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Wilbur Wants to Kill Himself

   Kinostart: 18.09.2003
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Filmhandlung und Hintergrund

Schwarze Tragikomödie, in dem ein selbstmordgefährdeter junger Mann, sein lebensfroher Bruder und eine junge alleinerziehende Mutter ein kurzes gemeinsames Glück erleben.

Wilbur (Jamie Sives) ist hochgradig depressiv und schlägt sich an der Seite seines fröhlichen Bruders Harbour (Adrian Rawlins) mit frustrierend erfolglosen Selbstmordversuchen und der gemeinsam geerbten Second-Hand-Buchhandlung durchs Leben. Als Harbour beschließt, zur Aufheiterung eine Freundin für Wilbur zu finden, verliebt er sich selbst in die schüchterne allein stehende Mutter Alice (Shirley Henderson). Irgendwie wendet sich das Dasein für alle mit einem Mal zum Guten - gäbe es da nicht ein alles veränderndes, todtrauriges Geheimnis ausgerechnet in Harbours Leben.

Nach dem weltweit erfolgreichen Dänen-Hit „Italienisch für Anfänger“ schafft Regisseurin und Autorin Lone Scherfig nun erneut das kleine Wunder, die Themen Tod und Liebe in eine hinreißende Balance zu bringen und selbst tieftraurigen Momenten im Leben ihrer vom Schicksal gebeutelten Charaktere auf manchmal absurde Weise eine verblüffende Leichtigkeit zu schenken.

Der selbstmordgefährdete Wilbur und sein lebensfroher Brüder Harbour führen in Glasgow eine geerbte Second-Hand-Buchhandlung. Nach einem weiteren Selbstmordversuch Wilburs versucht Harbour, eine Freundin für Wilbur zu finden. Doch schneller verliebt er sich selbst in die schüchterne alleinstehende Mutter Alice. Bald sind alle unzertrennlich - und glücklich. Bis Harbour ein trauriges Geheimnis offenbart.

Wilbur und sein Bruder Harbour leben in Glasgow, wo sie die heruntergekommene Second-Hand-Buchhandlung ihres Vaters weiter führen. Während der todtraurige Wilbur einen Selbstmordversuch nach dem anderen unternimmt, hat es sich der stets gut gelaunte Harbour zum Ziel gesetzt, den Lebenswillen seines Bruders wieder zu wecken. Als Harbours Schwarm Alice mit Tochter Mary zu den ungleichen Brüdern zieht, sind alle WG-Bewohner endlich so glücklich wie schon lange nicht mehr. Doch Harbour hütet ein dunkles Geheimnis.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Wilbur Wants to Kill Himself: Schwarze Tragikomödie, in dem ein selbstmordgefährdeter junger Mann, sein lebensfroher Bruder und eine junge alleinerziehende Mutter ein kurzes gemeinsames Glück erleben.

    Die dänische Regisseurin und Autorin Lone Scherfig schenkte der Kinowelt 2002 das von Kritikern wie Publikum gefeierte Phänomen „Italienisch für Anfänger“. Auch mit dem Nachfolger, mit dem sich nun auch Scherfig von der Dogma-Bewegung verabschiedet und den sie gemeinsam mit ihrem Kollegen Anders Thomas Jensen schrieb, beweist sich dänischer Humor in konventioneller Form als nicht weniger natürlich im Umgang mit den Themen Tod und Leben, die in der tragischen Komödie mit dem bezeichnenden Titel „Wilbur Wants to Kill Himself“ erneut eine hinreißende Balance finden: In der dänisch-schottischen Koproduktion, die in englischer Sprache in Glasgow gedreht wurde, üben sich Jamie Sives und Adrian Rawlins neben der wunderbaren Shirley Henderson und dem in weiteren Rollen nicht weniger brillant besetztem Cast im „Sterben für Fortgeschrittene“.

    Genau dieses hat sich der höchst attraktive und höchst selbstmordgefährdete Wilbur (Jamie Sives) zum Ziel gesetzt. Wegen Entmutigung der Mitglieder seiner Therapiegruppe aus derselben und wegen seines nachlässigen Umgangs mit dem Gasherd aus seiner Wohnung verwiesen, zieht der egozentrische Womanizer zu seinem Bruder Harbour (Adrian Rawlins) in die gemeinsam von ihrem Vater geerbte Second-Hand-Buchhandlung. Harbours Lebensaufgabe wiederum ist es, dem Bruder Freude in jeglicher Form zu verschaffen. Doch diese will erst mit dem schicksalshaften Erscheinen der schüchternen Alice (Shirley Henderson) eintreten: Diese - allein erziehende Mutter der höchst praktisch veranlagten achtjährigen Mary (Lisa McKinlay) und Reinigungsfrau in Wilburs Stammkrankenhaus - rettet Wilbur das Leben, als dieser an einem Strick von der Decke des Ladens baumelt. Und obwohl es eigentlich Ziel war, eine Freundin für Wilbur zu finden, ist es Harbour, der sich in Alice verliebt. Schnell werden alle vier Charaktere einschließlich Mary unzertrennlich - und unerwartet glücklich. Bis sich das Schicksal nochmals wendet und beschließt, dass nicht Wilburs, sondern Harbours Tage gezählt sind.

    Die traurige Geschichte des für dänische Verhältnisse gewohnt skurrilen Charakterquartetts ist wunderschön geschrieben und mit leichter, komischer Hand inszeniert, die zugleich die schmerzhaften Selbstmordversuche des Protagonisten mit erstaunlicher Ernsthaftigkeit und viel Gefühl für die richtige Balance in einen glaubwürdigen Rahmen und den Mittelpunkt stellt. Lone Scherfig nahm sich dank der Unterstützung der schottischen Filmproduktion Sigma und dem im Vergleich zu ihren vorangegangenen Filmen großzügigeren Budget viel Zeit für die Vorbereitung, die notwendigen Mittel für das antidogmatische Drehen im Widescreen-Format und einen tragenden sensiblen Score, der das Melodram stets in die richtige Richtung lenkt.

    Das schottisch-dänische Ensemble trägt all diesen Voraussetzungen Rechnung: Jamie Sives‘ Wilbur ist auf selbstzerstörerische Weise egozentrisch, ohne dass man den Gründen für seine Lebensverzweiflung näher kommen muss; Adrian Rawlins älterer Bruder dagegen in selbem Maße selbstlos und liebenswert mütterlich, und Shirley Henderson trifft nicht ein einziges Mal den falschen Ton als unsichere und scheue, sich vorsichtig öffnende Singlemutter, die beide Brüder zugleich mit ihrer Stärke und ihrer Verletztheit verzaubert. Mads Mikkelsens Psychiater Dr. Horst ist zynisch und dänisch wie nur möglich, und Julia Davis eine hinreißend verrückte Krankenschwester, deren „beinahe hundertprozentig organischer Lifestyle“ so spektakulär ist wie ihr Hang, in Fettnäpfchen zu treten. Scherfigs Fortgeschrittenenkurs steht damit ihrem vorangegangenen Erfolg in Sachen Charme in nichts nach. Dennoch dürfte es „Wilbur Wants to Kill Himself“, der die schwierigen Kapitel Schuld, Opferbereitschaft, Einsamkeit und Traurigkeit sehr viel weiter vertieft, gerade deshalb den Sprachschülern an der Kinokasse vermutlich nicht ganz so leicht fallen. cm.

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