Filmhandlung und Hintergrund

Horror-Drama um eine 16-Jährige, die in einer abgelegenen Ortschaft aufwächst und entdeckt, dass sie ein Werwolf ist.

Auf einer entlegenen Insel der dänischen Nordküste: Als die 16-jährige Marie in einem Fischverarbeitungsbetrieb zu jobben beginnt, schlägt ihr aggressive Ablehnung entgegen. Den Grund dafür findet sie nur allmählich heraus: Ihre an den Rollstuhl gefesselte Mutter, die sie liebevoll pflegt, leidet unter einer mysteriösen degenerativen Krankheit, vor der sich die Dorfgemeinschaft fürchtet - denn sie hat bereits mehrere Todesopfer gefordert. Und nun beginnt auch Marie sich körperlich zu verändern. Ihr Vater versucht den Ausbruch mit Medikamenten aufzuhalten.

Eine 16-Jährige, die in einer abgelegenen Ortschaft aufwächst, entdeckt, dass sie ein Werwolf ist. Subtiles Horrordrama, dass die Konventionen einer Genregeschichte nutzt, um von den Schmerzen des Erwachsenwerdens zu erzählen.

Bilderstrecke starten(6 Bilder)
Alle Bilder und Videos zu When Animals Dream

Darsteller und Crew

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

0,0
0 Bewertung
5Sterne
 
(0)
4Sterne
 
(0)
3Sterne
 
(0)
2Sterne
 
(0)
1Stern
 
(0)

Wie bewertest du den Film?

Kritikerrezensionen

    1. Im Debüt "When Animals Dream" des dänischen Regisseurs Jonas Alexander Arnby verbindet sich Horror mit skandinavischer Melancholie. Das Ergebnis ist eine stilvolle Coming-of-Age-Geschichte, in der es um die Angst vor der animalischen Seite der Frau geht. Die allmähliche Verwandlung in ein gefährliches Wesen gibt der jungen Marie die Kraft, gegen die von der dörflichen Gemeinschaft auferlegten Schranken zu rebellieren. Der geheimnisvolle Film ähnelt atmosphärisch einer romantischen Sage, der etwas Entrücktes anhaftet.

      Schwermut lastet von Anfang an auf dem entlegenen Fischerdorf und besonders auf Maries Elternhaus. Die junge Frau weiß nicht, warum ihre Mutter im Rollstuhl sitzt, Spritzen bekommt, kein Wort sagt und gefüttert werden muss. Auch Marie ist es gewöhnt, nicht viel zu reden. Die neue Arbeit in der Fischfabrik wirkt wegen der jungen männlichen Kollegen zunächst wie ein willkommenes Unterhaltungsprogramm. Die sexuelle Spannung, die in der Luft liegt, mündet nicht nur in eine Liebesbeziehung, sondern auch in Aggressionen. Parallel zur Veränderung, die Marie erfährt, bekommt auch die dörfliche Gemeinschaft ein unheimliches Gesicht. Dem Regisseur zufolge verweist der Filmtitel darauf, dass Marie und ihre Mutter davon träumen, sie selbst sein zu können. Ihre animalische Seite spiegelt die Angst der anderen vor der Frau, die sich nicht in die patriarchalischen Schranken weisen lässt.

      Die Spannung wird stark über Stilmittel erzeugt. Zur Wortkargheit gesellt sich viel düstere Musik, die nichts Gutes verheißt, schon lange bevor etwas passiert. Über der kargen, rauen Küstenlandschaft hängt oft ein leichter Nebel, aber selbst in den Räumen blickt man auf das Geschehen wie durch ein stellenweise beschlagenes Glas oder in trübem, verschwommenem Licht. Dadurch wirkt das Bild traumähnlich und zeitlos. Maries Visionen und ihre Verwandlung manifestieren sich in Spezialeffekten, die mit dem Schrecken spielen, das Grausige aber oft nur andeuten. Dieser verhaltene Horrorfilm ist auch deswegen originell, weil sich in seine traurige Stimmung allmählich so etwas wie Genugtuung mischt.

      Fazit: Der dänische Horrorfilm "When Animals Dream" kombiniert das Werwolf-Motiv und skandinavische Melancholie zu einer originellen, atmosphärisch dichten Coming-of-Age-Geschichte mit feministischer Note.
    2. When Animals Dream: Horror-Drama um eine 16-Jährige, die in einer abgelegenen Ortschaft aufwächst und entdeckt, dass sie ein Werwolf ist.

      Hypnotisch-erlesenes Arthaus-Coming-of-Age, das sich zum Werwolfhorror entwickelt.

      Wenn einer jungen Frau Haarbüschel auf der Brust sprießen, ihr bei Wut oder sexueller Erregung ein Fell wächst und sie nachts von blutroten Visionen heimgesucht wird - da kann man sich schon mal unwohl in seiner Haut fühlen. Besonders, da die 16-jährige Marie (Newcomerin Sonia Suhl hinterlässt einen großartigen Eindruck) mit den graduellen Veränderungen ihres Körpers an der Schwelle zum Erwachsenwerden unvorbereitet klarkommen muss. Sie lebt bei ihren Eltern im Norden Dänemarks auf einer entlegenen Insel. Ein Fischerdorf, in dem die Angst umgeht. Dass es ausgerechnet ihre stumme, an einen Rollstuhl gefesselte Mutter ist, vor der die Anrainer zittern und notfalls als bedrohlicher Lynchmob auftreten, hat einen triftigen Grund: Sie ist ein Wolfsmensch, ein Ungeheuer, dass nur mit starken Spritzen kontrolliert werden kann. Und nun beginnt die namenlose, degenerative Krankheit auch bei Marie auszubrechen, was ihr überprotektiver Vater verhindern will, so dass sie aus dem beengten Haus ausbricht.

      Der Däne Jonas Alexander Arnby, der bei Lars von Trier das Handwerk erlernte, erzählt die Pubertätsgeschichte eines „Ginger Snaps“ mit den stilistisch filigranen Mitteln des skandinavischen Horrorgeheimtipps „So finster die Nacht„. Wie dieser den Vampirmythos neu errichtete, das gelingt dem unaufdringlich sinnlich-poetischen Psychodrama mit dem Werwolfmythos. Vorwiegend ist die beängstigende körperliche Mutation eine Allegorie auf die sexuelle Reife eines Mädchens in strengen patriarchalen Strukturen - gegen diese begeht sie wie eine Schwester von Carrie auf, die ausgegrenzt und schikaniert wird, bis sich ihre übernatürlichen Kräfte Bahn brechen. Dies gerät so berauschend-kühl wie die Protagonistin, spiegelt ihre karg-spröde Schönheit mit an moderner Fotokunst geschulten Stimmungsbildern düsterer nordischer Küstennatur. Bedrohliche Klangkompositionen verstärken dies zur hypnotischen Parabel, die mit zart-berührender emotionaler Bande gekrönt wird: Maries liebevoller Umgang mit ihrer Mutter sowie ihre romantische Flucht mit dem Einzigen, der zu ihr hält - eine sehr bildhafte, bezaubernde Passage in ein neues Leben. tk.

    News und Stories

    Kommentare