genrefans kommen bei Silberkugeln, heulenden Wölfen, am Vollmond vorbeiziehenden Wolken, einem Trauerzug durch eine Pappelallee sowie farbentsättigten Bildern und Gänsehautscore voll auf ihre Kosten. Tod, Verwandlung, Wiederauferstehung, Erlösung; alles wird strikt nach Lehrbuch durchgespielt, lustvoll, blutig, gradlinig und technisch perfekt. CGI macht’s möglich – und natürlich auch der Meister der Creature-Designer Rick Baker, der hier einmal mehr sein ganzes Können unter Beweis stellt. Nur einen Effekt, den kann nicht einmal er toppen, die Augenweide Emily Blunt als tragische Heldin, von der man leider viel zu wenig zu sehen bekommt. geh.

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